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“Der Fluch des Fledermausgottes” 03

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Gegenwart - London, 18.06.1831

 

Siebzig Jahre - ein Jahrestag, an den sich James genau erinnerte. Er war vor sieben Jahrzehnten zu dem geworden, was er war ... und er erinnerte sich noch immer an den Tag, als es passierte, und wie er sich danach an alles gewöhnen mußte. Im Moment hatte er sich Ruhe genommen und auch Rakesh ruhte, denn er lag neben ihm und schlief etwas, während sein Freund unbewußt durch dessen Haar koste. Rakesh war der Erste, den er gewandelt hatte und das auch erst, als er wirklich mit all seinem Können zurechtkam und sein Freund etwas älter geworden war. Alleine das Lernen von seinen eigenen Veränderungen war mit Hilfe des Dämonen in ihm erst nach einer Weile beendet und James brauchte einige Zeit im Tempel, bis er seine Sinne und sein neues Können endgültig unter Kontrolle hatte. Genau das konnte er seinem Freund nach dem Wandeln beibringen und es gab inzwischen noch zwei, die aber deutlich schwächer als sie beide waren und ihm ebenso mit Freude dienten, auch wenn sie nicht so eng wie Rakesh mit ihm verbunden waren. „Es wird Zeit, der Club bekommt Heute den neuen Gast.“ Mit den Worten weckte er Rakesh und er zwickte ihm doch noch in den Hals, um sich einen kleinen Schluck Blut von ihm zu nehmen.

Der etwas schlankere Inder lächelte und neigte seinen Kopf noch ein wenig mehr zur Seite, ehe er leicht erschauerte und leise seufzte. Auch wenn sie kein Paar waren, teilten sie oft das Bett - einerseits für Sex, doch auch einfach nur, um einander Nähe zu geben, da sie beide keine Gefährten hatten. Doch noch tiefer als ihre körperliche Nähe waren ihre Gefühle für einander: Treue, Liebe und Freundschaft, sowie auch die natürliche Rangfolge mit James als obersten Vampir und Rakesh als dessen Zweiter. Erst nach einigen Herzschlägen neigte der schlanke Inder sich zu James und biß sacht in dessen Hals, nahm selbst einen Schluck und leckte dann über die leichten Bißwunden, damit sie schneller verschwanden. "Ja, Lord Benrillard ... auf Empfehlung des Earl Hampton. Er soll eine Vorliebe für starke, junge Männer haben, die er unterwerfen kann ... wirst du sie ihm erfüllen, Master James ?" In dem Club gab es eine große Auswahl an jungen Männern, die für die Kunden zuständig waren ... doch gerade diese Vorliebe war schwer zu erfüllen, da die größeren und kräftigeren, jungen Männer eher im Hafen arbeiteten, als in einem Club wie diesem hier.

Rakesh berührte ihn wie immer mit den Händen, und auch James berührte ihn noch etwas und seufzte aber leise bei dem, was er hörte. „Ich denke, die erste Nacht werde ich mich ihm geben und du weißt, ich laß mich gern nehmen. Aber ich werde wirklich noch nach einem Burschen suchen, der zu dieser Aufgabe paßt, und länger bleiben kann.“ Denn es war bisher nur ein Kunde, der einen Größeren gern unterwarf, und da hatte er es sogar geschafft, den jungen Mann dabei so schwer zu verletzen, daß er ihn erlösen mußte. Der dreckige Kunde, der gern fesselte, hatte ihn gewürgt ... und wenige Tage später war der Kunde bei einem Unfall gestorben.

"Ja, ich weiß, Master James ... aber du solltest wirklich nach einem jungen Mann suchen, der für die Aufgabe geeignet ist. Es wird schwer werden, aber ich bin mir sicher, du findest einen." Denn es ging nicht, daß der Herr des Clubs sich für einen Kunden hingab - auch wenn Rakesh wußte, daß sein Herr es immer wieder brauchte. "Und vielleicht solltest du auch sehen, ob dir ein Mann gefällt ... du hast dir einen Gefährten verdient, mein geliebter Herr."

„Ich warte, ich möchte nicht suchen. Es soll eine Sache vom Schicksal sein und ich habe, denke ich, mehr als genug Zeit dafür ... und du solltest dich auch umsehen.“ James holte sich einen Kuß, dann stand er lautlos auf und ging zum Bad, um sich auf das Treffen mit dem neuen Kunden vorzubereiten. „“Ich werde trotzdem am Abend mal durch die Stadt tingeln und mich nach einem Burschen umsehen, der in diese Aufgabe paßt.“ Tags ging er nicht immer herum, denn die Helligkeit war unangenehm. Trotzdem ließ er sich auch tagsüber mal blicken.

Auch Rakesh stand auf und kam James nach, ließ ihm das Badewasser ein und lächelte, als er einen weichen Schwamm aufnahm und sobald James im Wasser war damit begann, ihn sanft zu waschen. Es war ein Dienst, den der Inder ihm gern erwies - und das seit dem Tag, an dem er ihn als seinen Meister annahm. "Es wird nicht leicht werden einen Burschen zu finden, der groß, kräftig und wehrhaft ist, und sich dennoch nehmen läßt oder einen Mann verwöhnt ... denn eigentlich ist es ein Widerspruch, wenngleich auch ein sehr verführerischer. Und mache dir um mich keine Gedanken, Master James. Wenn die Götter es wollen, schicken sie mir einen Gefährten, der auch meine Dienste an dich respektiert - und bis dahin genügt es mir, dir zu Diensten zu sein. Doch für dich ist ein Gefährte etwas, das du verdient hast - denn du solltest ebenfalls Jemanden haben, der sich so um dich kümmert, wie du es verdienst, Master James."

„Und genauso werde ich einen finden, wenn es bestimmt ist, daß er zu mir gehört.“ James ließ Rakesh machen, denn er konnte ihn eh nicht ausbremsen und genoß im Grunde, daß er gewaschen wurde. Er war nicht so ein schnöseliger Lord wie sein Halbbruder damals - aber die Macht, die ihn ihm war und ihm zum Obersten machte, drang auch hier durch. „Hast du von einer farblichen Vorliebe des neuen Kunden gehört ? Nur daß ich weiß, was ich tragen werde ... obwohl ich weiterhin das Blutrot und Schwarz lieben werde.“

"Trage das, was du möchtest, Master James - denn der Kunde wird dich nicht lange in Kleidung haben wollen. Aber laß dir nicht alles gefallen, ja ? Der Kunde ist noch neu und muß akzeptieren, daß du ihm einen Gefallen tust, und nicht andersherum so wie bei dem Baron Millanton." Dieser dachte, daß er durch sein großes Vermögen das Recht hatte, im Club bestimmen zu können - und das sorgte dafür, daß er wieder ausgeschlossen wurde, da ausschließlich James der Leiter war und bestimmte, was passierte. Natürlich besaß auch Rakesh als dessen Leibdiener und Stellvertreter Weisungsrechte, doch er nahm sie nur in Ausnahmesituationen wahr und hielt sich die meiste Zeit im Hintergrund.

„Da hast du wohl recht und ich nehme das Schwarze mit den blutroten Stickereien.“ Es war James große Vorliebe und er hatte ein Faible für das Indische bekommen, da er und Rakesh einige Zeit in dessen Heimat lebtn, bevor sie wieder nach London kamen, um den Club zu führen. Rakesh trug auch fein bestickte Kleidung und das paßte einfach zu seinem Freund und zeigte, daß er sein Stellvertreter war. „Und ja, ich werde es wirklich nicht lange tragen ... ich bin aber auch gespannt, wie er schmecken wird, und was ich so in meine Hand nehmen kann.“ Letzteres war das Wissen über die Personen, und einen Großteil seiner Kunden konnte er nach Bedarf unter Druck setzen.

Denn gerade die geheimen Gelüste und Vorlieben, die in dem Club bedient wurden, durften nicht an die Öffentlichkeit - und so hatten sie den Vorteil, auch hin und wieder Gefallen einfordern zu können. Während sie redeten, hatte auch Rakesh sich kurz herabgewaschen und trocknete sich schnell ab, ehe er eines der großen Handtücher für seinen Herrn aufhielt und ihn abtrocknete, sobald dieser aus der Wanne gestiegen war. Dann ging Rakesh vor und legte die gewünschte Kleidung heraus, half James, sich anzukleiden und bürstete noch desssen Haare, ehe er in sein angrenzendes Zimmer ging und sich selbst anzog. Zuletzt flocht er seine hüftlangen, leicht gewellten und nachtschwarzen Haare im Nacken handbreit, band den Zopf mit einem einfachen, schwarzen Lederband fest und setzte seinen edlen Turban auf den Kopf, ehe er noch eine der mit wertvollen Edelsteinen bedeckten Broschen aufnahm und sie vorne an seinem Turban befestigte. Sowohl seine simple, doch edel bestickte schwarze Robe, wie auch die aus wertvollem, schwarzen Stoff gefertigte Hose, die edlen Lederhalbschuhe und der Turban samt dem Schmuck waren eines indischen Herrschergeschlechts würdig ... doch Rakesh machte niemals einen Hehl daraus, daß er James diente, und auch aus seiner Stellung als dessen Stellvertreter niemals Vorteile zog. Sie hatten festgestellt, daß die Redewendung 'Kleider machen Leute' wirklich stimmte - und seither besaßen sie eine sehr große Auswahl an der feinsten Kleidung und dem edelsten Schmuck. Erst jetzt nahm Rakesh noch eine Taschenuhr auf, befestigte deren Kette an seiner Robe und nahm noch zwei Ringe mit großen Saphiren auf, zog sie über seine Mittelfinger und kehrte wieder in das Zimmer seines Herrn zurück, um ihn lächelnd zu mustern. "Dieser Lord hat dich gar nicht verdient, Master James. Möchtest du hier frühstücken ? Oder fährst du in den Hafen, um zu frühstücken und vielleicht schon Ausschau zu halten ?"

„Hmmm, das klingt verlockend. Der Lord kommt eh nicht so früh, und vielleicht finde ich da ja etwas Leckeres. Unsere Beute im Keller sollten wir vielleicht langsam erlösen.“ James hatte hin und wieder Männer, die sie überfallen hatten, selbst eingefangen und nutze sie, damit sie genug Blut bekamen. Diese Männer bekamen auch gutes Essen und hatten etwas Platz für sich, aber das Blut schmeckte nach einer Weile nicht mehr. „Unsere Zwillinge können sie ganz austrinken.“ Die Zwillinge hatten vor einigen Jahren von ihm das Blutquellwasser bekommen und dienten ihnen nun, und das sehr gern und sehr treu.

"Das wäre eine gute Idee, Master James ... ich werde mir einen Kelch von dem Pferdeknecht holen und vielleicht noch einen oder zwei von unseren Gefangenen." Während er sprach, holte Rakesh eines der schwarzen Capes mit Kapuze, legte es James um die Schultern und lächelte, als er ihm noch die feinen, schwarzen Lederhandschuhe reichte. "Wie immer, siehst du beeindruckend aus, Master James - edler als die Leute auf den Straßen und beeindruckend genug, damit dich Niemand aufhält oder bedroht. Perfekt."

„Ja, und zur Not werde ich dann einfach richtig gefährlich ... wir sehen uns dann später.“ James nahm noch seine Sonnenbrille und ging hinab, um das Haus zu verlassen. Draußen war er immer geschützt, denn er hielt es zwar in der Sonne und bei der Helligkeit, aus aber es war auf Dauer einfach unangenehm. Gerade seine Augen litten doch darunter, denn der Tempel betete nicht umsonst eine Fledermaus an, die ein Nachttier war, und sich nur dort richtig wohlfühlte.

Rakesh hatte sich noch respektvoll verneigt, ehe er leise seufzte und seinem Herrn hinterhersah. Er hoffte, daß James Glück hatte und nicht nur ein Opfer, sondern vielleicht auch einen jungen Mann finden konnte, der ihren Ansprüchen genügte ... doch dann ließ er diese Gedanken, da er vollstes Vertrauen in seinen Herrn hatte und ging selbst hinab, um den Koch zu begrüßen und den schon vorbereiteten Kelch mit Blut zu trinken. Auf Rakesh warteten noch viele Aufgaben, da nicht nur der Haushalt seines Herrn, sondern auch der Club und das Wohnhaus mit den jungen Männern geführt werden wollte ... und es ihm als Verwalter und Stellvertreter oblag, diesen Pflichten nachzukommen. Doch Rakesh tat es gern, da er seinem Herrn so Arbeit abnahm und es das war, das er gelernt hatte.

 

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Gut eine Stunde später saß James beim Hafen auf einem der Gebäude, und blickte hinab. Auf dem Weg hierher hatte er von einigen etwas Blut gekostet und gerade die Arbeiter, die von hier kamen, schmeckten ganz anders als die Adligen. James hatte als eines der ersten Dinge gelernt, daß er die Menschen geistig beeinflussen konnte ... und somit wußten die Männer, von denen er jetzt getrunken hatte, überhaupt nichts mehr. Jetzt aber war James satt und saß entspannt an einer guten Stelle, von der er über den Hafen und einige dunkle Ecken blicken konnte. „Nun - mal sehen, was so passiert.“

Worte, die so leise waren, daß sie Niemand im Hafen hören konnte. Bei einem der Schiffe fluchte ein junger, kräftiger Mann jedoch laut auf, als ihn ein anderer Arbeiter schubste. Er konnte die Kiste gerade noch fangen und stellte sie hin, ehe er den Anderen packte und ihm die Faust ins Gesicht schlug. Dieser Mann ärgerte ihn nun schon seit Wochen und sabotierte ihn, wo er nur konnte - und das jetzt war der sprichwörtlich letzte Tropfen gewesen, und das aufbrausende Temperament Roarks brach aus. Bis ihn die anderen Arbeiter zurückziehen konnten, hatte er den Mann zu Boden und bewußtlos geschlagen - doch dann kam der Vorarbeiter und brüllte ihn zusammen, warf ihn raus und Roark brüllte zurück, ehe er einfach ging. Natürlich war er rausgeworfen worden, da er noch neu und jünger war - und natürlich hatte er den Lohn für die harte Schicht nicht bekommen. Noch immer laut vor sich hinfluchend, überlegte der große Braunhaarige kurz ... dann entschied er sich und steckte die Hände in die Hosentaschen, senkte den Kopf, so daß sein achsellanges Haar ein wenig das Gesicht verdeckte und schlug den Weg in die hinteren Gassen ein, in denen junge Männer auf Freier warteten. Er haßte es, sich so sein Geld zu verdienen - doch er brauchte etwas Geld, da Morgen die Miete für seine schäbige Kammer fällig war, und er in der Nacht sicherlich keine andere Arbeit finden würde.

Genau den Platz hatte James im Auge ... aber er hatte auch mitbekommen, was dem jungen Mann passiert war, und er gefiel ihm allein optisch schon mal. Dunkelbraunes, längeres Haar, ein wenig wilder wegen dem Haar an seiner Stirn. Sie fielen in die wunderschön hellgrünen Augen, die etwas schmaler waren. Innerlich fühlte er dessen Dominanz und im Moment aber dessen Zorn, denn er mußte sich doch unterwerfen, um ein klein wenig Geld zu bekommen. Einige Kunden würden es wohl ausnutzen und sich wirklich von ihm einen blasen lassen, denn es machte doch vielen Spaß, die kräftigen Männer so zu demütigen.

So war es auch - und nach einer Stunde hatte Roark vier Freier gehabt, die er mit dem Mund und den Händen befriedigte. Es reichte gerade für die Miete und er überlegte, ob er noch hierbleiben sollte, während er sich den Mund mit ein wenig Whiskey ausspülte - doch dann runzelte er die Stirn, als er etwas spürte und blickte in das dunkle Ende der Gasse, die zur Straße hinausführte. Vielleicht ein Freier ... er würde abwarten, denn durch seine 1,89 Meter und seine Masse brauchte er keine Angst davor haben, überfallen zu werden.

Die ganze Stunde hatte James zugesehen und er war nun in die Gasse gekommen, um Roark anzusprechen. Zum einen gefiel er ihm wirklich sehr gut und zum anderen war dieser Bursche genau der Mann, den er in seinem Club brauchen konnte. Durch seine dunkle Kleidung war er in dem dunklen Gassenteil schwer zu sehen - und als er sichtbar war, konnte man sein Gesicht nicht sehen, denn die Kapuze und die dunkle Brille, die er trug, verdeckten eigentlich so gut wie alles. „Verzeih, ich hab dich ein wenig beobachtet. Es scheint dir zu liegen, dich hinzugeben.“ Er war etwas dreist - denn er fühlte schon, daß er gerade in eine Wunde stach.

Als dieser Vermummte auftauchte, verengte Roark kurz die Augen - denn er sah nur zu gut, daß die Stoffe und auch die Stiefel sehr edel und wertvoll waren, und auch die beiden Ringe an den Händen besaßen wertvolle Edelsteine. Doch die Worte ließen ihn kurz aufknurren, ehe er auf diesen nur etwas Kleineren zuging und die Finger in dessen Kragen grub. "Ich hasse es ! Aber im Gegensatz zu euch verdammten Adeligen muß ich in den sauren Apfel beißen, wenn ich wohnen und essen will ! Also sag, was du willst, sonst dresche ich dir in die feine Fresse und lasse dich hier für die Kanalratten liegen !"

„Ich bin kein Adliger ... und hier werde ich sicher nicht liegen.“ James war zwar etwas kleiner und schmaler, aber seit seinem Wandel viel, viel stärker und vor allem schneller. Also ging es so schnell, daß Roark gar nicht reagieren konnte, und schon nach einem Herzschlag wurde er an die Wand gedrückt und James holte sich dreist einen leidenschaftlichen Kuß.

Der junge Arbeiter konnte gar nicht fassen, was geschah - in einem Moment hatte er diesen Reichen gepackt, und im nächsten Moment wurder er von diesem an die Wand der Gasse gedrückt und geküßt. Bei diesem Manöver war die Kapuze nach hinten gerutscht und Roark konnte das Gesicht dieses Mannes sehen: Ein Gesicht, das schöner war als alles, das er bisher gesehen hatte - und es gab den Ausschlag, daß Roark sich nicht losriß, sondern langsam den Kuß erwiderte. Denn dieser Kuß war süß, mehr als nur süß ... süßer als jeder Kuß, den Roark bisher erhalten hatte, da dieser Mann weder aus dem Mund stank, noch mit Parfüm überschüttet war, und definitiv küssen konnte.

Denn Parfüm war nicht nötig, denn James mochte es nicht wegen seiner empfindlichen Nase und er konnte, wenn er gut riechen sollte, sachte Pheromone ausstrahlen. Jetzt hielt er sich in Grenzen, denn so viel war nicht nötig und er drängte sich entspannt an Roark heran. Erst, als der Braunhaarige Atem brauchte, löste James die Lippen und lächelte. „Können wir jetzt reden ? Ich möchte dir etwas anbieten.“

Roark brauchte einige Augenblicke bis er sich soweit gefangen hatte, daß er sich wieder auf den Mann vor sich konzentrieren konnte. Noch nie hatte ihn ein einfacher Kuß so sehr erregt oder aus der Fassung gebracht ... und er schluckte kurz, ehe er die Augen leicht verengte. "Ja - und was willst du von mir ? Ich denke du willst nicht, daß ich dir hier einen blase."

James lächelte sacht und genoß es, daß die Hände von Roark noch an seinen Hüften lagen, denn der konnte wohl nicht wirklich die Finger von ihm lassen. „Nein, nicht jetzt - und eher, daß du mich nimmst, außer du hast Lust, mir einen zu blasen. Aber erstmal, was ich dir anbiete.“ Der Schwarzhaarige fühlte schon die Härte des jungen Mannes und wußte, daß er ein wenig mehr tun könnte, und schon würde er hier von ihm genommen werden. „Ich biete dir eine Arbeit bei mir im Club an ... zehn Pfund die Woche.“

"Zehn ... Pfund ?!!" Im erstem Moment dachte Roark, er hätte sich verhört ... doch dieser Adelige blieb trotz dem leichten Lächeln auf dessen Lippen ernst und so schluckte der junge Arbeiter schwer, ehe er ihn etwas näher an sich zog und unwillkürlich aufstöhnte, als er dessen Härte an seiner eigenen spüren konnte, da sie fast gleichgroß waren. "Zehn Pfund sind mehr, als ich in einem Jahr verdiene - und du willst mir das in der Woche geben ? Was muß ich dafür tun ? Ich bin bestimmt nicht so gut, daß du mir für Sex so viel bietest."

„Doch, für Sex mit einem Kunden ... allerdings mußt du bei dem machen, was du hier gemacht hast. Ihm einen blasen, dich von ihm nehmen lassen, usw. Aber nur bei ihm, außerhalb kannst du mir gern die Freude machen. Du bekommst ein eigenes großes Zimmer, ein eigenes Bad, und in der großen Küche gibt es für die Angestellten immer was zu essen.“ James erzählte gleich alles, und war dabei natürlich ganz ruhig.

Und gerade diese Ruhe war für Roark ausschlaggebend dafür, daß er ihm glaubte. "Also verstehe ich das richtig - du hast einen Kunden, der geil auf einen groben Kerl wie mich ist und mich ficken will ? Und außerhalb der Arbeit könnte ich sogar an dich ran, und bekomme noch ein Zimmer mit Bad und Essen ? Neben dem Verdienst ? Verdammt ..." Das alles klang wie ein Traum - und viel zu gut, um wahr sein zu können. "Ich hoffe du bist keiner von denen, die Leute von der Straße locken und für diese Rituale opfern ... ich kann mich wehren und töte auch, wenn es sein muß."

Wie Roark war gefiel James wirklich, und er war ein harter Kerl. „Genau so ist es und Nein, keine Ritualopfer, so etwas gibt es bei mir ganz sicher nicht. Nur aus medizinischen Gründen ein klein wenig von deinem Blut.“ Allein, daß seine Haut so hell war konnte dafür sprechen, daß er doch nicht ganz gesund war ... aber seine Kraft war natürlich wieder ein Widerspruch. „Ich denke, wir holen jetzt deine Sachen, du kannst gleich in dein neues Zimmer einziehen.“

Als er das mit dem Blut hörte, runzelte Roark kurz die Stirn - doch dann zuckte er mit den Schultern und zog den Schlankeren erneut an sich, küßte ihn leidenschaftlich und knurrte leise in der Kehle, als er die Lippen wieder löste. "Das ist kein Problem - ich habe gutes Heilblut und verkrafte das. Ich sage aber gleich dazu, daß ich noch meine Miete schulde ... das müßtest du dann übernehmen, Boß. Ich habe nämlich nicht genug Geld dafür, da ich heute rausgeworfen wurde und die Freier nicht genug zahlten." Erst jetzt nahm Roark auch seine Hände von den Hüften dieses ausnehmend schönen Mannes und betrachtete ihn genauer, da er das Angebot annahm.

„Nun, das ist auf jeden Fall noch drin. Dann gehen wir mal los, denn ich empfange den Kunden später.“ James sagte es gleich, denn er würde den Lord zuerst in Empfang nehmen, weil er ihn genau kennenlernen wollte, um ihn einzuschätzen. Für Roark nahm er die Brille kurz ab, denn so konnte er auch die blauen Augen seines neues Arbeitgebers sehen.

Ein Anblick, den dieser für einen Moment genoß, ehe er sich von der Wand löste und zum Ausgang der Gasse nickte. "Vielleicht solltest du dir eine Droschke rufen, Boß - das Loch, in dem ich mein Zimmer habe, ist ein ziemlich Stück entfernt und von da aus wird es noch weiter zurück in die Gegend sein, in der du sicherlich wohnst." Für Roark wäre es keine Mühe, die Strecke zu gehen ... doch er war sich sicher, daß dieser schöne Lord sicherlich nicht wie ein gewöhnlicher Arbeiter durch den Dreck der Straßen gehen wollte.

James nickte und verdeckte mit der dunklen Brille wieder seine Augen. „Hätte ich nicht den Termin, so wäre ich auch gelaufen. Aber heute muß ich wirklich eine Droschke nehmen.“ Um eine zu bekommen, mußten sie nicht zu weit laufen ... und James würde sie auch warten lassen, damit sie gleich zu dem Club kommen konnten, Roark dort gleich sein Zimmer bekam, und James sich dem Kunden zuwenden konnte.

 

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