freude3

“Öffne deine Schwingen,

 kleiner Schwan”

Teil 1

Etwas nervös wirkend, stand Percy vor der Tür. Seine Freunde hatten ihm ein Geschenk gekauft und das sollte er hier wohl abholen. Besagte Freunde standen dicht hinter ihm und sorgten dafür, daß der Blonde nicht das Weite suchte, bevor der Kontaktmann die Tür geöffnet hatte. Rolf klopfte an die Tür und mit der Anderen hatte er Percy am Hemd festgehalten. "Wird dir sicher gefallen, Percy... Wir haben ein super Geschenk für dich." ermutigte er den Kleineren und grinste. Dieses Grinsen jedoch war für Percy gerade das, was ihn am Meisten beunruhigte an der ganzen Sache. Seine ‚Freunde' schleiften ihn dauernd wohin, wo er gar nicht hinwollte. Jetzt hatten sie ein Geschenk zu seinem 18. Geburtstag und er betete nur, daß er nicht ne Nacht mit einem Callboy bekommen würde. Nervös schob er sie schwere Brille mit den dicken Rändern zurück auf seine Nase, sie rutschte ständig, doch er mochte das Ding seltsamerweise recht gern. Er mochte es, weil er sich dahinter verstecken konnte.

Fast sofort öffnete sich die Türe und ein hübscher, schlanker Mann lächelte die Besucher an - trat zurück und als er sich mit einem "Kommt ruhig rein, Jungs ..." umdrehte, wehten die knielangen, goldblonden Haare weich hinter ihm her. Er setzte sich auf einen der mehr als nur bequem wirkenden, schwarzbezogenen Sessel und sobald die jungen Männer eingetreten waren, schloß sich hinter ihnen die Türe wieder, während ihr Gastgeber sie mit einem leisen "Setzt euch und keine Angst ..." zu den übrigen Sesseln winkte.

Percy wurde von den drei Anderen reingeschoben und auf das Sofa gedrückt, dann wurde er sozusagen von zwei seiner Freunde eingeklemmt, als würden sie befürchten, daß er die Flucht ergreifen würde. Er plante auch schon eine und in seinem Hirn ratterte es ziemlich. Rolf lächelte breit. "Ich hoffe, wir sind pünktlich, Percy herzubekommen war gar nicht so leicht... Nicht wahr, Jungs." Die zwei Anderen nickten synchron und grinsten ebenso, während Percy immer kleiner wurde.

Leise schmunzelnd, schüttelte der Blonde unmerklich den Kopf - dann neigte er sich vor und hielt Percy die Hand hin, lächelte wieder und sprach leise zu ihm. "Ich grüße dich, Percy. Mein Name ist Alayn und du brauchst dir keine Sorgen zu machen. Deine Freunde haben dir den Rest des heutigen Tages und die Nacht gekauft und ich verspreche dir, daß du es nicht bereuen wirst."

Percy starrte den Blonden an, nahm fast abwesend dessen Hand und ließ sich auch nur zögernd wieder los. "Hi..." Mehr brachte er nicht mehr raus, als das mit der gekauften Nacht kam. Sie hatten es also wirklich getan ! Sie hatten ihm einen Callboy gekauft. Gut, dieser hier war sehr hübsch, die Stimme war ein Traum und auch sonst, aber er war noch nicht soweit. "Ich...ich bin noch nicht soweit für so etwas." gab er leise von sich und wollte aufstehen, was seine ach so tollen Freunde verhinderten. "Ruhig Blut, Percy, das ist kein Callboy."

Mit einem leisen Lachen betrachtete Alayn die offensichtliche Angst des jungen Mannes und schenkte ihm und auch sich etwas Wein in die schlichten, schönen Kristallgläser - reichte ihm eines und lehnte sich zurück, ehe er ihm leise antwortete. "Das ist wahr, Percy ... auch wenn ich gerne die Felle mit anderen Männern teile, so bin ich kein Callboy. Ich bin ein Mittler zwischen einem sehr, sehr guten Freund von mir und potentiellen Kunden. Ich gebe zu, Faons Haus hat Zimmer und darin sind ... sagen wir Angestellte. Doch die Dienste, die man sich in diesen Zimmern erkaufen kann, haben nicht immer etwas mit Sex zu tun, sondern mit den Wünschen und Bedürfnissen der Kunden. Als mir Rolf berichtete, wie schüchtern du seist, habe ich ein wenig nachgedacht - ich denke, du wirst wirklich zufrieden sein mit meiner Wahl. Und um dir noch die letzten Sorgen zu nehmen - du wirst zu nichts gezwungen werden, du kannst tun, was dir gefällt."

Percy trank einen Schluck. Der Wein schmeckte und er trank einen weiteren von dem süß-fruchtigen Getränk. Nebenher hörte er zu. Der Wein beruhigte ihn und er spürte den Alkohol, weil ihm ein wenig warm im Bauch wurde. "Also kann ich gehen, wenn ich nicht mehr mag ?" hakte er leise nach. "Sicher kannst du Percy...Aber wir haben es dir geschenkt, wäre schön, wenn du die Zeit nutzen würdest." bat Rolf leise und drückte ihm die Schulter. "Die machen da, was du willst und zwingen dich zu nichts." fügte er leise hinzu und brachte Percy dazu, daß er sich geschlagen gab und nickte. "Okay, dann gehe ich mit." Rolf lächelte freudig. "Wir holen dich auch wieder ab."

Alayn hatte der leisen Unterhaltung mit einem Lächeln zugehört und nickte unmerklich auf die Zusage - dann stellte er das Glas auf den Tisch zurück und bat die Freunde Percys, zu gehen und Morgen um zehn Uhr vormittags wiederzukommen, nickte, als diese gingen und mit einem gedanklichen Befehl verschloß er die Türe hinter ihnen. Erst jetzt wandte er sich wieder seinem Gast zu und stand auf - kam zu ihm und hielt ihm seine Hand hin, lächelte einladend und wisperte leise zu ihm. "Komm, Percy ... hab keine Angst. Es mag vielleicht ein wenig futuristisch sein, aber ich verbürge mich dafür, daß dir nichts geschieht. Auch vor dem Hausherrn brauchst du keine Angst haben - er ist zwar ... nun ja, sagen wir mal, er kann so gefährlich werden, wie er aussieht, aber nicht zu Kunden und wenn man freundlich ist, so ist er es auch. Und ich bin bei dir, ich werde dich zu dem Zimmer bringen, das du bekommen wirst."

Der junge Mann schluckte trocken und stellte den Weinkelch beiseite, bevor er zögernd die Hand Alayns ergriff und aufstand. Er war ein wenig blass um die Nase und schob sich die Brille wieder hoch. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals und man merkte doch sehr, daß er ziemlich aufgeregt war. "Ich vertraue ihnen." Das war das Zeichen, daß es losgehen konnte.

"Das kannst du auch, mein Hübscher." Mit den Worten ließ Alayn einen Riß um sie Beide gleiten und lächelte, als er den jungen Blitzdrachen in seinem Thron vor dem blauen Feuer sitzen sah - grüßte ihn mit einem leichten Neigen seines Kopfes und auch Faon begrüßte ihn so, ehe Alayn weiterging und den jungen Mann an seiner Seite einfach mit sich den Gang entlang führte. "Wie ich dir sagte ... er sieht furchterregend aus, kann es in den Schlachten auch sein, aber Kunden haben nichts zu befürchten, außer, sie wollen seine ... Angestellten .... verletzen. Aber du brauchst dir keine Sorgen zu machen, Percy." Als er verstummte, bogen sie in einen langen, durch die blauen Leuchtkristalle angenehm hell erleuchteten Gang ein, in dem immer wieder große, runde Türen zu sehen waren und aus einer von ihnen trat gerade ein sehr schlanker, hübscher, junger Mann und grüßte Alayn mit einem leisen "Hoher Herr.....", aus dem Respekt und Bewunderung sprachen. Er lachte leise, als ihm der junge Lord einen sanften Kuß auf die Wange hauchte und ein ebenso leises "Kümmer dich ein wenig um Faon, ja ?" wisperte, ehe er nickte und noch ein "Danke, Hoher Herr ..." nachsetzte und mit nichts weiter als dem feinen, fast durchscheinenden Rock bekleidet in die Richtung ging, in welcher der junge Blitzdrache saß. "Das war einer der Angestellten hier, Nira ... er stammt aus deiner Welt und arbeitet gerne hier, sein Zimmer ist 'Das Zimmer der Unschuld'. Dir habe ich 'das Zimmer der Freude' reserviert - ich hoffe, daß es dir gefällt, dort vorne ist es schon."

Percy klammerte sich etwas ängstlich an die Hand Alayns, er hatte auch einen roten Schatten auf den Wangen, gerade wegen Nira und dem Rock. Ein wenig hatte er fast sehen können und nickte nur wieder mit einem leisen. "Okay...", sein Blick lag nun auf der Zimmertür und je näher sie kamen um so fester wurde sein Griff.

Beruhigend schlossen sich die Finger des jungen Lords um die seines Kunden und er lächelte ihm zu - hielt dann vor der schlichten Türe, seufzte aber, als plötzlich laute Musik zu spielen begann. Passenderweise war es genau eines der Lieder Alayns und er strich sich kurz über das Gesicht - seufzte erneut und murmelte ein leises "Sorry....", ehe er mit dem goldenen Ring an seiner Rechten gut hörbar an die Türe klopfte. Doch es dauerte noch einige Minuten, nämlich genau, bis das Lied zu Ende war, ehe ein kurzes "Komm rein, is offen !!" zu hören war - gefolgt von einem kurzen Summen und einem hörbaren Rumräumen. Alayn schmunzelte und öffnete die Türe, lehnte sich gegen den Türrahmen und wisperte nur ein leises "Nana, ich dachte, ich hätte dir Höflichkeit beigebracht ?", das den jungen Blonden sichtbar zusammenzucken und sich sofort umdrehen ließ. "Hoher Herr ?? Jetzt schon ? Shit, ich hab die Zeit vergessen, dachte, das wäre Nire. Sorry........" Er kratzte sich entschuldigend im Nacken und stellte das Skateboard, das er noch in der Hand gehabt hatte, verlegen beiseite.

Percy war gerade dabei, das mit dem Drachen zu verdauen, als er das Lied hörte, die Stimme von Alayn erkannte und nun stand auch noch Bryan da, den er wiedererkannte. "Was, du ?!...Ich dachte, du wärst in eine andere Stadt gezogen." Er starrte Bryan an wie ein Auto mit Fernlicht. Alles so wirklich zu begreifen schaffte er nicht, es war zuviel auf einmal.

"Percy ??" Völlig verdutzt nahm der junge Blonde den Arm wieder runter - doch dann kam er einfach zur Türe, nahm Percy hoch und wirbelte ihn rum, ehe er ihn wieder auf den Boden setzte und von oben bis unten musterte. Alayn hingegen schmunzelte und nickte - schloß leise die Türe und ging nach vorne zu dem jungen Blitzdrachen, um mit ihm ein wenig zu plaudern und etwas Chotel zu trinken. "Mann, bist du gewachsen, Percy ... Shit, vergeht die Zeit ! Komm erstmal und setz dich, bist ja ganz durch den Wind, Hm ?" Bryan ließ den Worten sofort Taten folgen und setzte den ein Jahr Jüngeren auf das schlichte Bett - sich daneben und grinste breit, denn sie kannten sich noch von früher her aus der Schule.

Der kleinere Blonde rückte seine Brille wieder zurecht und strich sich das zerzauste Haar nach hinten. "Durch den Wind ?.. Durch den Orkan geweht bin ich... Was machst du hier ?"

"Ich ..." Nun ein wenig verlegen werdend, kratzte der junge Skater sich wieder im Nacken - zuckte dann mit den Schultern und stubste das Skateboard an, daß es an seinen Platz in der Ecke rollte, ehe er noch immer verlegen antwortete. "Nun ja, kennst mich ja - ich hatte immer irgendwo Zoff mit Anderen. Beim letzten Skate-Cup hab ich mich hinterher mit den Verlierern von Platz 2 angelegt und die sind mehr als nur sauer geworden - haben mich in eine Seitengasse gezogen und wollten mir eine Lektion erteilen. Du kennst mich noch von früher, ich lasse mir das nich wehrlos gefallen und dann haben sie Messer gezogen. Eigentlich wär ich da in der Gasse gestorben, wenn der Hohe Herr Faon mich nicht gefunden hätte. Hat mich hergebracht und geheilt - schon irre, was so Drachen alles können. Hab mich hier ein wenig umgesehen und hat mir gefallen. Ich hab, was ich möchte und brauche - kann endlich meine Familie unterstützen und so. Außerdem isses schön hier, ich hab neue Freunde gefunden und die Gäste sind allesamt bisher angenehm gewesen. Ich hab allen daheim gesagt, ich zieh weg inne andere Stadt ... war besser als die Wahrheit, weißt ? Mensch, hätt nich gedacht, daß ich dich nochmal wiederseh, Percy ... du bist vielleicht gewachsen. Schön, daß du hier bist - ich freu mich schon auf die Zeit mit dir. Ehrlich."

Jetzt wirkte Percy ein klein wenig ruhiger, er kannte Bryan ja recht gut. "Jap, ich kenn dich ja.. Das in der Gasse is trotzdem krass. Und so groß bin ich nicht mehr geworden...siehst ja." murmelte er eher, als daß er sprach. Es war noch immer verwirrend für ihn. "Und was machst du jetzt mit mir ? Rolf und Co. haben mir das hier geschenkt, ich weiß eigentlich gar nicht, was ich hier so soll."

"Hm ... denke, Rolf wird schon nen Grund gehabt haben, daß er und die Anderen dir das schenken ? Nur nicht schüchtern sein, und vor allem keine Angst haben. Ich gehöre ganz dir - und du brauchst nur sagen, was du willst. Aber eins wenn ich vorher ... warte." Bei den letzten Worten kam Bryan ein wenig näher - nahm dem Schlankeren behutsam die dicke Brille ab und lächelte unwillkürlich auf, als er sie zur Seite legte und nun in das hübsche Gesicht des Anderen sah. "Das hab ich schon immer mal machen wollen ... ohne das Ding bist du so viel hübscher, weißt ?"

Percy wurde rot und sah verlegen auf den Fußboden. "Ich brauche sie nun mal und Linsen vertrage ich nicht." log er gekonnt. Er hatte das schon so oft gesagt, daß es fast automatisch von seinen Lippen kam. Er streckte sich gleich und holte sich seine Brille zurück und setzte sie wieder auf. Er kam sich nackt vor ohne das Ding.

Mit einem Schmunzeln beobachtete ihn der junge Blonde - dann schüttelte er den Kopf und strich eine der Ponysträhnen hinter, schob die Brille bis zur Nasenspitze vor und lehnte dann seine Stirn auf die Percys, um ihm tief in die Augen sehen zu können. "Ich glaub, ich kann mir schon denken, warum sie dich hergeschickt haben ... und weißt du was ? Wenn du schon so ein Ding brauchst, dann besorgen wir dir eine, die dich nicht so häßlich macht, eine hübsche Brille, die dich noch hübscher macht. Und wenn wir grad dabei sind, dann erledigen wir noch ein paar andere Sachen, du bist lange genug als Mauerblümchen rumgelaufen, du hast das Recht, daß Andere mal sehen können, wie hübsch du wirklich unter deiner Verkleidung bist. Bitte ....."

Der Kleinere schnappte nach Luft. "Ich versteck mich nicht." rechtfertigte er sich leise und lehnte sich nach hinten, um etwas Abstand zu gewinnen. "Und die Andern versuchen das auch immer und immer wieder, die schleifen mich überall hin und ich mach mich lächerlich."

Einen Moment lang zeigte sich etwas Traurigkeit in den Augen Bryans ... dann seufzte er leise und nickte, schob ihm die Brille wieder hoch und lächelte sanft. "Ich bin nicht wie die Anderen, Percy, das weißt du. Alles, was ich wollte, war, dich mitzunehmen und ein wenig bummeln zu gehen ... sich umzusehen und wenn dir etwas gefällt, es machen zu lassen. Ich möchte dich nicht lächerlich machen - im Gegenteil, ich möchte dir ein wenig helfen, dich aufheitern, dir etwas Selbstbewußtsein geben. Das habe ich schon immer tun wollen, aber damals ... es wäre zu offensichtlich gewesen und ich wußte nicht, ob du .... ob du mich nicht ausgelacht und bei den Anderen verpfiffen - oder mich verachtet hättest. Du bist so hübsch - es ist so schade, daß du es verbirgst, Percy."

"Soll das heißen, daß du auch Schwul bist ?" fragte Percy leise. "Ich bin es und die Anderen wissen es auch und haben mich nicht ausgelacht. ...Okay, einzig Sorgen haben sie sich gemacht, weil ich noch keinen Freund hab, aber egal."

Erneut breit grinsend, nickte Bryan auf die erste Frage - bei den weiteren Worten seufzte er aber leise und stemmt die Hände ein wenig in die Seiten, blickte ernst in die Augen des Anderen, ruinierte die Wirkung aber völlig durch sein noch immer vorhandenes, leichtes Grinsen. "Und zu Recht, Kleiner - sowas wie du sollte mindestens zehn Kerls an jeder Hand hinterherhecheln haben, du verdienst nicht weniger als das ! Wo kämen wir denn da hin .... also wirklich."

Unwillkürlich fing Percy an zu lachen bei dem Anblick und kippte nach hinten. Erst nach einigen Momenten beruhigte er sich schwerlich wieder. "Du hast dich nicht verändert... Du schaffst es noch immer, mich zum Lachen zu bringen." Er schnaufte nun leise und setzte sich wieder auf. "Okay, ich komme mit."

"Super !!! Glaub mir, du bereust es nicht, wirklich !!" Bryan strahlte nun über das ganze Gesicht und seine Augen blitzten regelrecht - ohne weiter zu zögern, sprang er auf und zu seinem Schrank, wühlte ein wenig rum und zog schließlich eine Jeans raus, die noch keine Löcher aufwies und dazu ein frisches Tanktop, frische Socken und auch einen frischen Slip. Dann warf er die Kleidung auf das Bett und zog sich in Windeseile an - schnappte den Geldbeutel und zögerte einen Moment, schloß kurz die Augen und konzentrierte sich. Erst danach öffnete er die Augen wieder und grinste, als neben ihm auf dem Schreibtisch ein kleiner Riß entstand und einige Geldscheine rausfielen - schnell steckte er sie in den Geldbeutel und diesen in seine Hosentasche, legte ein breites, schwarzes Lederhalsband mit einer blauen Kralle daran um den Hals und hielt Percy die Hand hin, um ihm vom Bett aufzuhelfen. "Komm, wir verschwinden - zurück nach Surar, bummeln gehen. Hab dem Hohen Herrn schon Bescheid gesagt, er bringt uns hin."

Die Hand nahm Percy gern an und so ließ er sich aufhelfen. "Ich hab ihn kurz gesehen... Er ist.. ähm, was nochmal ? Ein Drache ?...Ich hab gerade so viel erlebt, daß sich gar nicht weiß, wo mir der Kopf steht." Ihm schwirrte wirklich langsam der Kopf, es war alles so viel auf einmal.

"Jup, ein Drache - ein Blitzdrache, um genau zu sein, er kann Blitze formen und auch blaues Feuer. Unsterblich und nen supie Heiler. Normalerweise rennt er in seiner Menschform rum, da ist er über drei Meter groß und schwarzhäutig ... er kann sich aber auch als normaler Mensch formen, dann isser nur noch zwei Meter groß und hat helle Haut. Als Drache ist er irre beeindruckend, das ist ein Erlebnis, kann ich dir sagen ... aber so als Menschform isser mir am Liebsten, weißt ? Nicht ganz so dermaßen groß ... und du brauchst keine Angst vor ihm zu haben, er tut dir nichts. Vielleicht bringt uns auch der Hohe Herr Alayn hin - er kanns auch und hilft gerne. Hast du das Lied vorhin gehört ?? Das war er, Mann, ich sags dir, der kann singen, das is der Wahn, da können sich die Popgruppen in unserer Welt noch ne Scheibe abschneiden. Irre !" Bryan hatte sich wie immer ins Reden verirrt, während er den Arm sanft um die Schultern des Schlankeren legte und mit ihm aus seinem Zimmer ging - die Türe fiel hinter ihnen ins Schloß, doch er sperrte nicht zu, sondern ging wie selbstverständlich mit Percy den langen Gang entlang, hin und wieder an einen der Kristalle tippend, so daß sie leicht klangen.

"Äh...Aha...Aso." Mehr bekam Percy nicht zwischen den Redeschwall des Größeren heraus und so schwieg er, bis sie in die große Halle kamen. Vor dem Kamin bot sich ihm ein toller Anblick. Faon und Alayn saßen in Sesseln und tranken Wein oder was auch immer das war. Dieser Nira saß auf Faons Schoß und ließ sich kraulen, er wirkte wie eine Katze. Nur, daß nicht er schnurrte, sondern der große Mann... oder eben Drache. Keiner hier schien Angst zu haben, bis auf er selber, er klammerte schon wieder ein wenig an Bryan.

Der junge Suraner hatte den Kopf tief und sichtbar respektvoll vor dem Lord und dem Drachen gesenkt und sah erst wieder auf, als er den festen Griff Percys fühlen konnte - mit einem leisen "Keine Sorge ..." legte er den Arm nun um dessen Taille, ehe er wieder zu Faon sah und leise fragte. "Hoher Herr ? Dürfen wir ?" Der Drache lehnte sich nur an und schloß die Augen halb, als Nira nun damit begann, die harten Brustmuskeln zu küssen - Alayn hingegen nahm noch einen Schluck des Chotels und stellte den Kelch aus blauglitzerndem Kristall zurück auf den Tisch, ehe er sich umwandte und den jungen Sklaven samt seinem Gast anblickte. "Aber natürlich dürft ihr, Bryan - ich bringe euch nach Surar, wenn ihr dort wieder fertig seit, sag mir einfach Bescheid, du hast ja das Halsband um. Das Geld dürfte reichen, Hm ? Und sag Clive einen schönen Gruß von mir, ich werde ihn bald besuchen kommen." Bryan nickte und konnte nicht verhindern, daß er schon wieder grinste - er wußte genau, daß Alayn nicht den Haarschnitt meinte, doch er sagte nichts und neigte nur wieder respektvoll mit einem "Geht klar, Hoher Herr ..." den Kopf.

Percy blickte kurz auf den Kelch, das darin war kein Wein, es war schwarz und dickflüssiger. Er lächelte verlegen, als Bryan den Kopf senkte, kam sich etwas dusslig vor. Wie sollte man einen Drachen ansprechen ? Stören wollte er ihn auch nicht, er hatte noch kein Wort gesagt und schien eben beschäftigt. Irgendwie dachte er schon wieder zuviel nach und plötzlich kam ihn in den Sinn, daß er so Einiges für einen Manga verwenden konnte. Sklaven, ein Drache in Menschform. Gäste die kommen konnten, wenn sie bezahlten und die Sklaven, die ihren Herren zu lieben schienen... Mann, das war echt ausbaufähig. So in Gedanken stand er auch etwas merkwürdig kuckend da, er schien doch deutlich verträumt zu sein und hatte ein komisches Lächeln auf den Lippen.

Der junge Skateboarder bemerkte dies sehr wohl und auch Alayn sah, daß ihr Kunde an etwas sehr Schönes denken mußte - schmunzelte leise und ließ einen Riß um sie gleiten, so daß sie in einer Seitenstraße mitten in New York auf Surar auftauchten. Dann nahm er den Kelch wieder auf, um einen weiteren Schluck des Chotelsblutes zu genießen und das vorige Gespräch mit dem jungen Drachen wieder aufzunehmen. Bryan hingegen streckte sich und atmete tief ein - juchzte auf und ging ein paar Schritte von seinem Freund weg, sprang hoch und landete auf den Händen, schlug danach ein Rad und lachte übermütig auf, als er wieder aufkam. "Verdammt - so schön wies in den Höhlen des Hohen Herrn ist, ich bin GERN wieder im Big Apple, verdammt, das tut soooo gut, wieder den Smog und die Straßen zu riechen und das Geschimpfe der Leute zu hören ...."

Etwas überrascht war Percy schon, daß sie schon wieder auf Surar waren, er war ja auch ziemlich in Gedanken vertieft. Jetzt lachte er auf und beobachtete Bryan bei seinem kleinen Freudenanfall. "Wie lang warst denn nimmer hier ?...Muss ja schon etwas länger her sein."

"Öh... vier Monate, ich hab zwar nen Fernseher und Radio, aber herkommen und selber bummeln ist halt nicht so oft drin. Ich krieg ja alles, was ich brauch, der Hohe Herr ist nicht zimperlich, wenn man ein guter Sklave ist und ich machs gerne, weißt ? Hmmm.. wohin zuerst ? Vielleicht was Neues zum Anziehen, hast du Lust, daß wir Zwei wie ein kleines, verliebtes Pärchen einfach mal bummeln und schaufenstergucken gehen ?" Bei den Worten war Bryan wieder näher gekommen und blieb überraschend sanft lächelnd vor seinem alten Freund stehen, sah ihn an und reichte ihm galant seinen Ellbogen.

Verwirrt sah Percy auf den Arm, er nahm ihn dann aber an und hakte sich ein. "Sklave ?... Ich hab's schon ein paar Mal gehört, aber jetzt is die Bedeutung erst richtig angekommen. ...Daher das Halsband ?" fragte er leise. "Es scheint dir aber zu gefallen.. und der Andere.. ähm Nira ?... Er schien auch alles freiwillig zu machen." Für ihn war es nicht wirklich vorstellbar. Sklaverei war immer etwas Grausames, er konnte es sich nicht vorstellen.

Sie waren schon aus der Gasse auf die Straße getreten und der junge Skateboarder schmunzelte leise ... streichelte, ohne es zu merken, mit der anderen Hand über die, welche Percy in seine gehakt hatte und antwortete ihm leise. "Ehrlich ? Ja, es gefällt mir. Irre gut sogar. Es stimmt, ich bin der Sklave des Hohen Herrn, aber weißt du was ? Bei dem Konzern, wo ich vorher Industriekaufmann lernte, weißt noch, gegenüber vom Central-Park, die haben mich mehr als er versklavt. Er hat mir das Leben gerettet und bietet mir einen Job, der soviel Geld bringt, daß meine Großeltern und meine Schwester endlich keine Sorgen mehr haben müssen ... ich habe alles, was ich brauche, komme supie mit den anderen Sklaven aus, sogar mit den großen Kriegern, und brauche nicht mehr dafür tun, als die Wünsche meiner Kunden zu erfüllen. Und wenn ich mal bei einem absolut nicht mag, dann kann ich dem Hohen Herrn Bescheid geben und er gibt ihm einen anderen Sklaven. Ist aber bisher noch nicht vorgekommen, der Hohe Herr ist zwar noch jung, aber er achtet darauf, wen er als Kunden nimmt. Bei Nira isses ähnlich wie bei mir - der Kleine is ziemlich schlecht behandelt worden, weil er ein Bastard is. Mußte schuften wie sonstwas daheim und bekam nur Prügel dafür, schlimm ... als er mal von seinem Tankstellenjob heimlief, hamse ihn überfallen und abgestochen oder so, jedenfalls wäre er gestorben, wenn Faon ihn nich gefunden hätt. Nira ist ... wie sag ich das jetzt am Besten. Er is wie sein Zimmer, er ist völlig unschuldig, fast naiv. Aber ein ganz Lieber. Und ein wenig isser in den Hohen Herrn verliebt, auch wenn er weiß, daß ihn der nicht als Gespiele nehmen würde. So nutzt er halt, was er bekommen kann, weißt ?" Unvermutet blieb Bryan vor einem der Schaufenster stehen und grinste breit bis über beide Ohren - kam ganz nahe an das Ohr des Anderen und wisperte noch ein "Sieht doch klasse aus, oder ? Und würd dir bestimmt stehen ...." daran.

Das Erzählte speicherte der Kleinere ab irgendwie. Mann, ein Manga nach so was schreiben, das wäre was. Er blinzelte nun aber die Sachen an, die im Schaufenster ausgestellt waren. Sie waren schlicht und doch würden sie seine Figur betonen. Sie waren richtig gewagt im Gegensatz zu seiner jetzigen Kleidung. "Ich weiß nicht... Da sieht man ja alles an mir." murmelte er leise.

"Eben nicht, Percy - die Kleidung is ja noch drüber. Und ganz ehrlich ? Du hast nichts, das du verstecken müßtest. Das Zeug da ist schön schlicht, daß du nich zu sehr auffällst ... weißt, um ehrlich zu sein - mit diesem Schlabberzeug und der Brille fällst du mehr auf, als wenn du normal gekleidet wärst." Leise, betont sanft gesprochene Worte - der Skateboarder wußte, wie schüchtern Percy noch immer war, und so wählte er die Worte mit Bedacht, um ihn nicht zu verschrecken, sondern neugierig zu machen.

"Meinst du echt ?" Percy rümpfte leicht die Nase und besah sich noch mal die Klamotten. "Probieren tut ja nicht weh, oder ?" Nun blickte er zu Bryan auf und lächelte kurz.

Ein kurzes "Ach was, und wenn, beiß einfach zurück ..." wispernd, grinste der Blonde breit - trat dann in das Geschäft und rief einen der Angestellten, zeigte kurz auf den ein wenig Kleineren an seinem Arm und verlangte die Klamotten vom Schaufenster in einer passenden Größe für ihn, die auch sofort geholt wurden.

Dem Kleineren war die Sache peinlich und als der Angestellte zurückkam, schnappte er sich mit einem "Danke." die Sachen und huschte in die große Umkleide. Er zog sich rasch aus und zwängte sich in die enge, leicht verwaschene Jeans. Sie passte perfekt, selbst an der Hüfte war sie super, kniff nicht oder schlabberte. Als Nächstes zog er sich das enge, ärmellose Hemd an, das hellblaue Tribal-Muster auf der Brust passte ziemlich gut zu dem dunklen Blau des Stoffes und sicher auch zu seinen blonden Haaren. Er besah sich im Spiegel, der in der Umkleide war und seufzte, als er sich über den flachen Bauch strich, dann fasste er Mut und kam vorsichtig aus der Umkleide geschlichen. "Also ich weiß nicht..."

Bryan hatte an der Seitenwand gelehnt gewartet und erstarrte nun - pfiff leicht durch die Zähne und man sah ihm förmlich an, wie überrascht er war. "Wahnsinn - Kleiner, du bist Wahnsinn und weißt es nicht mal. Hier, zieh mal die Jacke drüber - dann denk ich wirds dir besser gefallen, probiers mal. Mit ner neuen Brille und nem anderen Haarschnitt wirds auch besser aussehen, glaubs mir."

"Ich weiß nicht..." wiederholte Percy leise und zog die Jacke an. Jetzt fühlte er sich auf jeden Fall schon weniger nackt als zuvor. Nach kurzem Zögern schob er sich die Brille mal rauf in die Haare und besah sich eingehend im Spiegel. Er stand auch dichter davor, damit er sich auch besser sehen konnte. "Ich weiß nicht..." wiederholte er wieder und schon war die Brille wieder auf seiner Nase. "Geht noch, oder ?"

Ein leises "Du glaubst gar nicht, wie sehr ...." in den Nacken Percys wispernd, hatte Bryan zu tun, sich zurückzuhalten ... beruhigte sich nur mühsam wieder und atmete tief durch, ging dann nach vorne zu der Kassierin und bezahlte, ehe er wieder zu dem Anderen kam und leise zu ihm sprach. "Behalts gleich an, ist alles bezahlt ... es steht dir um Einiges besser und ich bin froh, daß du dich hast überreden lassen. Komm, ich trag deine alten Klamotten und dann gehen wir zu einem Optiker, ich weiß auch schon welchen." Bei den letzten Worten grinste er wieder - schnappte die Tüte mit den alten Klamotten, welche die Verkäuferin inzwischen gepackt hatte und hielt seinem Freund wieder den Ellbogen zum Einhaken hin.

Wieder hakte sich der Kleinere ein. Er wurde doch langsam locker und da es Bryan so gut gefiel, würde er wahrscheinlich auch die neue Brille ausprobieren. "Das macht dir Spaß mit mir, was ?"

Leise lachend, hielt ihm der junge Skateboarder die Türe auf und trat dann mit ihm auf die Straße - zog ihn ein wenig näher zu sich und küßte ihn sanft auf die Wange, lachte dann und schulterte die Tragetüte. "Mehr, als du glaubst, Percy ... du bist nicht nur ein Gast, du bist auch einer meiner Freunde. Und ich bin gern zusammen mit dir, war ich schon immer, das weißt du doch. Komm, der Optiker ist nicht weit - ich hoffe nur, er erschrickt nicht zu Tode bei dem ollen 70er-Krankenkassenmodell ...." Die letzten Worten waren hörbar gescherzt und er grinste wieder breit - überquerte mit dem Schlankeren die Straße und zeigte nach vorne, wo man schon den kleinen Laden mit den Brillengestellen sehen konnte.

Mit einer hochgezogenen Braue sah Percy dem Schaufenster entgegen. Er kannte den Laden und hatte schon heimlich hin und wieder mal das Schaufenster angesehen. "Die sind da schweineteuer, das geht nicht." protestierte er und blieb stehen.

"Geht schon - mach dir um den Preis keine Sorgen, das zahlt der Hohe Herr. Deine Freunde haben ihm ein Schmuckstück gebracht, das er sehr schätzt - den Hohen Herrn zahlt man immer in Edelsteinen oder Schmuck und er weiß, daß hier in Surar der Schmuck einen anderen Wert hat als in anderen Welten. Deine Kumpels haben was ganz Seltenes aufgabeln können, hat einer geerbt gehabt und eigentlich wegwerfen wollen und der Hohe Herr hat sich gefreut wie sonstwas. Sieh es als Geschenk an, ja ? Bitte ...." Das letzte Wort kombinierte Bryan mit einem Hundeblick und blieb dabei auch stehen - lächelte sanft und drückte ihm bekräftigend die Hand.

Das Argument war schon dabei, ihn zu überzeugen, jedoch tat der Hundeblick den Rest der Überzeugung und so nickte Percy nur wieder und gab sich geschlagen. Er tätschelte Bryan leicht am Kopf und lächelte. "Is okay....Hundi." Dann ging er von allein auf den Laden zu und so musste der Größere ihn nicht reinschleifen. Im Laden war er noch nie gewesen, das hatte er sich nicht getraut. Nun sah er, daß er innen doch deutlich größer war, als außen. Das leise Klingeln, als er eintrat, machte mit.

"Moment, ich bin sofort bei ihnen !" Die leise, melodische Stimme des Inhabers wehte durch den kleinen Laden und den Worten folgend, trat auch keine fünf Herzschläge später ein eher hagerer, kleinerer Mann aus dem Vorhang an der Seite – lächelte wohlwollend und nickte seinen Kunden zu, bat sie, an einem der kleineren Tische Platz zu nehmen und sah noch immer ehrlich lächelnd auf Percy, der ihm gegenüber saß. "Ich grüße sie, meine Herren – ich denke, ich weiß, weshalb sie hier sind. Eine Brille für sie, mein Herr, nicht wahr ? Damit man besser sehen kann, daß sie eigentlich sehr gut aussehen, doch so dezent, daß es nicht zu offensichtlich ist und sie sich ein bißchen dahinter verstecken können. Ich denke, ich habe genau das Passende für sie....." Bryan hatte nur immer zu den Worten des Optikers zu Percy genickt und grinste nun breit – lehnte sich auf seinem Stuhl nach hinten und verschränkte die Arme im Nacken, ließ den Alten machen und wartete ab, denn er kannte den excellenten Geschmack des Optikers mehr als nur gut.

Percy blieb der Mund offen stehen, der Mann war echt gut, konnte der etwa hellsehen ? Nein, das war gar nicht nötig, seine Brille war so hässlich, daß es offensichtlich war. "Ähm...Ja, genau das suche ich." stammelte er verlegen heraus und schob sich seine schwere Brille wieder etwas hoch, wie er es immer tat, wenn er nervös wurde.

Mit einem leisen Schmunzeln stand der alte Optiker auf und trat an einen der Schubladenschränke an der Seite ... nachdem er mehrere der Schubladen geöffnet hatte, nickte er und zog eine heraus, kam wieder zu seinem Kunden zurück und legte sie ihm mit einem Lächeln vor. "Ihr Gesicht ist sehr feingeschnitten, mein Herr - deshalb sollten sie ein Gestell wählen, das sehr schlicht und dezent ist, am besten fast überhaupt nicht sichtbar. Wenn sie möchten, sie dürfen die Gestelle ausprobieren und die Wirkung selbst sehen." Bryan nickte einfach nur auf die Worte und grinste unwillkürlich auf - neigte sich zu dem ein wenig Kleineren und wisperte ein leises "Probier einfach - die sehen bestimmt klasse aus ..." in dessen Ohr, ehe er sich wieder nach hinten lehnte und abwartete.

"Okay." murmelte Percy und nahm dann seine alte Brille ab. Er legte sie auf den Tisch und sie wirkte wie ein Klotz im Gegensatz zu den Anderen. Zuerst strich er sich sein Haar hinter die Ohren und griff dann die Erste. Sie war wirklich leicht und filigran gemacht. Vorsichtig setzte er sie auf und sah in den kleinen Spiegel. Er starte sich an, als wäre dort ein Fremder, die Brille war wirklich wundervoll und passte herrlich zu seinem Gesicht. Es war etwas, das er nie gedacht hätte. Es war eine rahmenlose Brille mit mattem Metallbügeln. "Und ?" fragte er leise und drehte sich zu Bryan.

Atemlos sah ihn dieser an und schluckte leicht - wisperte nur ein leises "Paßt perfekt." zu ihm, ehe er sich an den Optiker wandte und auf die alte Brille Percys deutete. "Bitte messen sie noch seine Augen nach und schleifen ihm gleich die Gläser ein - wir möchten die Brille gerne gleich mitnehmen." Der Optiker nickte nur und schmunzelte, stand auf und reichte seinem Kunden die Hand, um ihm aufzuhelfen. "Bitte kommen sie mit nach hinten - ich messe kurz ihre Gläserstärke nach, damit sie auch die richtigen Gläser bekommen."

Rotwerdend aufgrund der Aufmerksamkeit mit der Hand, nahm Percy sie an und folgte dem Optiker dann nach hinten. Als die Messungen beendet waren, kam er wieder und setzte sich hin. Er war echt nervös schon wieder. "Findest du sie wirklich schön ? Du hast so komisch gekuckt ?" fragte er leise.

"Ich hab deshalb komisch gekuckt, weil du einfach nur wunderhübsch bist, Percy. Ich sags dir, wenn wir beim Friseur waren, dann sieht man das auch endlich mal, Hm ? Und weißt du ... ich ..." Bryan warf einen verstohlenen Blick nach hinten zu dem Vorhang, hinter dem das Schleifen der Gläser zu hören war - dann seufzte er leise und neigte sich näher, hauchte einen sanften Kuß auf die Wange des Kleineren und wisperte ein leises "Sorry, aber vorhin mußte ich mich arg beherrschen, dich nicht auf der Stelle zu küssen." an dessen weiche Haut.

Sogleich schoss dem Blonden wieder das Blut in die Wangen, er musste dran denken, wie der Optiker gekuckt hätte. "Vielleicht später." wisperte er sanft, drehte seinen Kopf leicht und hauchte ein Küsschen zurück.

Bryan antwortete nur ein leises "Gerne." und lächelte - erst dann lehnte er sich wieder zurück und pfiff ein wenig vor sich hin, wartete auf den Optiker und grinste breit, als dieser nach einer Weile mit der Brille wieder aus seiner Werkstatt kam. "Nun müssen wir die Brille noch an sie anpassen, mein Herr - bitte sehen sie einmal hindurch, ob sie so gut sehen können ? Ich stelle dann das Brillengestell so ein, daß es auch passend sitzt."

"Gern." wisperte Percy und setzte vorsichtig die Brille auf. Sie passte schon recht gut, drückte aber an der rechten Seite noch ein wenig. "Rechts vielleicht." wisperte der Blonde scheu, er wollte nicht als Quengler dastehen, so etwas war ihm immer unangenehm.

Mit einem leisen Lächeln nickte der Alte und nahm die langen Haare zur Seite - besah sich den jetzigen Sitz der Brille und nickte unmerklich, sah noch auf die andere Seite und nickte erneut, ehe er das Gestell wieder abnahm und sanft zurechtbog. Dann setzte er sie ihm wieder auf und prüfte erneut - nahm die Brille ein weiteres Mal ab und ging nach hinten, erhitzte die Ohrbügel und bog sie ein wenig zurecht, ehe er wieder zurückkam und sie ihm wieder aufsetzte, unmerklich nickte und leise fragte. "Und ? Wie sitzt sie nun ? Und bitte seien sie ehrlich zu mir, eine Brille soll angenehm sitzen und nirgends drücken, ja ?"

"Ich bemerke die Brille kaum, als wenn sie nicht da wäre. Kein Kneifen und nichts, sie passt super." lobte Percy und strahlte über beide Ohren hinaus. Er freute sich wirklich und steckte seine alte Brille in seine Jackentasche. "Ich danke ihnen." bedankte er sich und schenkte dem Optiker ein weiteres Lächeln.

Dieser schmunzelte und erwiderte nur ein leises "Das ist mein Beruf und ich bin jedesmal froh, wenn ich Jemandem helfen kann." - dann stand er auf und ging mit Bryan ein wenig nach hinten zu der Kasse, rechnete mit ihm ab und gab Percy noch eine schöne Brillenschachtel, in die er die alte Brille legen konnte. "Sollte etwas mit der Brille sein, kommen sie einfach wieder zu mir - sie haben kostenlosen Service darauf, egal, wie lange sie das Gestell behalten wollen." Er hielt ihm zum Abschied noch die Hand hin und lächelte erneut, froh darum, wieder einen Kunden zufriedengestellt zu haben.

Percy schüttelte dankend die Hand und lächelte erneut, als sie den Laden wieder verließen. Schon jetzt wurden ihm ein paar Blicke zugeworfen. Ein weiterer Punkt seiner Wandlung war wohl geschafft und ein Weiterer stand nun noch an. "Und jetzt die Haare ?" fragte er leise. "So langsam gefällt es mir wirklich." fügte er noch leiser an und wurde wieder ein wenig verlegen. "Ich bin ziemlich dumm, was ? Daß ich das nicht früher mal gemacht hab."

"Ja - aber so hab ich wenigstens die Möglichkeit, daß ich dir dabei helfe, Percy." Leise, liebevolle Worte des großen Skateboarders - dann lachte er übermütig auf und packte den Schlankeren an der Taille, wirbelte ihn kurz rum und legte dann den Arm um dessen Schulter, während er die Einkaufstüte über die Schulter warf und ihn einfach in die Richtung eines Friseurs mitzog, den er noch von früher her kannte.

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