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“Der Fluch des Fledermausgottes” 06

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Es war mitten in der Nacht, als sie sich nun wirklich aneinander schmiegten. James war komplett ausgelastet und Roark wohl auch. Was mit dem Kunden passiert war, wurde nun auch nicht mehr angesprochen ... denn es war ihre Zeit zusammen, und der Schwarzhaarige holte sich noch einen sanften Kuß. Jetzt war schmusen angesagt und James überlegte kurz wie er es anstellte, Roark zu sagen, was er genau war ... und daß er ihn gern ebenso wandeln wollte. Aber Letzteres hing von der Reaktion ab, die sein Geliebter abgeben würde. Doch ein wenig wurden sie nun doch abgelenkt, denn eine der Fledermäuse, die einen Stock höher wohnten, kam durch das offene Fenster und hängte sich über dem Bett an die Zimmerdecke. „Wir haben einen Gast.“

Roark hatte die kleine Fledermaus noch nicht bemerkt, da er durch die Nähe von James abgelenkt wurde ... doch bei den Worten blickte auch er auf und lachte leise, stand auf und lächelte zu dem Jungtier hoch. "Eine kleine Fledermaus ... ich hoffe, du läßt sie nicht töten, Boß ? Ich mag Fledermäuse, sie sind sehr nützlich und fangen Insekten und Mäuse. Dort, wo ich aufwuchs, gab es in der Nähe kleinere Berge und auch Höhlen, und ich bin oft mit meinen Freunden dortgewesen und habe die Fledermäuse beobachtet."

„Nein, ich liebe diese Wesen. Ich könnte ihnen kein Härchen krümmen, denn sie gehören zu meinem Leben.“ James wußte nun, daß Roark wirklich paßte, und er hob die Hand und öffnete nur seinen Mund. Daß er einen Laut von sich gab, konnte Roark nicht hören ... aber das Jungtier hörte es und es löste sich vom Dach, flatterte hinab und landete auf der Hand des Schwarzhaarigen. „Ich bin sozusagen mit ihnen verbunden ... sie vergöttern mich.“

Der etwas größere Braunhaarige lachte leise und kam vorsichtig näher, streichelte sacht über den weichbepelzten Rücken der kleinen Fledermaus und blickte dann neugierig zu James. "Der Kleine hier auf jeden Fall - ich habe  noch nie so ein zutrauliches Tierchen gesehen, meist weichen sie aus oder greifen an. Gut, mich nicht - aber meine Freunde griffen sie immer an. Sie verfluchten die Schwärme aber auch, genauso wie der Dorfpfarrer. Ich bin froh, daß du anders denkst, Boß."

James ließ die Fledermaus auf die Hand von Roark krabbeln und antwortete nun. „Ich denke, der Pfarrer würde mich als Teufel bezeichnen - denn ich trage einen Dämon in mir, der mit den Fledermäusen hier verbunden ist.“ Sein Blick ging zu der jungen Fledermaus und da Roark vor Leidenschaft kaum Zeit gehabt hatte, sich das Zimmer anzusehen, war ihm auch einiges entgangen. Im Raum waren ein paar der Statuen, die mitgenommen werden durften, und hauptsächlich auch nur in James Zimmer.

Auch wenn James es nicht bemerkt zu haben schien, doch Roark hatte gewohnheitsmäßig innerhalb zweier Herzschläge Fluchtwege und mögliche Waffen erblickt und deren Standort gespeichert. Und auch diese Statuen waren ihm aufgefallen, jedoch nur für einen Moment. Wichtiger war für ihn das, was James geagt hatte und er hob eine Braue, während er die kleine Fledermaus weiter streichelte. "Wie meinst du das ... einen Dämonen ? Einen Fledermausdämon ? Und keine Sorge, ich gebe nichts auf das Gejammere und Geschreie der Pfaffen."

„Gut, dann kann ich es dir zeigen ... der Dämon rettete mein Leben.“ James stand geschmeidig auf und sprach dann weiter. „Ich war kurz davor zu sterben, und das war vor siebzig Jahren.“ Erst jetzt sah man das rötliche Schimmern in seinen blauen Augen und als er vor dem Bett stand, wandelte er sich so, daß seine Fänge etwas wuchsen, ebenso seine Fingernägel, die zu Krallen wurden, und die Schwingen tauchten auf.

Als er hörte, daß James über siebzig Jahre alt war, setzte sich Roark wieder auf das Bett ... denn das war für ihn wesentlich unglaublicher als die Fänge, Krallen und die Fledermausschwingen. Diese bemerkte er erst nach einigen Herzschlägen und hob eine Braue, ehe er leise lachte und die Hand zu James ausstreckte, um ihn an sich zu ziehen. "Deshalb beißt du so gerne beim Sex zu, nicht wahr ? Und du brauchst das Blut von uns allen, denn auch die Fledermäuse trinken gerne Blut." Während er sprach, strich Roark nachdenklich über die feine Haut der riesigen Fledermausschwingen und lächelte wieder, als er James kurz küßte. "Du bist wunderschön, weißt du das ? Mir egal, ob sie dich einen Teufel schimpfen, ich finde dich so noch schöner, auch wenn die Flappen beim Sex nicht unbedingt praktisch sind."

Man sah James an, wie erleichtert er war und er bebte sacht, als Roark über die Schwingen streichelte. Die Haut war doch sensibel, und es war das erste Mal, daß sie eher intim berührt wurden. „Ja, und sie sind sehr empfindlich.“ Nach den Worten formte er sie doch weg und küßte Roark erneut, ehe er wieder zum Thema kam. „Rakesh und die Zwillinge sind so wie ich ... nur nicht so stark, weil nur ich den Dämon in mir trage.“

"Irgendwie dachte ich mir schon so etwas ... die Zwillinge gehorchen dir ohne Widerworte, und einen treueren Freund und Diener als Rakesh wirst du nicht finden. Ich werde die Zeit mit dir genießen, solange sie dauert, Boß ... und ich hoffe, ich kann dir noch oft Freude bereiten." Roark ahnte, daß James ihn überleben würde und er wußte auch, daß er nur so lange in dem Club gefragt war, solange er jung aussah. Und gerade deshalb wollte er seinen Job gut erfüllen, damit er sich das Geld zur Seite legen und vielleicht später ein wenig Land kaufen konnte.

James war sehr erleichtert, daß Roark so antwortete, und überlegte wegen dem Wandeln. Aber der Dämon in ihm sorgte dafür, daß sein Zögern wich und sich Erleichterung in James breitmachte, denn er bekam die Zustimmung. „Ich möchte dich lange bei mir haben, so wie du jetzt bist. Ich möchte dich wandeln - aber das heißt, daß du Licht nicht wirklich lieben wirst. Du wirst erst lernen müssen, denn deine Sinne überfordern dich am Anfang heftig ... und du müßtest regelmäßig Blut trinken. Aber ich will dich als meinen Gefährten haben - wir passen so gut zusammen, daß mein Herz immer heftig schlägt, wenn ich dich sehe.“

Der etwas breitere Braunhaarige hob bei dem Redeschwall eine seiner Brauen, doch dann schmunzelte er leise, zog James in einen Kuß und vertiefte ihn zu einem sanften Zungenkuß, den er versüßte, als er seine Zunge leicht an einem der Fänge ritzte. Roark merkte sofort, daß der Ältere in seinen Armen weicher wurde und beendete langsam den Kuß, ehe er seine Stirn an dessen legte und leise zu ihm sprach. "Das wird mir abgehen, James ... oder können wir dann zu dem normalen Blut auch unser Blut kosten ? Und mach dir um mich keine Sorgen, ich bin so oder so lieber Nachts unterwegs, war ich schon immer. Aber nur daß du es weißt - auch wenn es nett ist, ich will das nicht wegen deinem Geld tun. Sowas Hübsches wie dich finde ich nicht noch einmal ... und mir gefällt alles an dir, auch deine wahre Natur." Sicherlich würde es eine große Umstellung in so gut wie allem werden, wenn Roark sich von James wandeln lassen würde - doch andererseits mußte er sich sein ganzes Leben schon auf andere Umstände einstellen und neue Dinge und Verhaltensweisen lernen ... und dies hier war nichts anderes. Nur daß Roark nun einen Mann an seiner Seite hätte, dem er vertraute - und für den er langsam tiefe Gefühle hegte, auch wenn gerade das noch sehr neu für ihn war.

Tiefe Gefühle, die auch in James waren, und er holte sich nun wieder einen Kuß voller Leidenschaft. Erst danach sprach er wieder zu Roark. „Wir machen es gleich heute Nacht.“ Nebenher hatte er hören können, daß die Zwillinge sich noch nicht die Gefangenen geholt hatten, denn er konnte die Gefangenen im Keller hören. „Wir müssen in den Keller, dort ist Beute, die du nach dem Wandeln brauchst.“ Rakesh und den Zwillingen mußte er es jetzt nicht erzählen ... denn sie ahnten es sicher und wenn nicht, würden sie es garantiert akzeptieren. Immerhin war er auch der Oberste unter ihnen, und es würde keine Widersprüche geben.

Daß es so schnell gehen würde, war etwas unerwartet ... doch Roark hatte nichts dagegen und nickte nur, ehe er James wieder losließ, damit er aufstehen konnte. "Können wir offen durchs Haus ? Oder gibt es auch einen Geheimgang in den Keller ?"

James lächelte und antwortete leise. „Das ist mein Haus, hier dürfen sich nur Rakesh und die Zwillinge drin aufhalten ... und nun auch du. Ich habe auch Angestellte, die aber unsere Zimmer und den Keller nicht betreten dürfen.“ James ging dann zu einer kleinen Truhe, und holte dort eine kleine Phiole heraus. Darin war das Blutwasser aus dem Brunnen, denn nur das würde den Wandel ermöglichen. Die Kette, die an der die kleine Phiole war, hängte er sich erstmal um den Hals und blieb nackt, weil es wirklich durch einen Geheimgang hinabging. „Für den Fall den Geheimgang und nackt geht auch, denn die Kleidung würde eh etwas zerfetzten oder dreckig werden.“ Gerade eher mit Blut befleckt.

Als James die Phiole holte, beobachtete ihn Roark und lächelte unwillkürlich auf, da die Rückseite des noch immer jung wirkenden Lords einfach nur wundervoll aussah. Doch dann stand er ebenfalls auf und kam zu ihm, nickte kurz und lächelte wieder, als er ihm antwortete. "Dann geh am Besten vor, ja ? Ich folge dir. Und wissen die Angestellten eigentlich, was du und die Anderen seit ? Oder lieber nicht ?"

James ging vor, und auf dem Weg hinab erzählte er leise. „Sie wissen es nicht. Sie wissen aber, daß wir etwas Blut brauchen, denn wir sagten, es ist eine seltene Krankheit. Aber sie sagen auch so nichts, und wir vertrauen ihnen. Sie bekommen ein gutes Gehalt, und werden nicht wie übliche Hausdiener behandelt. Allein deswegen dienen sie gern und ich weiß, wie man sie am Besten behandelt - denn ich war selbst damals ein Diener. Nur eben eher wie ein Sklave behandelt.“ Es dauerte nicht lange, dann waren sie im Keller, in dem einige Zellen lagen. Nur zwei waren belegt, und hier stank es auch nicht. „Das hier sind zwei verschwundene Adlige. Natürlich verschwanden sie nicht, als sie bei mir waren.“ Die beiden hatten es verdient - denn sie waren ähnlich wie der neue Kunde, den Roark heute ertragen mußte.

Natürlich war der Jüngere ihm gefolgt und nickte hin und wieder. "Du warst selbst einmal ein Diener ? Erzählst du mir später ein wenig mehr ? Schließlich bist du nun ein sehr, sehr reicher und angesehener Lord." Die beiden gefangenen Adeligen interessierten ihn eher weniger ... denn er las keine Zeitungen, da er nicht das Geld dafür hatte. Aber er wußte von den Gesprächen der anderen jungen Männer und der Angestellten, daß James sehr geachtet und respektiert, und dessen Club sehr gefragt war.

„Später erfährst du wirklich alles, das verspreche ich dir. Aber jetzt das Wandeln, so hast du mehrere Tage Zeit, zu lernen, damit umzugehen.“ James nahm erst jetzt wieder die Kette mit der Phiole ab und öffnete sie. „Das hier ist das, was dich wandeln wird, trinke es aus.“ Es würde ganz aus der Phiole rausperlen und die Menge reichte, um zu wandeln ... doch keiner würde so stark werden wie James, denn in ihm war der Dämon, der zu diesen Blutbrunnenwasser gehörte. „Es wird schmerzen, und für den Hunger sind die zwei hier.“ Jetzt öffnete er auch die Zellen, damit Roark gleich zu ihnen konnte.

Natürlich nahm dieser die Phiole an und betrachtete einen Moment lang verwundert die Flüssigkeit, die darin war. Dann schnupperte Roark kurz und zog verwundert die Brauen zusammen, ehe er die Phiole an die Lippen setzte und sie leicht kippte. Das blutrote, etwas dickere Wasser floß leicht und süß seine Kehle herab und er gab die Phiole James zurück, ehe er die Augen schloß und etwas tiefer atmete. Er fühlte, wie sich von seinem Magen aus eine Wärme ausbreitete und ihn völlig erfüllte. Es war wie ein Feuer, das immer heißer wurde und Roark leise knurren ließ, denn mit der Hitze kam auch Schmerz, auch wenn er noch immer ertragbar war. Er ahnte instinktiv, daß es die Wandlung war, die ihn veränderte - und er konnte in seinem Inneren auch ein kurzes, dunkles Lachen spüren und die Zufriedenheit eines mächtigen Wesens, ehe er etwas völlig anderes in sich spürte. Es waren Gefühle, die nicht von ihm stammten: Sorge und leichte Angst, Hoffnung und eine noch frische, doch trotzdem tiefe Liebe, die ihm galt. Roark wußte auch hier instinktiv, daß es die Gefühle von James waren und lächelte hart, ehe ein tiefer, fast schon gleißender Hunger in ihm erwachte und die vor Angst schnellen Herzschläge der beiden Gefangenen seine Sinne fast schon überlasteten. Ohne weiter zu zögern, ging Roark zu dem einen Gefangenen und packte ihn, biß in dessen Halsschlagader und trank das herrlich schmeckende Blut, das in seinen Mund floß.

James hatte es unglaublich gern mit angesehen, wie Roark sich änderte und es war erstaunlich, daß er nun etwas neues fühlen konnte. Er begriff schnell, daß sein Meister ihn eng mit Roark verbunden hatte, und er bedankte sich bei dem Dämonen, der in ihm lebte, denn sein Herz schlug wirklich tief für seinen Gefährten. Als Roark den Ersten ausgetrunken hatte, zog James den Zweiten herbei und sah wieder zu gern zu, wie der Braunhaarige erneut zubiß und seinen Hunger an ihm stillte.

Ein Genuß, den Roark deutlich spürte und als er auch den zweiten Gefangenen ausgetrunken hatte und ihn fallen ließ, drehte e sich um und kam zu James, um ihn in einen wilden Kuß zu ziehen und eng an sich zu halten. Erst nach einigen Minuten löste er die Lippen wieder und lächelte kurz, ehe er sich näherneigte und dunkel an das Ohr von James wisperte. "Möchtest du mir das Blut ablecken, mein Hübscher ? Ich bin leider nicht sehr vorsichtig gewesen ..."

 „Da kann ich nicht nein sagen, mein Gefährte.“ James war hin und weg, warf sich fast schon an Roark und leckte das Blut von dessen Lippen und Kinn, denn er war wirklich noch etwas wild beim Trinken gewesen. Nachdem er fertig war, küßte er den Größeren aber wieder, und seine Augen schimmerten deutlich auf. „Wir wurden besonders gebunden. Der Dämon in mir hat dafür gesorgt, und ich bin so dankbar dafür.“

"Ich spüre die Verbindung, James ... und ich glaube, ich habe auch kurz den Dämon gespürt. Und auch ich bin ihm dankbar, denn nun kann ich für immer bei dir bleiben." Die Lust, die schon die ganze Zeit in Roark geschwelt hatte, war bei dem sanften Lecken wieder aufgeflammt und er lachte leise, als er James auf seine Arme nahm und ihn noch einmal leidenschaftlich küßte. Daß dabei ihre Zungen immer wieder die scharfen Fänge der beiden striffen und leicht einrissen, machte den Kuß noch intensiver und Roark knurrte weich, als er seinen hübschen Gefährten aus leicht verengten Augen betrachtete. "Ich will dich noch einmal spüren, wie immer du es auch willst - und wenn wir uns vergnügt haben, erklärst du mir alles, was ich wissen muß." Noch immer war der große Braunhaarige kein Mann vieler Worte ... doch er ließ seine Gefühle in ihr Band fließen und wußte, daß James sie spüren konnte und dadurch wußte, wie tief er für ihn empfand.

„Das klingt mehr als nur gut, denn jetzt fällt es mir etwas schwer, mich darauf zu konzentrieren.“ James wollte im Moment nur Roark und da er schon in dessen Armen lag, fügte er noch ein „Wenn du mich schon in den Armen hast, dann ab nach oben. Das Bett wird uns noch aushalten.“ an.

Ihm antwortete ein leises Lachen, ehe Roark nickte und ihn durch den Geheimgang nach oben trug. Ab jetzt würde für ein völlig neues Leben beginnen, das er mit James teilte - und das ihn mit freudiger Erwartung nach oben laufen ließ.

 

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