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Highschoolabschlußklassen-Klassentreffen Teil 1

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Mit einem leisen, wohligen Seufzer schloß William die Türe seiner Wohnung und schob den Riegel vor, schlüpfte aus seinen eleganten Halbschuhen und stellte sie auf die Schuhablage, ehe er seine schlichte, doch schöne Lederjacke auszog und in die Garderobe hängte. Ein einfaches, doch schönes Möbelstück, das sich William deshalb ausgesucht hatte, da es ihm gefiel - und nicht, damit es zu seiner übrigen Einrichtung paßte. So wie auch jedes andere Möbelstück in seiner eigenen Wohnung einzigartig war und zu der Gemütlichkeit beitrug, die er so an seiner Wohnung liebte. Für einen kurzen Moment drifteten seine Gedanken ab, als er an seine Kindheit und Jugend dachte ... und an die Spießigkeit seiner Eltern, bei denen immer alles perfekt sein mußte. Auch ihr eigener Sohn mußte perfekt sein - und das in jeder Hinsicht. Vorgaben, die William schweren Herzens erfüllte ... er war beliebt bei den Schülern, herausragend im Sport und auch sehr gut in den Noten, so daß er bei dem Abschlußball sogar als der goldene Sohn ihrer Highschool gekrönt wurde. Alleine schon der Gedanke an diese Farce ließ William aufschnauben und er ging ins Bad, zog sich aus und legte die Kleidung in den Wäschekorb, ehe er in sein Schlafzimmer ging und sich eine bequeme, schwarze Stoffhose und ein Muskelshirt herausholte. Hier bei sich trug er nur bequeme Kleidung - eine der ersten Freiheiten, die er sich erlaubte, nachdem er von seinem Vater rausgeworfen wurde. Ein weiterer Gedanke, der William aufschnauben ließ ... denn anstatt ihn so zu lieben wie er war, wollte sein Vater den perfekten Sohn ... und als dieser ihm nach dem Ball gestand, daß er seine damalige Freundin nicht heiraten wollte, da er schwul war, fing er sich nur eine Ohrfeige von seinem Vater ein und wurde rausgeworfen. Damals zog William nach San Franzisco und fing ein neues Leben an - und fand fast sofort eine Stelle als Stripper, da er nicht nur gut aussah, sondern sich durch seine Tanzkurse auch gut bewegen konnte. Und in den fünf Jahren, die folgten, konnte William sich nicht nur eine Teilhaberschaft des Clubs ergattern, sondern kaufte sich auch diese wundervolle Wohnung ... und mit diesem schönen Gedanken schaltete er seinen Laptop ein, lehnte sich an die weichen Kissen seines Bettes an und schmunzelte, als schon der Videochat pingte. Wie einen jeden Abend nach der Arbeit freute er sich darauf, mit seiner ehemals festen und noch immer besten Freundin zu reden ... denn auch wenn sie noch immer in dem kleinen Städtchen lebte, sie blieben Freunde und redeten so oft, wie es ihnen möglich war.

Aber als er Nelly sah, war es nicht gleich ihr Gesicht, sondern ein Brief mit einer Einladung. „Hast du die Einladung zum Klassentreffen bekommen ?“ fragte sie, und dann nahm sie den bunten Brief herunter und blickte William ernst an. „Ich will dich dabei haben, verstanden ? Weil ich hier noch wohne, gibt es quasi keine Wahl für mich, da nicht hinzugehen.“ Sie ahnte, daß ihr Kumpel es eigentlich nicht unbedingt wollte, und setzte daher schon ihren absolut verzweifelten Bitteblick auf, den er natürlich schon kannte.

Im ersten Moment war William viel zu verdattert, um irgendetwas zu sagen - denn der bunte, mit Glitzer bestäubte Einladungsbrief war so unbeschreiblich kitschig, daß er es kaum fassen konnte. Erst nach einigen Herzschlägen kam ihm, was Nelly gesagt hatte und er wollte schon antworten, als sie weitersprach und dann ihren Bettelblick aufsetzte. "Aber ... Nelly, verdammt. Du weißt so gut wie ich, daß Niemand sonst weiß, daß ich hier in  SanFran bin und wo ich wohne - und das ist auch gut so. Und ich weiß, daß du noch immer in dem Kaff lebst, auch wenn ich niemals verstanden habe, wieso ... gut, deine Oma ist dort, aber ihr hättet schon lange wegziehen können. Verdammt, Nelly - sieh mich nicht so an ! Nur, weil wir damals das goldene Paar waren ... dieses blöde Klassentreffen war Trishs Idee, oder ? So kitschig, wie die Einladung ist, kann es nur sie gewesen sein." Allein der Gedanke an die Anführerin der Cheerleader drehte Will den Magen um, doch dann seufzte er abgrundtief und lächelte wehmütig. "Und gerade deshalb willst du ebenfalls hin ... denn du bist noch immer so wunderhübsch und lieb wie damals, und wenn ich nicht schwul wäre, hätte ich dich schon lange geheiratet."

Nelly lachte sofort nach der Antwort, und ein sachtes Grinsen blieb auf ihren Lippen hängen. „Sicher hat sie das angeleiert, und ich muß DICH dabeihaben. Gerade, weil wir da Prinz und Prinzessin geworden sind, und sie eigentlich immer mit dir zusammen sein und die Prinzessin sein wollte. Du erinnerst dich ganz bestimmt daran, wie es damals war, hm ?“ Sie hatte es noch immer im Kopf ... denn Trish hatte ständig versucht, ihn anzuflirten, und die Hübscheste zu sein. Nelly selbst war nie wirklich geschminkt und immer bodenständig gewesen, vielleicht hin und wieder wie ein Kerl drauf, aber ein Mädchen. „Die anderen Mädels werden auch froh sein, wenn sie mal eins reinbekommt ... sie hat den Bürgermeister geheiratet, und hebt seitdem noch mehr ab.“ Es war unangenehm, denn die anderen Cheerleader waren bodenständiger geworden. Sie lästerte jetzt noch über die Ehen, daß keine außer ihr einen reichen Mann bekommen hatte. Aber alle waren glücklich in den Ehen, und daß sie Kinder bekommen hatten.

Als ihm Nelly nun das erste Mal davon erzählte, hörte William mehr als nur verwundert zu ... denn er hätte niemals gedacht, daß es so passieren konnte. Gerade die Cheerleaderinnen waren damals immer der gleichen Meinung wie Trish - und daß sie nun so anders und gute Freundinnen für Nelly geworden waren, ließ ihn schließlich sacht lächeln. "Du magst sie inzwischen sehr, hm ? Und ich finde es auch gut, daß Champ nun endlich das tun kann, das er schon immer wollte: An Autos rumschrauben, und dazu seinen Schwarm als Frau haben. Ich finde es nur schade, daß Thed, Buzz und Irwin noch immer so eingebildete Idioten sind ... und dazu noch in Positionen, in denen du dir lieber deinen ärgsten Feind wünschst. Ausgerechnet Autoverkäufer, Banker und Versicherungsmakler - ich fürchte, sie ziehen die Leute alle über den Tisch." Sicherlich war auch William damals mit den dreien befreundet gewesen, da sie alle Football spielten ... doch gerade Thed zog Irwin und die anderen Footballer immer auf seine Seite, wenn sie auf die Schwächeren losgingen. Nur Champ und Will hielten sich heraus und versuchten, die Unruhestifter zur Vernunft zu bringen ... auch wenn sie es nicht schafften, daß die Anderen die Nerds, Außenseiter und Schwächeren völlig in Ruhe ließen.

„Ja, es ist so vieles und ich denke, du freust dich auch, Champ wiederzutreffen. Man kann auch gespannt sein, wer noch alles von denen kommt, die ebenfalls weggezogen sind. Ich bin selbst gespannt und kann die Anderen nicht hängenlassen ... und du kannst dann bei mir schlafen, und brauchst kein Hotelzimmer.“ Nelly war sich sicher, daß William kommen würde - denn es gab hier noch alte Freunde von ihm, die am Boden geblieben waren.

"Natürlich bleibe ich bei dir - ich war immer gern bei dir, auch wenn wir beide nach den ersten Malen Sex wußten, daß ich schwul bin." Gerade, daß Nelly damals zu ihm hielt und ihm den Rücken freihielt, verfestigte ihre so oder so schon bestehende Freundschaft ... und es war auch ihre Hilfe, die Will damals den nötigen Halt gab, als sein Vater ihn verstieß. "Ich bin gespannt, wie die Anderen aussehen und wer alles kommt - und ich bin gespannt, was sie bei mir sagen. Schließlich bin ich das genaue Gegenteil von dem geworden, das alle erwarteten: Kein Sportler, Politiker oder Geschäftsmann ... sondern ein sehr guter Stripper und Stripclubbesitzer."

Nelly lachte auf bei den Worten, denn es folgte ein kleine Pose vom Strippen. „Obwohl ich gespannt wäre, wie alle reagieren, wenn du im Festraum auf der Bühne loslegst.“ Es würde zum Teil Chaos und zum Teil sonstwas passieren, was sie eigentlich wirklich lustig fände.

Als er sich das vorstellte, lachte Will laut auf und ließ sich in die Kissen fallen, ehe er ein Taschentuch von der Seite nahm und sich die Lachtränen abtupfte. "Mein Gott, Nelly - die würden ausflippen ! So gut wie alle sind doch so verbohrt wie mein Vater, und würden die Polizei rufen. Und nicht die Stripper, die sich wie Polizisten verkleiden, sondern die echten Kerle. Aber lustig wäre es schon ... ich denke aber es reicht, wenn wir beide tanzen. Vielleicht findet sich ja ein mutiger Kerl, der dann abklatscht ... du bist eine Schönheit und es wert, Nelly." Daß er selbst Jemanden finden würde, glaubte Will eher nicht ... zumindest nicht in der Kleinstadt, in der sie aufgewachsen waren.

Jetzt wurde Nelly doch leicht rot auf den Wangen, und sprach leise. „Mein Herz gehört noch immer dir, ob du willst oder nicht. Und ich werde nicht wie wild suchen, um einen Mann zu bekommen ... da werde ich auf das Schicksal warten.“ Sie wollte nicht zwingend einen Mann finden - denn meist gab es dann Probleme und Scheidungen. „Ich bin nicht mal sicher, ob ich überhaupt heiraten will ... eine offene Beziehung finde ich viel angenehmer. Wenn die Herzen füreinander schlagen, dann braucht man keine Hochzeit.“ So sah sie es und sie war auch nicht so christlich, daß sie uuuuunbedingt heiraten mußte. Aber dann grinste sie wieder und zeigte nochmal die Einladung. „Es ist noch etwas Zeit und soll ich Bescheid sagen, daß du kommst ? Oder lieber, daß alle überrascht werden ?“

"Hmm ..." Es war verlockend, zu verschweigen, daß er kam - doch dann seufzte Will kurz und schüttelte den Kopf, ehe er sacht lächelte. "Nein, sag Bescheid - sag ihnen, daß das goldene Paar kommt, schließlich gehen wir zusammen hin. Sollen sie sich ruhig die Mäuler zerreißen ... es wundert mich so oder so, daß meine Eltern es damals nicht überall herumerzählt haben, wie enttäuscht sie von mir waren. Ich denke aber, ich werde die Gelegenheit nutzen und etwas wirklich Hübsches anziehen - was wirst denn du tragen, meine Hübsche ? Und keine Sorge ... du wirst noch den Richtigen finden. Und dann trifft dich die Liebe wie ein Schlag und nachdem du für einen Moment wie eine Kuh geglotzt hast, springst du ihm in die Arme und er trägt dich in dem schönsten Kleid, das man für Geld bekommen kann, über die Schwelle." Es war eine immer wieder lustige Debatte zwischen ihnen beiden, daß Nelly eigentlich niemals von so etwas träumte ... und er ihr immer vorhielt, daß sie ebenfalls einen romantischen Anfall bekommen würde, wenn sie sich wirklich verliebte.

„Hmmm, abwarten ... und tragen ? Ich habe noch das Kleid vom Abschluß, es paßt mir noch ausgezeichnet ... auch wenn ich es nicht mehr anhatte, um auszugehen. Aber ich probiere es jedes Jahr an.“ Es war schon schräg, daß sie es noch hatte, und daß es ihr so gut paßte wie vor fünf Jahren. Aber sie war so schlank und zart geblieben, und daher paßte es ihr noch, als wäre es gerade erst gekauft.

Und das ließ Will wieder leise lachen, denn er konnte sich noch gut daran erinnern, wie sie es gekauft hatten. "Ah, das schöne, blaue Kleid ... ich weiß noch gut, wie wir dafür in die nächste große Stadt fuhren und ewig suchten, bis wir es fanden. Und weißt du was ? Ich habe das perfekte Outfit dafür." Schon als er daran dachte, erwachte ein Grinsen auf Wills Lippen und er stand auf, drehte den Laptop so, daß man den Schrank sah und zog sich dann vor dem siebentürigen, verspiegelten Schrank langsam aus. Dabei achtete er darauf, daß Nelly alles schön sehen konnte und ließ nur den Slip an, ehe er eine Schiebetüre zur Seite schob und eine der Hosen herausholte. Es war ein weicher, schwarzer Stoff, dessen Nähte in einem sacht glitzernden Blau gehalten waren und er zog sie an, nahm ein schwarzes Hemd heraus, das einen leichten Stehkragen und keine Knöpfe besaß, zog es ebenfalls an und lächelte, als der tiefe, doch schmale Ausschnitt seine trainierte Brust nur etwas zeigte. Dann nahm er noch ein weißes Jackett heraus, dessen Nähte ebenfalls sacht blau glitzerten und zog es darüber, ehe er sich in eine leicht erotische Pose warf und eines seiner hinreißendsten Lächeln zeigte. "Und ? Denkst du, das paßt ? Natürlich mit schönen, schwarzen Schuhen und ein wenig Schmuck, Eyeliner, und einem guten Duft."

Nelly hatte wirklich genießend zugesehen und war dabei fast etwas feucht geworden ... denn sie fand Will noch immer erotisch, auch wenn sie wußte, daß er schwul war. Sie schnurrte jetzt laut, ehe sie ihm antwortete. „Sehr sexy, das gefällt mir und paßt wirklich genial ... und sowas sollst du doch nicht machen wenn ich kucke, sonst bin ich gleich off und sage meinem Dildo Hallo.“

"Hey, sag ihm noch einen schönen Gruß von mir und meinem Schätzchen, ja ? Und wenn du weiter solche Andeutungen machst, nehme ich ihn mit, und wir verwöhnen uns vor der Party noch nach Strich und Faden, meine Schöne." Während er sprach, zog Will sich wieder bis auf den Slip aus und hängte die Sachen ordentlich in den Schrank, ehe er sich wieder in das Bett legte, den Laptop drehte und sich zu seinem Nachttisch neigte, um daraus einen schönen, großen, blauen Glasdildo herauszuholen. Er wußte, daß Nelly ihn sehr schön fand, auch wenn sie es niemals sagte - und so nahm er das blaue Glas und streichelte damit über seinen Körper, als er sich wieder hinlegte und zärtlich zu ihr lächelte. "Würde dir das gefallen ?"

Und das Zusehen sorgte dafür, daß sie wirklich feucht wurde und man sah an ihrem einfachen Shirt, daß die Brustwarzen des zarten, kleinen Busens hart wurden. „Ja, das würde es wohl ... du bist schlimm, jetzt muß ich meinem wirklich Hallo sagen, damit er mich verwöhnt.“

Als er das hörte, lachte Will leise auf und lächelte dann zärtlich, als er sich näher an die Kamera seines Laptops lehnte und zu ihr wisperte. "Du weißt doch, daß ich schlimm bin - und das gerne. Denk dir einfach, daß es meine Hände und mein Teil wären, ja ? Ich habe dich lieb, Kleines ... du bist noch immer meine beste Freundin und es wird wirklich Zeit, daß ich dich wieder besuche. Auch wenn es wegen dem dummen Klassentreffen ist, ich freue mich auf dich. Mail mir die Daten, dann bin ich einen Tag eher da - und danke, daß ich bei dir sein darf. Bis Morgen dann, ja ? Gute Nacht." Dann schaltete Will den Videochat aus und fuhr auch seinen Laptop herab, seufzte leise und legte den Glasdildo auf die Seite, um nachdenklicher werdend an damals zu denken.

 

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Am Abend kam Rodney heim und hob eine Braue, als auf der Terrasse von seinem Haus recht viele Federn lagen und grinste sacht ... denn sein Kater hatte wohl wieder einen Vogel gefangen, den er auch verdrückte. So kannte er seinen Kater, und er schlüpfte aus seinen Stiefeln und öffnete die Tür seines Holzhauses. Dabei blieb Rod leise und lächelte, als er mitten auf dem einen Sessel seinen Kater schlafen sah. Doch dann zuckte ein Ohr und der Kopf hob sich. „Hey, Goblin, mein Schatz.“ Kaum ausgesprochen, sprang der große Kater herab und maunzte auf Rodney zu, um ihm um die Beine zu schleichen und laut zu schnurren, denn der Kater war sehr gesprächig. Auch wenn sein Kater schon einen Vogel gefuttert hatte, hob er ihn hoch und ging mit ihm in die Küche, um seine kleine Dose mit Frischfutter zu öffnen. „Du hast sicher noch Kohldampf.“ Bei den Worten setzte er ihn wieder auf den Boden, machte die Futterschale rasch zurecht und stellte sie zu ihm herab. Erst danach ging Rod hoch, um sich wie jeden Abend nach der Arbeit zu duschen und legte auch schon sein T-Shirt und seine Jogginghose hin, die er danach anziehen würde. Seine Routine dauerte gut eine halbe Stunde, dann war er fertig und auch wieder unten, und machte sein Abendessen. Er mischte rasch einen Salat zusammen und schnitt ein gebratenes Steak, das noch von gestern Abend übrig war in kleine Stücke, und packte sie in den Salat. So schmeckte es ihm ganz gut und Rod ging mit der Salatschüssel ins Wohnzimmer, und setzte sich auf das Sofa, um dort zu essen ... denn er hatte schon auf seinem Handy eine Nachricht bekommen, daß seine Freunde etwas mit ihm bequatschen wollten. Also schaltete er seinen Fernseher an, der auch mit seinem Computer verbunden war, und schaltete den Kamerachat ein. Scheinbar war er schon erwartet worden, denn zwei seiner Freunde waren zu sehen, da er einen Gruppenkamerachat nutzte. „Hey, ihr zwei - ich sehe, ihr quatscht schon und jetzt gleich raus damit, was ihr mir auf dem Handy nicht sagen wolltet.“ Erst nach den Worten piekte er mit der Gabel in seinen Salat und auch in ein Stück Steak, und schob es sich genießend in den Mund.

"Hey, Rod mein Großer - wie gehts dir denn ? Und ja, wir quatschen schon, denn es gibt Neuigkeiten." Izzy grinste breit, als er Rodney musterte ... denn dieser war wie immer trotz der Jogginghose eine Augenweide und er blickte auf seine eigenen, eher dünneren Arme und zuckte mit den Schultern. Richard hingegen schmunzelte nur und schüttelte gutmütig den Kopf, denn Izzy war noch immer der jugendliche Querkopf, auch wenn er nun als Hacker bei einer Softwarefirma angestellt war, und deren Sicherheitslücken herausfand und richtete. "Einen schönen Abend, Rod ... ich bin froh, daß du es so schnell einrichten konntest. Izzy hat recht, es gibt wirklich etwas Neues: Wir haben alle eine Einladung bekommen, ich halte sie dir mal in die Kamera." Der blonde Buchhändler lächelte noch etwas tiefer und hielt die kitschige Einladung so, daß Rod sie lesen konnte, ehe er sie wieder herabnahm. "Ich habe schon mit Izzy geredet ... wir wollen hingehen und ihnen zeigen, daß auch Nerds es zu etwas bringen können. Kommst du auch ? Bitte ?"

Bei beiden sah Rodney die bittenden Blicke und er hatte rasch gelesen, was auf der Einladung stand. „Eigentlich würde ich nein sagen ... aber wenn ihr zwei hingehen wollt, dann kann ich ja schlecht nein sagen. Wir haben uns direkt ja ewig nicht gesehen.“ Gerade deswegen kam es für Rod in Frage und er sah gleich, daß Izzy und Richard sich freuten. Er selbst hatte sich in den Jahren ziemlich verändert und war eigentlich gespannt, ob man ihn auch wiedererkannte.

Izzy freute sich natürlich sofort lautstark und hüpfte lachend in seinem Zimmer herum, doch auch Richard lächelte und strich sich verlegen die blonden Ponys nach hinten, ehe er seine schicke, rahmenlose Brille hochschob. "Das stimmt - alleine schon deshalb lohnt es sich, damit wir wieder alle zusammensitzen und uns unterhalten können. Und mach dir keine Sorgen, mein Großer: Selbst wenn dich Jemand wiedererkennt, sie werden sich nicht trauen, etwas zu sagen. Die einzige Sorge bereiten mir die unverheirateten Frauen ... sie werden dich belagern, Rod. Auch wenn du schon damals gesagt hast, daß du nur Männer magst: Ohne einen Ring am Finger bist du Freiwild, so wie auch wir." Dann lachte er leise ... denn es war immer wieder ein gutgemeinter Scherz zwischen ihnen, daß sie die Einzigen waren, die wirklich etwas aus ihrem Leben gemacht hatten.

Rod wollte gerade noch einen Bissen nehmen ... aber das ließ er lieber, denn er hätte sich wohl am Essen verschluckt. „Also da will ich gar nicht dran denken. Wenn die mich anflirten, werde ich die ganz sicher abwimmeln.“ Gerade wenn es die Mädels waren, die ihn und die anderen Schlauköpfe früher gemobbt hatten ... zusammen mit ein paar der Kerle, die sich da einfach nicht zurückhalten konnten. Daß er sich gemausert hatte, war ihm klar ... denn er wurde von Hauskäuferfrauen oft genug angeflirtet, wenn die Männer gerade woanders waren. Er arbeitete nicht nur mit der Technik, er arbeitete nun fest daran, Holzhäuser zu bauen. Dort, wo er lebte, wurden sie vorgearbeitet, danach abgebaut und am Ort, wo es hinkam, wieder aufgebaut ... und er mochte es, und hatte selber so ein Haus für sich gebaut.

Als Richard das leicht angewiderte Gesicht seines Freundes sah, als dieser an die Mädchen ihrer Highschoolzeit dachte, schmunzelte er leise ... doch dann nickte er und nachdem Rodney etwas nachgedacht hatte, sprach er weiter, da auch Izzy sich wieder hinsetzte. "Dann ist das geklärt - ich reserviere dir schon ein Hotelzimmer, die Daten gebe ich dir durch. Das Treffen ist in zwei Wochen, am Samstag ... damit auch so viele wie möglich kommen können. Ich denke mal, von uns allen wirst du die längste Reise haben - schließlich wohnst du ja direkt an der Grenze zu Alaska. Achja, noch etwas: Du brauchst dir nichts Besonderes kaufen, ja ? Zieh einfach eine Jeans, eines deiner schönen Baumwollhemden und deine gute Lederjacke an, das ist das Beste. Darin siehst du gut aus und fühlst dich wohl - mehr braucht es  nicht." Und das war nicht nur so dahergesagt - denn Rodney war kein Anzugtyp und Richi konnte sich denken, daß dieser sich nun deshalb Gedanken machte.

„Also einen Anzug ziehe ich ganz sicher nicht an, da habt ihr recht. Und klar, daß du auch keinen trägst, Izzy - selbst bei der Arbeit mußt du keinen tragen, und darfst so bleiben wie du bist, was ich super finde. Und dir steht ein einfacher Anzug ganz bestimmt, Richi. Und einfach sollte er wirklich bleiben - ich denke, wir werden ein paar in seltsamen Dingern sehen, und ein paar der Weiber so aufgemotzt wie damals. Wenn ich richtig gelesen habe, dann hat Trish das angeleiert - ich denke, sie wird wie damals schon auffallen.“ Allein bei dem Gedanken verdrehten sich seine Augen und er nahm nun doch einen Bissen, denn sein Magen knurrte etwas. Sein Kater legte sich derweil auch neben ihn und schnurrte genießend vor sich hin, verlangte aber nichts von dem, was sein Herrchen gerade futterte.

Alleine schon der Gedanke ließ Izzy fast vor Lachen vom Stuhl kippen, und auch Richi lachte leise und schüttelte den Kopf. "Ja, ich weiß - ihre fast schon fanatische Vorliebe für rosa Kleidung und Handtaschen. Aber so ist sie nunmal, auch wenn sie inzwischen Geschmack hat - ich habe ihre letzten Fotos in den Blogs gesehen und muß zugeben, daß sie sich verbessert hat. Aber genug davon, wie geht es dir ? Du siehst fertig, aber glücklich aus ... wieder ein Haus zur vollen Zufriedenheit abgeliefert und aufgebaut ?"

„Das Vorgebaute wurde heute aufgeladen, jetzt ist Platz für das Nächste. Und ich werde nicht mit zum Aufbauen kommen - es ist in Österreich, und da ist diesmal einer der Anderen dran.“ Für sie war so das Wichtigste besprochen, und sie unterhielten sich gern über das Leben, das sie jetzt hatten, und natürlich über die neueste Technik bei Computern und die Software, die sie sich ausdachten ... genau wie über Apps, die sie nebenher entwickelten. Währenddessen aß Rodney sein Essen ... und in zwei Wochen würden sie sich dann endlich live erleben. Darüber freute sich Rod schon und er war rechtzeitig informiert, um sich an den Tagen freizunehmen und dafür zu sorgen, daß einer seiner Kumpels von hier einmal am Tag herkam, um seinem Schmuser etwas Futter hinzustellen.

 

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