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“Der Fluch des Fledermausgottes” 02

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Seither war ein Tag vergangen und James konnte kaum noch auf den Beinen bleiben. Sie waren am Tag zuvor wirklich noch hier zu dem Tempel gegangen, hatten sich grob umgesehen und schon im ersten Vorraum reichlich Dinge gefunden, die man zu Geld machen konnte. Aber an dem Tag hatten sie noch nichts mitgenommen, außer vielleicht ein klein wenig Schmuck, den die Herren sich in eine kleine Tasche einstecken konnten. Heute waren sie erstaunlich früh hierhergekommen und keine Träger waren hier, denn die sollten nicht mit einpacken, was gerade geräubert wurde. Sie sollten es nur später wieder zurück in die Zivilisation tragen. Frank, der Führer war auch hier und mit den Adligen schon weiter hinten ... denn sie wollten ihn dabeihaben, um mehr zu erkunden. James atmete tief durch und wischte sich kurz über das Gesicht, denn er brauchte unbedingt etwas zu trinken. Da die Herren gerade nicht hier waren, konnte er sich etwas Wasser nehmen und wenn es nach ihm ging, hatte er so einen Durst, daß er viel, viel mehr trinken konnte. Weiter hinten hörte man doch ein wenig das Verhandeln, denn es war hier so viel, daß Frank ein ganzes Fünftel von den Schätzen haben konnte. Er konnte auch gut Druck machen, denn seine Männer gehorchten nur ihm, und würden auch ohne die Adligen mit den Schätzen abziehen.

So war es auch und wenn er schon hier mitmachen mußte, dann wollte Frank wenigstens etwas für sich und seine Männer haben. Zum Glück waren die jungen Adeligen einsichtig, da es genug Schätze gab - und die Arbeit schnell vonstatten ging. Dann runzelte Frank jedoch die Stirn und nahm eine Fackel auf, denn er spürte einen Luftzug, der weiter hinter in den Tempel ging. "Ich denke, es gibt noch mehr Kammern - wir sollten weitergehen, vielleicht gibt es dort ja noch andere Dinge zu entdecken."

Danton führte die Adligen schon etwas an und nickte. „Ich denke, da können wir gespannt sein. Vielleicht das Wertvollste.“ Zumindest wenn sie Glück hatten. Mit den Lampen in den Händen gingen sie den Weg weiter, und man konnte irgendwie ein leise Plätschern hören. „Wasser ...“ wisperte Danton und hob eine Braue, als sie die Quelle sahen und er erschrak dann doch etwas - denn die Fledermausstatue war sehr dunkel, und auch die ganzen Wände waren mit Fledermaustieren bedeckt, die in Stein geschlagen worden waren.

Als Rakesh die Statue sah, konnte er einen Schauder nicht verhindern ... denn auch wenn er nur wenige Jahre gezählt hatte, als seine Familie Indien verließ und ihren Herren in England diente, so konnte er sich noch gut an die Götter und Dämonen erinnern, die es in Indien gab. Und einer dieser Dämonen glich dieser Fledermausstatue, die eher an einen Mann mit den Attributen einer Fledermaus erinnerte, sehr und er senkte den Kopf, murmelte einige Worte und hielt sich eher an der Seite. Mick hingegen fluchte leise, als er die Quelle blutroten Wassers sah - denn für ihn bedeutete sie etwas völlig anderes, so daß er das Kreuzzeichen schlug und einen Schritt zurückwich. Willard hingegen lachte gehässig auf und deutete auf die Statue, während er sich zu Danton und Stuart lehnte und kurz zu ihrem vierten Freund grinste. "Sieh an - hier ist also diese Statue, und die Quelle dazu. Pah ... aber die Opfergaben waren mehr als nur willkommen. James, nimm die Flasche und fülle das Wasser hinein - wir werden es mitnehmen und untersuchen lassen, damit ein für alle mal geklärt ist, was diese verfluchte Quelle so rot färbt."

James hatte auch deutlich Respekt vor dem Ort, auch wenn er keine Angst hatte. Er kämpfte eher mit seinem Körper und dem Fieber, aber er gehorchte und nahm die Flasche, damit er sie füllen konnte. Er tauchte sie in das Wasser und allein dabei merkte er schon, daß es nicht so dünn war, wie Wasser sein mußte. Seine Hand bekam auch was davon ab und somit die Wunden, die er dort durch seine Arbeit hatte. Erst jetzt hörte er etwas und glaubte, daß ihn das Fieber nun auch im Kopf mitnahm. Es war eine Stimme, die zu ihm flüsterte. Er sollte trinken, denn so würde er Rache für seinen Haß auf diese Adligen nehmen können, und vor allem wieder gesund werden. Er würde zu Kräften kommen und sehr, sehr lange leben können. Was diesen Haß anging, der steckte eigentlich im tiefsten Punkt seiner Seele ... aber er war da, und so hob er die Flasche und trank. Die Stimme in ihm sprach weiter und sorgte dafür, daß er sie ganz austrank ... und erst nach dem letzten Schluck ließ James sie fallen, denn sein Körper brach zusammen und schmerzte so sehr, daß er laut aufschrie.

Als Willard sah, wie sein Diener die Flache austrank, wollte er schon wütend aufschreien - doch der Schrei blieb ihm im Hals stecken, als die Tempelkammer plötzlich dunkler wurde und sowohl die Augen der übermannsgroßen Fledermausstatue wie auch die der Fledermäuse an den Steinwänden rot aufglühten. Er bekam nur nebenher mit, wie James aufschrie und zusammenbrach - dazu hatte er viel zu viel Angst und wimmerte leise, während der vierte Adelige durch seine Ausbildung im Militär geistesgegenwärtig seine Pistole zog und auf die steinernen Fledermäuse schoß, die sich von den Wänden lösten und lebendig wurden. Doch seine Kugeln prallten einfach nur ab und die Fledermäuse flogen nach draußen, während Rakesh auf die Knie ging und die Stirn auf den Boden legte, da er sein Schicksal in die Hände der Götter legte. 

James fühlte nur Schmerz in seinem Körper und bemerkte eigentlich nicht, daß er wirklich wieder zu Kräften kam und sogar wuchs. In ihm brodelte Hunger und auch die Rache - und er schrie nach einigen Momenten erneut auf und sein Hemd auf dem Rücken riß, als sich zwei gewaltig große Fledermausschwingen formten. Die Adligen wollten flüchten, wurden aber so schnell von James aufgehalten, daß Willard gegen ihn prallte. James stand urplötzlich vor dem Ausgang, seine Schwingen so gespannt, daß keiner durchkonnte, und er packte sich Willard. Jetzt kochte sein Hunger und Haß, und so nahm er ihn zuerst und biß ihm fest in die Kehle, um das Blut aus dessen offener Ader zu trinken.

Die anderen Adeligen waren starr vor Angst, als sie vor sich den fleischgewordenen Fluch aus den Warnungen der Legenden sahen. In den Legenden hieß es, daß wer immer von der Quelle trinken würde, der menschgewordene Fluch werden würde ... und nun sahen sie es vor sich, und konnten es nicht begreifen. Nur der eine Adelige mit der Militärausbildung lud nach und schoß nun auf James, während dieser Willards toten Körper fallen ließ. Frank spielte einen Moment mit dem Gedanken, ebenfalls seinen Revolver zu ziehen - doch dann ließ er es und schauderte, ging auf ein Knie und senkte den Kopf.

Was wohl gut war, denn James nahm die zwei, die knieten, noch nicht so ganz wahr und er war noch immer so voll Hunger und Rache, daß er sich Willards Freunde packte und sie ebenso austrank und tötete. Sein Hunger war eigentlich gestillt, als er den Letzten fallenließ ... doch Mick drehte leider durch und schnappte sich die Waffe, die auf den Boden gefallen war, brüllte ein „Dämon ! Dämon !“ und wollte schießen. Es war eher wie ein Reflex, der in James erwachte - er packte Mick und das so fest, daß er ihm dabei das Genick brach. Er trank dann aber trotzdem und ließ dessen Körper ebenso fallen. Sein Blick legte sich danach sofort auf Frank und auf Rakesh, die beide vor ihm knieten. Jetzt atmete James tief durch und sprach leise. „Euch tue ich nichts ... daß ich Mick getötet habe, wollte ich eigentlich nicht, aber er griff mich an.“

Frank schluckte schwer, als er den Blick wieder hob und den jungen Mann ansah, der nun so viel mehr geworden war. "Ich ... ich ... was bist du geworden, James ? Du siehst fast so aus wie die Statue, nur menschlicher." Auch Rakesh zögerte, ehe er sich aufrichtete und zu seinem Freund aufblickte. "Du bist nun zu dem Fledermausgott geworden, nicht wahr ? Die Legenden sind wahr ... Master James." 

James roch zuerst die Angst in Frank, der trotzdem respektvoll zu sein schien. Hingegen roch er bei Rakesh keine Angst, es war eher ein Bewundern in seinem Freund. „Nein, er ist in mir ... ich trage ihn in mir. Vielleicht bin ich deswegen einer, ich weiß es noch nicht.“ James kam jetzt erst langsam dazu, klar zu denken, und er legte die Schwingen eng an. „Ihr bleibt beide am Leben ... ich habe eben aus Hunger und Haß gehandelt. Auf euch habe ich keinen Haß.“ Unbewußt riß er sein kaputtes Hemd weg und er merkte, daß er auch gewachsen sein mußte ... denn seine Hose paßte zwar noch, war aber enger.

Das bemerkten auch die beiden Überlebenden und Frank runzelte kurz die Stirn, ehe er sich faßte, aufstand und leise seufzte. "Wenn wir im Basislager sind, gebe ich dir von mir Kleidung, sie müßte dir passen ... du bist gewachsen und stärker geworden, James. Und wie es aussieht, auch wieder gesund - dein Fieber und deine Verletzungen sind völlig verschwunden. Meine Leute werden dir keine Probleme machen, das verspreche ich dir ... aber wir haben hier ein riesiges Problem, das wir lösen müssen. Können wir uns dort auf die Bänke setzen ? So läßt es sich besser reden und du solltest versuchen, ob du die Schwingen wieder einfahren kannst ... sie fallen sehr auf." Auch Rakesh war aufgestanden und näßte einen Lappen an der Seite an einer normalen Quelle, kam dann ebenfalls zu James und begann vorsichtig damit, ihm das Blut der Opfer von der hellen Haut zu waschen. "Frank hat recht, Master James - wir sollten beraten, wie wir weiter vorgehen."

James faßte sich langsam, und seine Gedanken wurden immer klarer. Ihm war aber auch klar, daß der Dämon in ihm bleiben würde, aber scheinbar wollte er nicht so viel Einfluß auf ihn nehmen. „Ja, besprechen wäre gut. Das war ja sehr spontan und da ist so schnell kein Plan im Kopf, was nun passiert.“ Es war wieder unbewußt, daß sich die Schwingen wegformten - denn scheinbar half ihm der Dämon, der nun in ihm lebte. Die Hand von Rakesh hielt er sacht davon ab, ihm weiter das Blut abzuwischen. „Ich bin kein Adel, der sich nicht selber waschen kann, Rakesh. Das mußt du nicht machen.“

"Nein, das muß ich nicht, Master James - aber ich will es. Meine Familie dient den Herren, denen wir uns verpflichten, immer treu ... und ich wußte schon lange, daß ich nur so lange bei Master Danton bleiben würde, bis ich einen besseren Herrn finde. Du bist mein Freund, Master James - und gerade jetzt brauchst du einen Diener, der dir hilft und wenn du es erlaubst, möchte ich das sein." Es war dem jungen Inder sehr ernst und er wusch noch das restliche Blut von der Haut des jungen Gewandelten, ehe er ein Tuch auf der Steinbank ausbreitete, damit James sich setzen konnte. Frank schmunzelte nur kurz, da er die Sturheit Rakeshs als das sah, was es war: Absolute und freiwillige Treue, und tiefe Freundschaft.

James atmete tief durch, denn er kannte seinen Freund wirklich gut und setzte sich also auf den Platz, den Rakesh ihm vorbereitet hatte. „Also gut, da kann ich wohl nicht Nein sagen. Und wegen den Adligen hier, es tut mir kein Bißchen leid. Einzig Mick tut mir leid, hätte er nicht auf mich schießen wollen, hätte ich ihn auch am Leben gelassen. Ich glaube, da sind Instinkte erwacht, die mich schützen - und ich hatte Hunger, wie ich es nicht kannte. Dazu dieser Haß auf Willard und die Anderen, der tief in mir vergraben war.“ Er sprach darüber, denn er wußte, mit Rakesh konnte er darüber reden ... und Frank konnte er auch vertrauen, denn auch das fühlte er irgendwie. „Da sie alle tot sind ... sie werden wohl als verschollen gelten, hm ?“ Das war schon der erste Vorschlag zu dem, was weiter passieren würde.

Das ließ Frank für einen Moment hart auflachen, ehe er sich neben den Gewandelten setzte und nickte. "Das ist überhaupt kein Problem - beim Auffinden des Tempels haben sie meinen Anweisungen nicht Folge geleistet, sondern sind vor Neugier geplagt vorangestürmt und in eine Falle getappt, die sie und auch ihre Diener tötete. Wenn ich die Siegelringe und die Habseligkeiten zurückbringe, wird Niemand mein Wort anzweifeln. Ich habe vorhin ein wenig überlegt und dir einen Vorschlag zu machen: Wir alle wissen, daß dieser Tempel nie von Jemandem gefunden werden darf, und dein Geheimnis muß sicher bleiben. Wenn du mir ein Drittel der Schätze, die wir hier fanden gibst, dann kann ich dir einen Adelstitel besorgen und dir den Dschungel hier und das Land davor kaufen - und wenn du mir ein weiteres Drittel gibst, dann werden die Stämme, die mir folgen und auch ich dafür sorgen, daß Niemand deinen Besitz betritt oder den Tempel entdeckt. Und das restliche Drittel könnte ich dir in britische Pfund umtauschen, so hast du ein Vermögen, von dem du eine sehr, sehr lange Zeit leben kannst. Was meinst du dazu ? So wäre allen geholfen und ihr beide könntet ein neues Leben beginnen, und die Stämme hätten ausgesorgt und würden dir ebenso wie ich treu sein."

James hörte genau zu, und unbewußt fühlte er in Frank hinein. Der Dämon ihn ihm unterstützte ihn scheinbar und er wußte, daß Frank es ernst meinte, und daß er ihm vertrauen konnte. „Mir hätte wohl nichts Besseres einfallen können ... ich stimme dem zu und so bekommst du ein gutes Vermögen, den Stämmen wird es auch gut gehen, und Rakesh und mir ebenso.“ Es war wirklich perfekt, denn so war alles sicher und die Stämme würden ihn wohl niemals verraten, denn sie würden ihn wohl anbeten. Also hob James seine Hand und reichte sie Frank. „Abgemacht.“

Natürlich nahm dieser die Hand an und atmete ein wenig auf ... denn als James ihn anblickte, hatte er kurz das blutrote Glühen des Dämons in den Augen des jungen Mannes gesehen und unwillkürlich geschaudert. Doch er stand zu seinem Wort und nickte, ehe er sich umblickte und kurz seufzte. "Dann würde ich sagen, daß ich den Wachen Bescheid gebe und sie die Leichen verschwinden lassen - und vorher nehme ich ihnen die Siegelringe ab, damit ich sie mit ihren persönlichen Sachen zurückschicken kann. Die Statuen würde ich hierlassen, hier sind sie sicherer ... aber die beschrifteten Leder und Wandbehänge würde ich an deiner Stelle mitnehmen und so viele Informationen wie nur möglich daraus holen, damit du weißt, was los ist. Und du solltest, wenn wir im Basislager waren, wieder herkommen und üben - schließlich mußt du herausfinden, was sich alles geändert hat und wie du es anstellst, normaler zu wirken. Und keine Sorge ... ich kenne viele Hehler, Schmuggler und Händler, die den Schatz in klingende Münze wandeln können und habe einige Kontakte, die dir dann weiterhelfen mit dem Titel. Und sobald wir den haben, kaufe ich dir das alles hier und auch das Land der Stämme - und sorge dafür, daß sie dir treu ergeben sind."  

James verstand genau, was Frank sagte, und ihm wurde es jetzt bewußt. „Ja, du hast recht ... ich hatte eben noch nicht den Kopf dafür, daß ich mich erkunden muß. Auch wenn einiges scheinbar schon nach Instinkt geht.“ Er bemerkte jetzt bewußt, daß er hier im dunklen Tempel sehr genau sehen konnte, denn nur zwei der kleinen Lampen waren übriggeblieben. „Was die Statuen angeht - ich hätte wohl eh darauf bestanden, daß sie hierbleiben ... ich denke, sie sind eh die Wächter von hier. Was die Schriften und Zeichnungen angeht, die nehme ich gern mit. Aber jetzt sollten wir los - ich höre, die Wachen sind unruhig, weil noch keiner von uns herausgekommen ist und ich denke, sie haben die Rufe gehört.“

"Ja, das denke ich auch - aber das ist kein Problem." Mit den Worten stand Frank auf und ging nach draußen, um mit den Wachen zu reden ... sie alle waren gute Freude von ihm und auch wenn sie es kaum glauben konnten, hörten sie auf das, was dieser sagte. Als sie aber James herauskommen sahen, verflogen die letzten Zweifel und alle neigten respektvoll den Kopf, da sie  nicht nur die Gefährlichkeit, sondern auch die Macht und Stärke spüren konnten, die nun in dem ehemaligen Diener wohnten. "Sie halten zu mir und damit auch zu ihnen, Master James ... wir werden die Statuen zurückbringen und die restlichen Schätze einpacken, damit wir alles ins Lager bringen können." Rakesh hatte indes die Flasche genommen und sie noch mit dem blutroten Quellwasser aufgefüllt, steckte sie in seinen Rucksack und nickte, als er zu den Männern trat und sie entsprechend anwies.

„Gut und ich danke allen, die nun zu mir stehen und mir helfen.“ James hatte den Männern zugenickt und da er durch das lange Herreisen ein wenig der Sprache gelernt hatte, bedankte er sich auch bei ihnen. Er merkte nun aber, daß die Sonne ihm unangenehm war, und es war ihm hier draußen doch viel zu hell. „Zu hell, und ich fühle mich nicht wirklich wohl. Aber ich ertrage es so lange, bis wir am Lager sind.“

Die Männer nickten nur erneut respektvoll und beeilten sich damit, die Statuen wieder zurückzutragen und die restlichen Funde in die Kisten zu verpacken ... Rakesh hingegen runzelte kurz die Stirn, als er James beobachtete und nickte, ehe er eine der dünneren Decken nahm und sie zu James brachte. "Nimm das in der Zwischenzeit als Schutz, Master James - es sieht so aus, als ob deine Sinne sehr viel besser geworden sind. Einerseits die Helligkeit, aber ich merke auch, wie du dich zu den Geräuschen drehst. Und du riechst auch besser, nicht wahr ? Es wäre nur logisch, denn auch Fledermäuse sehen und hören besser, und so kannst du leichter Beute schlagen." Denn daß das der Fall war, schien mehr als nur eindeutig - einerseits wegen den langen Fangzähnen und James Hunger nach Blut, und andererseits wegen den scharfen Krallen, die noch immer an dessen Fingern sichtbar waren, und den verstärkten Sinnen. "Im Lager fertige ich dir einen Umhang mit Kapuze, so ist es dann leichter für dich."

„Ich danke dir, und genug Decken und Stoffe sind ja nun auch da ... und ja, ich kann alles hier hören und riechen. Ich muß mich konzentrieren, daß ich es einschränke. Nicht nur den Herzschlag der Männer kann ich hören, selbst das Rauschen des Blutes in den Körpern ... und auch das von den Tieren hier.“ Es war noch schwer, aber irgendwie führte ihn der Dämon, der nun in ihm lebte, und langsam wurden die Laute leiser und auch die Gerüche schwächer. Innerlich wußte James, daß dieser Dämon ihn zu mögen schien und jeden, den er nicht akzeptierte, hätte er wohl durch das Trinken sterben lassen.

Irgendwie ahnte Rakesh das, da es den Legenden aus seiner alten Heimat glich - nur daß es in diesem Fall ein Fledermausgott war und kein Tiger- oder Schlangengott. "Wir kehren zwar heute noch in das Lager zurück, aber ich denke es ist besser, wenn wir später wieder herkommen, Master James ... im Tempel ist es einfacher, diese Dinge zu üben." Frank nickte dazu und seufzte leise, ehe er für einen Moment schief grinste. "Dann ist es auch ruhiger für dich und du kommst nicht in Versuchung, noch Jemand zu killen."

James verstand und nickte. „Ja, falls ich mich noch nicht ganz kontrollieren kann. Und wir haben einiges an Zeit, um hierzubleiben ... und wenn ich mich ganz kontrollieren kann, dann fängt für uns alle ein neues Leben an.“

"Das ist ein schöner Gedanke, Master James - und ich bin mir sicher, daß es auch so wird, denn die Götter haben dich auserwählt." Als er endete, verneigte Rakesh sich noch einmal, ehe er dem nun um einen halben Kopf Größeren in den behelfsmäßigen Mantel half, damit dieser ein wenig vor dem Licht der Sonne geschützt war. Der Weg ins Basislager würde noch ein wenig dauern ... doch die Wächter würden die wenigen Kisten mit den Schätzen und den Schriften gut tragen können, so daß sie zügig vorankommen würden.

 

Prolog Ende

 

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