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“Liebe unter Dieben”, Teil 3

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Seither waren einige Tage vergangen und mittlerweile hatten Keenan und Max einige Male zärtliche Berührungen ausgetauscht und schliefen auch zusammen in dem Bett, seit der Schwarzhäutige seine Schwingen wieder wegformen konnte. Auch wenn Keenan es niemals für möglich gehalten hatte - er begann, den jungen Fuchsmensch zu mögen und lächelte, als er daran dachte, wie sie zusammen den großen Baum und den Fels darunter erkundeten, die der Drache für Max als Wohnbaum hatte formen lassen. Der große Baum mit den ausgehöhlten Zimmern, der auf dem Felsen wuchs der ebenso ausgehölt worden war, stand auf einer sehr weiten Wiese, die einerseits an die Ebene und andererseits an einen schönen, alten Wald anschloß ... ein Traum für Waldwesen wie Max oder den Elstermann, und Keenan seufzte lautlos, als er daran dachte. Wie gerne würde er nachgeben und Fei seinen Gehorsam schwören, damit er hierbleiben konnte ... doch der Händler hatte ein Druckmittel, mit dem er ihn immer wieder zurück und in seine Dienste holen konnte: Er wußte nämlich, wo die kleine Schwester Keenans lebte, und auch von ihrem Mann und den Kindern ... und wenn Keenan nicht zu dem Händler zurückkam, würde er den Ehemann töten und sie und ihre Kinder versklaven. Deshalb löste sich Keenan nun vorsichtig und blickte mit Tränen in den Augen zu dem noch immer schlafenden Fuchs in den Fellen, ehe er hinaustrat, seine Schwingen formte und wegflog. Er hoffte, daß Max noch eine Weile schlafen würde, damit sein Vorsprung groß genug war - und deshalb strengte Keenan seine Flügel an, auch wenn es schmerzte, da er Niemandem hier schaden wollte.

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Es dauerte wirklich noch eine ganze Weile, bis Max aufwachte. Er vermißte die Nähe des Geflügelten, aber noch vermutete er, daß Keenan draußen war. Der Fuchsman streckte sich erstmal genüßlich, gähnte und ging dann hinaus, um sich zu erleichtern. Nebenher kuckte er zu dem Baum hoch und schnupperte sacht. Der Geruch von Keenan war schon ein wenig älter, und Max wurde mißtrauisch. "Keenan !" Er rief, so laut er konnte, und versuchte es dann anders ##Keenan ?## Als er es über die Gednaken versuchte, knurrte er leise, denn er stieß auf eine Mauer. Max wußte, was es bedeutete - auch wenn er es nicht erwartete, weil sie sich inzwischen gut verstanden. "Er ist weg." Die Stimme von Fei erklang hinter Max, und der Fuchsmensch stürzte gleich in dessen Arme. "Ich will das nicht ... bitte finde ihn, ja ? Ich glaub, er wollte bleiben, aber mußte zurück" Es war so ein Gefühl, und Fei erging es ähnlich "Wir finden ihn und jetzt wird es wirklich Zeit, dem Händler das Handwerk zu legen. Ich weiß jetzt, wie ich ihn finde, und durch ihn finden wir Keenan sicher auch wieder. Ich muß nur einiges vorbereiten, und du kommst dann mit. Ich hole dich, wenn es sowiet ist." Es würde noch ein, zwei Tage dauern, so lange mußte Max sich gedulden. "Ruhe dich noch gut aus, es könnte anstrengend werden." Nach den Worten küßte Fei seinen Fuchsmenschen und löste sich, um durch einen Riß zu verschwinden, damit er die Vorbeitungen treffen konnte. Was er nicht gesagt hatte war, daß er seit der Heilung von Keenan fühlen konnte, wo er sich aufhielt, und genau das kam ihm jetzt zugute.

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Zwei Tage später wimmerte Keenan leise, als er auf das Wasser blickte, das knapp außer Reichweite des Käfigs stand, in den der Händler ihn gesperrt hatte. Der Efreet-Mischling war erwartungsgemäß mehr als nur wütend gewesen, daß der Elstermann ohne Beute zurückkam - doch dafür, daß er zurückkam, belohnte er Keenan mit seinem Leben. Aber er brach ihm beide Schwingen und sperrte ihn in den Käfig, in dem nur ein Eimer stand, in den er sich erleichtern konnte Seitdem er in den Käfig gesperrt wurde, hatte Keenan weder Wasser noch Essen bekommen ... und durch den Blutverlust war nun nahe am Verdursten.

Aber die Rettung war sehr nahe, denn Fei fühlte, wo Keenan war, und fand daher rasch den Händler. Eigentlich hätte er es sich denken können, daß die Efreet damit zu tun hatten - aber diesen Mischling kannte er sogar, denn er hatte auch schon ein, zweimal mit ihm gehandelt. Daß er DER Händler war, wußte er allerdings nicht. Jetzt, wo er es wußte, formte er einen Riß in die Höhle, in der Mokrok lebte und handelte, und platzte herein. "Ich grüße dich, Mokrok." Er blieb so vor dem Riß stehen, daß der Efreetmix nicht sehen konnte, daß Max auch noch hindurchhuschte und in einem Schatten der dunklen Höhle verschwand.

Doch der Efreetmischling hätte ihn ncht einmal bemerkt, wenn der Drache nicht vor dem Riiß gestanden hätte, da seine Aufmerksamkeit nur auf Fei gerichtet war. "Ha - endlich zeigst du dein wahres Gesicht, du Waschlappen ... du hast nicht einmal bemerkt, daß ich es war, der dich bestehlen wollte ! Denn ich wußte nur zu gut, wie schwach du wirst, wenn du Tiermenschen siehst ... und daßß du ihnen niemals etwas tun kannst. Du bist wirklich leichtsinnig, Fei - aber jetzt kann ich dich endlich töten und mir all deine Schätze holen !"

Das werden wir noch sehen . ich bin nicht so harmlos, wie du denkst. Nur, weil du ich nie kömpfen siehst heißt es nicht, daß ich es nicht kann." Fei zögerte den Kampf noch etwas heraus und hielt den Efreetmisch noch hin, er mußte Max und Keenan noch die Flucht ermöglichen. ##Beeil dich Max, der Kamf beginnt gleich.## Max eilte geschwind durch die ihm noch immer bekannten Tunnel. Er wußte, daß es nur einen Ort gab wo Keenan sein konnte, und er konnte ihn auch schon riechen. Er roch den Schweiß vom Fieber und das Blut, so daß er noch schneller lief und dann in die kleine Höhle mit dem Käfig kam. "Ihr Götter ..." Er sah, daß die Flügel gebrochen waren, und knackte so schnell es ging das Schloß. "Keenan ... hier, tut mir leid, wenn ich dir nochmal wehtun muß." Er hob ihn einfach hoch und gab Fei ein Zeichen. Nur einen Augenblick später entstand um sie herum ein Riß, und der brachte ihn in das Haus von Fei, denn die Höhle von Max war jetzt nicht der richtige Ort. Es passierte genau rechtzeitig, und Fei schloß auch den Riß, der hinter ihm war, weil Mokrok einen Feuerball hindurchschleudern wollte. "Jetzt lernst du einen andere Seite von mir kennen." Die Wut in Fei erwachte und er kkämpfte mit der Kraft und Geschcklichkeit, die sonst in dem Teil, der Claw war, steckte

Der große Efreetmischling lachte nur verächtlich ... denn er hatte bisher immer nur die sanfte Seite Feis erlebt und konnte sich nicht vorstellen, daß dieser in den Übungskämpfen mit seinem Gefährten, dem Blitzdrachen Faon, auch immer wieder einmal der Sieger blieb. Von all dem wußte Keenan aber nichts und schluchzte leise auf, als Max ihn hochhob, klammerte sich so gut es ging an ihn und lächelte erleichtert, als dieser ihn durch den Riß trug. Doch dann kam ihm etwas anderes und er versuchte, sich etwas von ihm wegzudrücken, ehe er ihm leise sendete, da ihm zum Sprechen die Kraft fehlte. ##Bitte ... ich ... ich muß mich waschen, ich stinke fürchterlich. Aber ... aber könntest du mir vielleicht vorher Wasser geben ?? Ich habe solchen Durst ...##

##Daß du stinkst, ist mir egal - ich bin froh, daß du überhaupt noch atmest. Und ja, du bekommst Wasser. Ich lege dich trotzdem in eines der Wasserbecken, es wird dir guttun.## Es würde die Schwingen entlasten, auch wenn sich die Federn mit Wasser vollsaugten. ##Keine Angst, du wirst nicht ertrinken.## Mit den leisen Gedanken ging Max zu dem großen Wasserbecken und stieg einfach hinein, um Keenan dort Erleicherung zu verschaffen.

Auch wenn es für einen Moment lang schmerzhaft zog, als die Schwingen sich voller Wasser sogen, es verging sofort und machte einer leichten, wohltuenden Betäubung Platz. Keenan wußte nicht, daß er in einem Becken lag, das von einer Heilquelle gespeist wurde ... doch er spürte die Wirkung und schmiegte sich nun wieder an Max, während sein Körper von einem leisen Schluchzen geschüttelt wurde. Er schämte sich so sehr, daß er wieder zu dem Händler zurückgekehrt war und Fei deshalb mit ihm kämpfte - doch er hatte keine Wahl gehabt, und so genoß er wenigstens diese ruhigen Momente, ehe er den Zorn des Drachen abbekommen würde.

"Siehst du, jetzt wird es besser ... hier." Erst jetzt, wo sich der Geflügelte entspannte, nahm Max ein Glas Wasser und führte es vorsichtig an die Lippen des Geflügelten, um es ihm langsam einzuhelfen. "Du bist wegen deiner Schwester zurück, habe ich recht ?"

Da Keenan noch trank, nickte er nur ... doch dann seufzte er innerlich und sendete zu Max. ##Der Händler weiß, wo sie lebt - und er würde ihren Gefährten töten und sie und ihre Kinder, versklaven, und an den Meistbietenden verkaufen. Der einzige Grund, weshalb er es noch nicht getan hat, ist meine Treue zu ihm ... und ich habe Angst, daß der Herr Fei so gütig ist und den Händler am Leben läßt, denn dann wird er es tun und sie rauben.## Und diese Angst hörte und fühlte man nur zu gut in den schwachen Gedanken Keenans, ehe er wieder verstummte und sowohl die sanfte Nähe wie auch die Stütze genoß, die Max ihm gab.

##Auch die Güte von Fei hat seine Grenze, und die ist nun deutlich überschritten. Er wird ihn töten und deine Familie wird sicher sein, glaub mir.## Max war fest davon überzeugt und nahm nun etwas Fleisch, kaute es und neigte sich zu Keenan, um es ihm so zu geben.

Die Erleichterung, die auf die Worte des Fuchses folgte war so groß, daß Keenan wieder leise aufschluchzte, ehe er sacht lächelte und die Lippen öffnete, um ein wenig des Fleisches zu essen. Er war so entkräftet, daß er nur sehr kleine Bissen bewältigen konnte und schüttelte schließlich nach einer Weile den Kopf, ehe er sich einfach nur an Max anlehnte und erschöpft die Augen scloß. All die Angst und der Schmerz, die ihn bisher wach- und am Leben gehalten hatten, vergingen langsam und wichen Erleichteung und sachter Hoffnung ... und er hoffte, daß diese Hoffnung erfüllt werden würde.

##Ruh dich aus, ich bleibe bei dir.## Max hielt Keenan weiteerhin sacht fest und streichelte ihm zärtlich über die Stirn. Er war froh, als der Geflügelte ein wenig ruhte und es dauerte eine ganze Weile, bis sich ein Riß öffnete und Fei hindurchtrat. "Herr ?" Max starrte den Drachen an, denn Fei war voller Blut und mit Wunden übersäht. "Er ist tot - was ihm gehört, ist nun mein." Der Drache legte den Kampfrock ab und stieg nun auch in das Wasser. Seine Selbstheilung hatte schon angefangen zu arbeiten, aber die Quelle würde das noch unterstützen.

Als der Drache zuürckkehrte und sprach, wachte Keenan wieder auf und seine Augen weiteten sich beim Anblick Feis. Aber als ihm kam, was dieser gesagt hatte, lächelte er erleichtert und nickte kurz, ehe er erschöpft zu ihm sendete. ##So sei es, Herr - euch diene ich gerne. Ich bitte nur darum, daß ihr meine Schwester und ihre Kinder nicht verkauft ... diese Drohung war der Grund, weshalb ich wieder zurückkehren mußte.##

Fei erholte sich ein wenig und kam näher zu Keenan. Er nahm ihn Max aus den Armen, und hielt ihn nun ebenso behutsam. "Sie gehörten nicht dem Händler, sie sind frei und bleiben fei. Und du kannst auch entscheiden, ob du zu ihnen möchtest - aber ich würde dich gern hierhaben wollen. Du wärst sicher, und Max und du könnt sicher gut als Team arbeiten." Der Drache war selbst noch angeschlagen, aber Keenan konnte fühlen, wie sein Körper sich heilte, und spürte dabei auch keine Schmerzen. Nur, als sich die zertrümmerten Flügelknochen richteten und heilten, knirschte es ein wenig und Max biß wegen dem schrecklichen Geräusch die Zähne zusammen. Erst, als Keenan komplett geheilt war, keuchte Fei leise und ließ ihn los, als er zurücksank, um sich nun selbst ganz auszuruhen. "Deine Selbstheilung ist jetzt richtig aktiv, und du bist nun auch so langlebig wie Max."

Für den angeschlagenen Geflügelten war dies wie ein Wunder und er hob sacht seine Schwingen an, ehe er sie wieder wegformte und zu dem Drachen kam, um ihn sanft zu küssen und ihn dankbar anzusehen während er behutsam mit seinen Händen das Blut von dessen Haut wusch. ##Ich danke euch, Herr - ich danke euch so sehr. Und ich bleibe gerne, und noch lieber bei Max ... wir vertragen uns gut und wenn er einverstanden ist, würde ich gerne bei ihm bleiben und euch ebenso mit allem dienen, das ich habe.## Man hörte in den Gedanken, die nur für Fei und Max hörbar waren, daß Keenan es ehrlich meinte - und daß er absolut überwältigt davon war, daß der Drache ihn haben wollte.

Fei zog Keenan etwas näher und küßte ihn sacht auf die Lippen. ##Ich bin froh, daß du bleiben magst ... auch für Max. Und jetzt geht, mein Gefährte kommt gleich und kümmert sich um mich. tobt euch aus, ihr zwei.## Fei wollte die zwei nicht rauswerfen, er gönnte ihnen jetzt eher die Zweisamkeit und würde seine eigene Zweisamkeit mit seinem Gefährten genießen. Er öffnete den beiden noch einen Riß, und Max küßte Fei auch nochmals. "Danke für alles." Dann packte er Keenan einfach an der Hand, stieg mit ihm aus dem Becken und zog ihn durch den Riß, der direkt zu der Höhle und dem Baum führte.

Doch der Schwarzhäutige konnte noch sehen, wie sich ein Riß neben dem Becken öffnete und der riesige Blitzdrache heraustrat, welcher der Gefährte Feis war. Dann schloß sich der Riß und Keenan sank dankbar an die Brust des Fuchses, schlang seine Arme um dessen Mitte und seufzte leise. "Ich bin so erleichtert ..."

"Frag mal - ich bin froh, daß wir dich noch retten konnten." Max war sichtlich froh und küßte Keenan mit all seiner Freude. ##Kannst du deine Schwingen wieder formen ? Ich mag sie doch so gern, und sie sind bestimmt ganz zerzaust.## Um Fei machte er sich jetzt keine Sorgen, denn auch er war jetzt nicht allein und sein Gefährte würde sich fürsorglich um ihn kümmern.

Daß die leise Frage nicht nur aus Sorge um die Schwingen gestellt war, sondern auch ein Angebot war, sich zärtlich zu berühren, ließ Keenan leise schnurren und er formte seine Schwingen wieder zurück, um sie für einen Moment sanft um Max zu legen und sich noch enger an ihn zu schmiegen. Erst nach einigen Herzschlägen löste Keenan sie wieder und legte sie an seinem Rücken an, ehe er zu dem Fuchs hochblickte und ein wenig wehmütig lächelte. ##Erst, als ich wieder bei dem Händler war merkte ich, wie sehr es mir hier bei dir gefiel, Max ... ich war dumm, nicht wahr ? Aber so hat sich der Herr wieder Respekt verschafft, es wird sich herumsprechen.##

##Ja, das wird es ganz bestimmt, und das war nicht dumm. Du hattest einen guten Grund, zurückzugehen. Aber jetzt ist auch deine Schwester und ihre Familie sicher, Herr Fei wird sie ebenso beschützen.## Max war da zu einhundert Prozent sicher, und seine Hände fingen schon jetzt an, durch die Federn zu streicheln. ##Laß uns in die Höhle gehen, ja ? Ich würde dich gerne solange verwöhnen, bis wir erschöpft einschlafen.##

Schon die Vorstellung sorgte dafür, daß sich das wohlige Schaudern, das die Finger in seinen Federn auslösten noch vertiefte ... und Keenan lächelte, nickte und legte seine Arme in den Nacken des Fuchses, um ihn in einen Kuß zu ziehen ##Nichts lieber als das, Max ... ich freue mich schon darauf. Endlich muß ich mir keine Sorgen mehr machen - ich hätte niemals gedacht, daß ich das einmal erlebe.##

##So wie viele hier ... aber jetzt wird abgeschaltet.## Max lachte leise und hob Keenan hoch, um ihn in seine Höhle zu tragen. Die Elster war der perfekte Gefährte für ihn und der junge Fuchsmensch war im Moment der glücklichste Fuchs auf der Welt, denn Liebe unter Dieben war nicht gerade üblich.

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