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“Süße Liebe”, Teil 1

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Es war das erste Mal, daß Dash sich so frei bewegen konnte. Er war gekauft worden und sein neuer Besitzer wollte ihn nicht zum Kämpfen benutzen, sondern die Vorliebe stärken, die er bisher nur als Belohnung machen durfte. Aber erstmal stöberte der Honigdachs um seine Höhle herum, und kratzte durch seinen Instinkt einen Baumstamm, der am Boden lag an, und hier und da rieb er sich einfach an Bäumen, um so sein Revier zu markieren. Das leichte Fell, das ein wenig an seinem Rücken die Wirbelsäule herabwuchs. war dabei nützlich und es tat auch gut. sich so den  Rücken schubbern zu können. In seiner Höhle hatte er sich schon umgesehen. und es war unglaublich. daß er eine eigene große Küche bekommen hatte, in der er seine Vorliebe und somit sein Talent ausleben konnte. Er mochte Honig und allgemein auch Süßes ... und er war datz geboren, ein Konditor zu werden. Pralinen und Kuchen konnte er und jetzt würde er auch noch dazukommen, weiteres zu machen und sich beizubringen. Zutaten bekam er von hier draußen, aber auch durch den Portalriß, der mit der Großküche des Palastes verbunden war. Er wußte aber auch durch seinen neuen Besitzer, daß es hier noch andere Tiermenschen gab, aber daß er nicht mit ihnen kämpfen mußte. Der Tiermensch in seiner Nähe war sogar gar kein Kämpfer, und daran würde Dash sich auch halten. Der wurde gerade von Fei besucht, denn auch sein Schmetterlingsmann mußte noch von dem frisch zugezogenen Honigdachs erfahren. Caris war sicher bei dem blühenden Baum zu finden, in dem er lebte, und Fei lächelte, als er ihn erblickte. „Caris, mein Hübscher.“

Der junge Orangehaarige war gerade in ein Buch vertieft gewesen, als er die tiefe Stimme seines Herrn hörte. Noch im gleichen Moment, in dem dieser durch den Türvorhang seiner Wohnhöhle schlüpfte, legte Caris das Buch auf die Seite und sprang ihm schon förmlich in die Arme, kuschelte sich an den starken Körper des Drachen und gurrte sanft vor Wohlbehagen. "Herr ... ich freue mich so, euch zu sehen !"

Fei fing ihn natürlich gleich und hob ihn auch hoch, denn so konnte Caris sich noch etwas mehr an ihn kuscheln. Genau so setzte er sich mit ihm hin und streichelte sanft durch dessen lange, orangefarbigen Haare. „Ich wollte etwas schmusen und dir sagen, daß du hier nicht mehr ganz alleine lebst. Ein Honigdachsmensch ist neu und hat eine Höhle im Waldteil. Aber er ist nicht böse - vielleicht etwas brummig, aber er ich hab ihm von dir erzählt, und er wird dir nichts tun.“ Das sprach er jetzt auch gleich an, denn es war wichtig, damit sein Schmetterling sich nicht erschreckte.

Jener erschrak aber dennoch, als er das hörte - denn er besaß eine instinktive Angst vor starken Jägern, da er so zart gebaut war und gerade Fleischfresser sein süßes Blut und sein ebenso süßes Fleisch sehr liebten. Doch die Ruhe Feis und dessen Worte beruhigten Caris wieder und er schluckte kurz, ehe er zaghaft lächelte und kurz nickte. "Wenn ihr es sagt, Herr ? Dann bin ich vorsichtig ... erzählt ihr mir noch ein wenig von ihm ? Damit ich keinen Fehler mache."

Fei streichelte Caris weiter, um ihn zu beruhigen, und lächelte warm. „Ja, ich erzähle noch ... du brauchst auch wirklich keine Angst haben, weil er nicht aggressiv wird weil du nicht aggressiv bist, das wird er riechen. Und er macht so etwas.“ Fei hatte einen Praline, die Dash gemacht hatte, aufgehoben und reichte sie seinem Schmetterling. „Für dich, es wird dir schmecken.“

Jener nahm die Praline zögerlich an und roch neugierig, ehe er stutzte und zu lächeln begann. "Das riecht nach Schokolade und Veilchen, Herr ? Und nach Kirschen ..." Dann biß er vorsichtig von der Oberseite, die aus dem Papierchen ragte, und kaute sacht, ehe er leise aufseufzte und sich an die kräftige Brust des Drachen anlehnte. "Das schmeckt herrlich, Herr - einfach nur wunderbar. Eure Gäste werden begeistert sein, Herr."

„Ja, das werden sie, und es wird nicht nur für sie sein. Ihr bekommt auch etwas ab ... und ich kam so zu ihm, denn die Pralinen gab es bei dem Treffen mit anderen hohen Wesen, bei denen auch Kämpfe waren. Er durfte wohl nur als Belohnung tun, was er so gern tut. Und ich konnte nicht anders, als ihn zu kaufen.“ Fei lächelte warm, denn es war einfach seine Vorliebe für Tiermenschen. „Er ist froh, daß er nicht mehr so zwingend kämpfen muß, und erkundet gerade ein wenig alles.“

"Ah, dann war er es, den ich vorhin gehört habe ? Es hörte sich an, als ob ein großes Raubtier seine Krallen in die Bäume schlägt, deshalb bin ich auch hier in meinem Baumhaus, ich hatte Angst." Es war Caris peinlich, das zuzugeben ... doch nun sah man ihm seine Erleichterung deutlich an. "Erzählt ihr mir noch ein wenig von ihm, Herr ? Wird er sich denn mit Ashay und Thi treffen, um mit ihnen zu trainieren ? Ihr Trainingsplatz ist ja nicht weit von hier bei den Felsen, ein wenig weiter in die Savanne hinein."

„Ja, er markiert mit seinen Krallen, aber er ist nicht bösartig. Und ob er mit Thi oder Ashay trainiert, das kann er selber entscheiden. Wo es ihm möglich ist habe ich ihm erklärt - ich denke, es wird etwas dauern, weil er sich erst einleben will. Und du erkennst ihn sofort, er hat schwarze Haut und weiße Haare. Die Haare wachsen ein kleines Stück über die Wirbelsäule herab. Ich habe festgestellt, daß er das Kraulen da ganz gern hat.“ Beim Letzten lächelte Fei wieder warm und er hoffte, daß er Caris genug erzählt hatte. „Ich denke, du findest auch noch etwas über ihn heraus. Ich lerne ihn auch noch richtig kennen, aber ich fühle, daß er sich hier wohlfühlt, und das ist mir das Wichtigste.“

"Ich weiß, Herr - ihr seit so gütig und fürsorglich, einen besseren Herrn könnte sich Niemand wünschen." Caris meinte seine Worte ernst und er lächelte, ehe er dem Drachen einen scheuen Kuß auf die Lippen hauchte und sich dann wieder an ihn kuschelte. Für ihn war Fei nicht nur sein Herr - er liebte und vergötterte ihn, denn er hatte am eigenen Leib erfahren, wie sehr sich Fei um seine Tiermenschen kümmerte und sich um sie sorgte. Als Fei Caris vor einigen Jahren vor dem Efreet rettete, der ihn verstümmelt und fast getötet hätte, heilte er ihn ... doch er akzeptierte auch, daß Caris noch nicht dazu bereit war, seine in schillernden Blau- und Weißtönen leuchtenden Zierschwingen wiederzubekommen, da der Schock noch immer zu tief in dem Schmetterlingsmann saß. Gerade daß Fei ihn auch ohne die Schwingen akzeptierte und schätzte, vertiefte die Treue von Caris immens - und er würde alles für den Drachen tun. "Darf ich fragen, was ihr von mir erwartet, Herr ? Also wegen dem neuen Dachsmensch."

„Nicht viel, nur daß du ihm hin und wieder ein paar Nektarperlen bringst. Er könnte zwar klettern, wenn er wollte, aber seine Hände würden die Blüten kaputt machen. Du mußt auch nicht zu nah, einfach in die Nähe der Höhle ablegen, dann wird seine Nase das schon finden.“ Fei verband die zwei so natürlich ... aber er sagte es nicht, da er beide nicht verschrecken wollte.

Davon ahnte Caris auch nichts und nickte, ehe er sich wieder leise gurrend an Fei herankuschelte. Er wußte, daß sein Herr nicht lange bleiben konnte, da er noch viele Pflichten hatte und auch nach den anderen Tiermenschen sehen wollte, doch der schlanke, orangehäutige Schmetterlingsmann kostete jeden Moment, den er erhaschen konnte aus und gurrte noch ein wenig inniger, als die Finger des Drachen durch seine Haare kraulten.

Über den Rücken streichelte er nicht, denn dort waren die Stummel der Flügel, und sein Schmetterling war dort einfach zu empfindlich. Fei kraulte daher noch weiter durch das Haar und küßte ihn nach einer Weile sacht. „Leider muß ich los. Ich sehe aber natürlich weiter nach euch beiden.“

Ein leises "Ich weiß, Herr. Und danke." wispernd, genoß Caris noch die Nähe Feis, ehe er sich von ihm löste und auf die Seite trat, damit Fei aufstehen konnte. Dann umarmte er ihn noch kurz, ehe der Drache durch einen Riß verschwand und seufzte leise, als er wieder alleine war. Die Besuche Feis waren immer schön, so wie auch die seiner Freunde ... doch wenn er wieder alleine war, merkte Caris immer, daß auch er sich nach einem Gefährten sehnte.

 

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Derweil hatte Dash sein Revier mit seinem Geruch markiert, und auch brav nur an Bäumen seine Kratzer gemacht, wo die Rinde nicht zu sehr kaputtging. Nebenher hatte er noch Waldbeeren gefunden und war auch schon ein wenig zum Waldrand gegangen, wo die Fruchtbäume standen. Allein hier war seine Nase komplett aktiv und er genoß es, denn wo er bisher lebte, konnte er seine Nase nur bei seiner Belohnung einsetzen. Genascht hatte er auch schon und es hatte auch Beeren gegeben, die er nicht kannte, die ihm aber wirklich gut schmeckten. Fleisch zum Essen bekam er aber auch so viel, wie er mochte, und das ließ ihn ruhiger werden. Jetzt so frei zu sein war beruhigend, und auch wenn er wußte, daß nicht zu weit weg ein Platz war, wo er mit Anderen trainieren und kämpfen durfte, hatte er noch nicht den Drang dazu. Sein Drang war jetzt, seine Küche auszutesten, die voll und ganz auf Süßes machen ausgelegt war.

In der Zwischenzeit war Caris wie gewohnt über die mannsdicken Zweige der Blütenbäume zu einer Stelle gegangen, an der er die Nektarperlen noch nicht geerntet hatte. Doch als er hörte, wie Jemand Früchte von den Bäumen brach, zögerte er noch ... dann neigte er sich ein wenig auf dem Ast, auf dem er saß, vor und seine Augen weiteten sich, als er den Mann sah, der nun in seiner Nähe lebte. Fast sofort wich Caris wieder zurück, auch wenn er den Schwarzhäutigen weiter beobachtete ... und der schlanke Schmetterlingsmann schluckte schwer, als er die langen, scharfen Krallen sah, mit denen dieser Mann über die Rinde eines der Bäume kratzte. Die Leichtigkeit, mit der die Krallen die Rinde durchschnitten zeigte ebenso wie die harten Muskeln und die langen, für einen Moment sichtbaren Fänge, daß der Mann ein Fleischfresser und gefährlich war ... und Caris wich noch ein wenig mehr hinter die unterarmlangen, bunten Kelchblüten des Baumes zurück, damit er nicht entdeckt wurde. Sicherlich hatte Fei ihm versichert, daß dieser Mann ihm nichts tun würde - doch der schlanke Schmetterlingsmann reagierte instinktiv, auch wenn er den Mann weiterhin beobachtete.

Dash hatte seinen Beobachter aber gleich bemerkt - trotzdem reagierte er nicht und sah in die Richtung, denn sein neuer Herr hatte ihm gesagt, daß dieser Schmetterlingmann keine Gefahr und eher scheu und schüchtern war. Aber er roch für Dash wirklich verlockend und er lenkte sich ab, als er eine der großen Blüten betrachtete. Dort roch er die Blütenperlen, die ähnlich süß rochen wie Honig. Es war schon verlockend, aber wenn er eine Blüte abbrach um sich eine der Nektarperlen zu holen, würde er sie kaputtmachen, und dann würde keine Frucht daraus werden. Trotzdem versuchte Dash kurz, ob er vorsichtig mit seiner Kralle herankam um die Perle zum Platzen zu bringen, damit er die Flüssigkeit kosten konnte. Aber bei dieser Art war sie so tief, daß er es aufgeben mußte, und er grollte und murmelte ein leises „Schade ...“. Erst dann ging er weiter und wollte zurück zu seiner Höhle, um seine Küche zum ersten Mal zu benutzen.

Während der ganzen Zeit hatte Caris ihn beobachtet ... und er schluckte schwer, als er ihm hinterherblickte. Da der Honigdachsmann nur eine Hose anhatte, sah man dessen kräftigen Oberkörper und die ebenso kräftigen Arme mehr als nur gut - und als Caris merkte, daß er darauf blickte, erschrak er und schloß kurz die Augen. Er öffnete sie jedoch wieder, als er Dash dabei beobachtete, wie dieser vergeblich versuchte, an die Nektarperlen zu  kommen, und der schlankere Schmetterlingsmann lächelte unwillkürlich, da die Hände Dashs dazu einfach zu groß waren. Allerdings waren es schöne, kräftige Hände - sie erinnerten Caris an die Hände ihres Herrn, auch wenn die Hautfarbe anders war und sie mehr Narben besaßen. Am Meisten verblüffte den Orangehäutigen aber die dunkle Stimme des Dachsmannes, denn er hatte nicht erwartet, daß sie so dunkel und weich klang. Eigentlich hätte er eine knurrigere Stimme erwartet - doch dann riß Caris sich zusammen und überlegte, was er tun sollte. Denn einfach nachrufen oder ihm hinterhergehen traute er sich nicht, da er ihn nicht verärgern wollte ... doch andererseits war Caris neugierig und so fällte er schließlich einen Entschluß und wartete so lange, bis Dash nicht mehr zu sehen war. Erst jetzt stand er auf und ging über die Äste der Bäume zu seinem Wohnbaum, nahm dort einen seiner Graskörbe und legte ein sehr großes Blatt hinein, ehe er wieder über die Äste zu einem weiter weg wachsenden Blütenbaum lief. Es war ihm ein Leichtes, mit seiner schlanken Hand in die Kelche der Blüten zu greifen und dort vorsichtig einige der Nektarperlen herauszuholen, die er in dem Korb sammelte ... und als er genug hatte, stieg er herab und folgte den Spuren des Dachsmannes, damit er ihm die Nektarperlen hinlegen konnte.

 

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Dash hatte seine Küche durchgeschaut und da er Früchte mitgenommen hatte, konnte er nicht widerstehen und beschäftigte sich gleich mit ihnen. Seine Krallen hatte er weggeformt, und so waren seine Finger für diese feine Arbeit tauglich. Er entkernte die Früchte und kochte sie gleich ein, um eine feine Marmelade zu bekommen. Die konnte er dann für vieles verwenden, und er hatte die Früchte zuvor auch gekostet und wußte gleich, wieviel Süße noch daran mußte. Jetzt war er deutlich in seiner Ruhe, und er liebte diese Küche schon jetzt.

Und dabei wurde er von Caris beobachtet, da man durch das große Fenster in dem riesigen Felsen, in dem der Honigdachsmensch seine Wohnhöhle hatte, sehr viel sehen konnte. Und nicht nur das - man konnte den herrlichen Duft der kochenden Früchte auch durch das gekippte Fenster riechen und der Orangehäutige seufzte lautlos, da es so wundervoll roch. Es war auch schön zu sehen, wie ein Lächeln das zuvor noch leicht grimmige Gesicht Dashs erhellte ... ein Lächeln, das man trotz des Bartes sehen konnte, den dieser trug, und das Caris irgendwie mochte. Allerdings wartete er, bis Dash sich von ihm wegdrehte, ehe er den Korb auf das Fensterbrett stellte und so schnell er konnte wieder hinter die Büsche verschwand, damit er nicht gesehen wurde.

Dash hatte durch seine scharfe Nase etwas von dem Blütenperlen in der Nähe gerochen und als seine Ohren auch etwas am Fenster hörten, blickte er nur aus den Augenwinkeln und sah kurz den orangehaarigen, zarten Mann, der den Korb vor das Fenster stellte. Es mußte der Schmetterling sein und erst, als dieser sich wieder versteckt hatte, drehte Dash sich ganz herum, grollte weich und ging an das Fenster, um es zu öffnen. Er nahm den Korb vorsichtig auf und nun war er ganz sicher, daß ihm die Blütenperlen geschenkt worden waren. Dash tat so, als würde er sich umsehen und lächelte nun einen Moment, bevor er sich abwandte und den Korb vorsichtig mit sich zu dem Marmortresen nahm, weil er die Perlen dort sacht in eine große Schale legte.

Erst jetzt atmete Caris erleichtert aus und schlich vorsichtig weg, da er sah, daß der Honigdachsmensch die Nektarperlen zu mögen schien. Er würde ihm öfters einmal welche vorbeibringen, und vielleicht auch die frischen Früchte aus den Baumkronen ... und ihm vielleicht ein wenig dabei zusehen, wie er in dieser herrlich großen Küche arbeitete. Erst, als deer schlanke Schmetterlingmann schon fast bei seinem Wohnbaum ankam, fiel ihm ein, daß er den Korb bei Dash gelassen hatte - doch dann zuckte er kurz mit den schlanken Schultern, da er noch mehr Körbe hatte und für die Früchte so oder so einen größeren Korb brauchte.

 

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Am nächsten Tag lächelte Caris, als er von der Sonne und den sanft zwitschernden, unterarmlangen Kolibris geweckt wurde, die schon fleißig die Nektarperlen naschten und die Blüten dabei befruchteten. Wie immer, ließ sich der Orangehäutige ein wenig Zeit damit, sich zu baden und lächelte, als er danach ebenfalls in die Zweige kletterte, die überreich an den Bäumen blühten. Es war ihm ein Leichtes, einige Nektarkugeln zu ernten und sie gleich zu essen, ehe er auch einige der faustgroßen, an Kirschen erinnernden Früchte pflückte und sie aß. Gerade in dieser Hinsicht war es mehr als nur praktisch für Caris, daß er als Schmetterlingsmischling vor allem Nektar und Früchte aß, auch wenn er jeden Tag ein klein wenig Fleisch und Gemüse kochte, damit er sich ausgewogen ernährte. Leise vor Wonne gurrend, genoß er die warme Sonne und reckte sein Gesicht, während auch die schlanken, langen Fühler sich in dem warmen Licht wiegten. Erst nach einer Weile stieg Caris wieder hinab und ging in seine Wohnung, summte leise und nahm einen der etwas größeren Körbe, um nun für seine eigene Vorratskammer und auch für Dash ein paar Früchte und Nektarperlen zu sammeln.

 

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Dash war derweil schon voll und ganz bei seiner Vorliebe ... er hatte aus den Blütenperlen einen Sirup hergestellt, und den goß er nun vorsichtig auf einen feinen und weichen Kuchen. Der sog den Sirup auf und der Honigdachs lächelte zufrieden, denn so war es optisch ein einfacher Kuchen, aber er würde saftig und süß schmecken. Das hatte er schon bei Miniküchlein ausgetestet und nun machte er einen weiteren kleinen, der nicht mehr als ein Test war, und legte schließlich noch ein paar kleine Blüten darauf, die keine Beeren oder Obst wurden, die man aber essen konnte. Es war ein sachtes Verzieren und als er fertig wurde, grollte er wieder weich, weil er sehr zufrieden war. Dieser Sirup würde eine der ganz besonderen Zutaten zum Genießen sein. Er stellte aber noch eine zweiten, identischen Kuchen her, denn einen bekam sein Herr und den zweiten, komplett Ausgetüftelten bekam ein Anderer. Für seinen Herrn stellte er das Küchlein zu dem kleinen Portal, und es würde auch gleich zu ihm gebracht werden. Das Zweite stellte er vorsichtig in das Körbchen, das er bekommen hatte, und das stellte er auf sein Fensterbrett. Es war ein Danke für die Blütenperlen, die er bekommen hatte.

Ein wenig später kam Caris zu der Wohnhöhle des Honigdachsmenschen und versteckte sich wieder hinter den Büschen, während er beobachtete, was der Schwarzhäutige tat. Es war schön, ihm beim Backen zuzusehen ... denn man sah nur zu deutlich, wie glücklich er war, und das Lächeln auf den zuvor so harten Lippen war ehrlich und von Herzen. Ein Anblick, der den Orangehäutigen leicht golden auf den Wangen werden ließ, doch dann sah er den Korb und zögerte. Erst, als Dash sich umdrehte, schlich Caris sich näher und stellte den größeren Korb mit den Früchten und Nektarperlen auf das Fensterbrett, nahm den kleineren Korb und schlich wieder in die Büsche, um sich zu verstecken. Erst hier sah er mit großen Augen den kleinen Kuchen und roch daran, gurrte unwillkürlich bei dem herrlichen Geruch auf und nahm schließlich einen kleinen Bissen. Dabei schloß er seine Augen vor Genuß und gurrte erneut kurz auf, denn der Kuchen schmeckte so gut wie keiner, den Caris bisher gegessen hatte.

Dash hatte Caris schon bemerkt, als er den kleinen Korb gegen den tauschte, den er mitgebracht hatte, aber der Honigdachsmann hatte sich nicht umgedreht.. Er ging nur langsam zu dem Fenster und nahm den Korb, den er nun bekommen hatte, davon herunter und sein Blick beobachtete den Schmetterling, der leise gurrte und sich nicht so gut verstecken konnte. Scheinbar lenkte ihn das Küchlein davon ab, sich auf das Verstecken zu konzentrieren und so konnte er sehen, wie der zarte Orangehäutige fast beim Kosten des süßen Kuchens dahinschmolz und wieder gurrte. Erschrecken wollte Dash ihn nicht, und so blieb er leise und kuckte nur zu, wie der hübsche Schmetterling, der aber keine Flügel hatte, einen weiteren zarten Bissen nahm und wieder gurrte.

 

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