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“Liebe geht durch den Magen”, Teil 1

Wie üblich wurde Fei mir allen Ehren begrüßt. Eigentlich schleimte der Arenabesitzer regelrecht, aber es zeigte dem Drachen, daß der Efreet ihn respektierte. Fei wollte sich hier wieder einmal umsehen, ob er einen Tiermenschen für seine Insel fand ... sein Löwe brauchte unbedingt Jemand, mit dem er trainieren konnte, und die Arena bot sich regelrecht dazu an. "Gibt es neue Kämpfer ?" fragte er kühl, und blickte dem Efreet direkt in die Augen.

Der rothäutige Feuerdämon wollte gerade antworten, als ein lautes Brüllen von den hinteren Käfigen kam und ihn aufknurren ließ. "Ja, es gab sieben neue Kämpfer - doch nun sind es nur noch drei, denn einer von ihnen hat mir vier schon vor den Kämpfern getötet, ehe ich ihn in einen Einzelkäfig sperren konnte. Ein Straßenkater ... eine besondere Züchtung, bei der die Instinkte verstärkt wurden. Und genau das bringt mir nun diese Probleme ! Denn ich habe hier auch rollige und trächtige Katzenweibchen, und der verdammte Kater will zu ihnen und zerfleischt alle anderen Kater und Kämpfer, die ich habe !"

"Ist das so ?" Fei hob eine Braue und blickte zu den Käfigen, in denen der Katermensch herumtobte, fauchte und versuchte, an die Kater zu kommen, die im Nachbarkäfig an den hintersten Gitterstäben kauerten, da sie wirklich Angst hatten. "Hört sich an, als wenn du ihn loswerden willst ... er ist nicht gut fürs Geschäft."

"Machst du Witze, Fei ?! So gut das auch bei ihm im Kampf ist, er verängstigt mir die anderen Kämpfer so sehr, daß sie zu nichts mehr taugen ! Verflucht soll der verdammte Züchter sein - bei den Anderen war es nie so stark, aber bei dem hier hat ers total verhauen. Sie meinten daß es an seinen Genen liegt ... aber ich sage dir, bei ihm wurde gepanscht, und man hat ihn mir als besten Kämpfer verkauft !" Der Efreet fluchte wieder, als der mit hellblauem Fell bedeckte Kampfkater sich gegen die Gitter warf, da er zu den Kätzinnen wollte ... egal, ob diese ihn wütend anfauchten und sichtbar zeigten, daß sie ihn nicht wollten. Thi konnte die Rolligkeit von einigen von ihnen riechen und war heiß auf sie - und auch die trächtigen Katzenweibchen lockten ihn, denn sie sprachen seine extremen Beschützerinstinkte an.

"Na, dann ist er ja wirklich ein ganz wilder Geselle. Ich nehme ihn dir ab, hier." Fei handelte nicht großartig, sondern gab dem Efreet einen Beutel mit Edelsteinen. Der Preis war gut und wenn der Rote klug war, nahm er ihn einfach an ohne nachzusehen, da bekannt war, daß Fei großzügig zahlte.

Der Efreet hob nur kurz eine Braue - dann lachte er schallend auf und schloß die Krallen um den Beutel, ehe er breit grinste und nickte. "Ehrlich, Fei - du und deine Vorliebe für Tiermenschen. Aber mir soll es recht sein, ich bin froh, wenn ich diesen Mistkerl loshabe. Arrhy, wirf diesen tollwütigen Mistkerl raus und kette ihn an - ich habe einen Käufer für ihn !!" Ein riesiger Titanmischling nickte auf den Befehl seines Herrn und feuerte einen Blitz auf den Straßenkater, der sofort zu Boden ging ... dann schloß er den Käfig auf und legte dem Gelähmten Ketten an, ehe er ihn aufhob und zu seinem Herrn brachte, der ihn dem Drachen gab. "Hier ist er, Fei. Noch viel Spaß mit ihm - er wird dich so zerkratzen, daß selbst deine Heilkraft Schwierigkeiten bekommen wird."

Fei nahm den Ohnmächtigen an sich und nickte sacht. "Wir sehen uns wieder, vermute ich." Er hob den Kater sacht hoch, und verließ die Arena durch einen Riss. Er hatte genau das, was er suchte gefunden, und brachte ihn auch gleich in das Gebiet seiner Insel, in dem er leben sollte. Dort angekommen, weckte er ihn, und nahm ihm auch sofort die Fesseln ab.

Es dauerte noch einige Momente, bis die leichte Selbstheilung des Blaubefellten dafür sorgte, daß er wieder klarer im Kopf wurde. Und noch im gleichen Moment fauchte er auf und ging in Angriffstellung, da er mehr als nur irritiert war. Denn er war nicht mehr in einem Käfig, sondern in einem uralten Laubwald auf einer Lichtung ... und vor ihm stand ein großer Mann, der fühlbar mächtig und kräftig war. Und noch etwas fiel Thi auf: Er trug keine Ketten mehr, und dieser Mann hielt auch keine Waffen in seinen Händen. "Was ... wo bin ich, verdammt ?!! Und was hast du mit mir vor ??!!!"

"Du bist hier sicher, und kannst frei leben. Und ich habe gar nichts mit dir vor." Fei blieb ganz ruhig, er wartete noch ab. Weiter weg lag Myo in einer bequemen Baumhöhle ... er hörte das Schreien und seine Ohren zuckten leicht, denn er war sonst immer allein hier.

Zuerst antwortete dem großen Drachen nur ein lautes Knurren und Fauchen. Einerseits konnte Thi zwar riechen und auch sehen und fühlen, daß der Drache ruhig war und nicht log ... doch es klang zu gut, um wahr zu sein, und so fletschte der Straßenkater wieder die Fänge und verengte die Augen. "Pah - das kannst du sonstwem erzählen, aber nicht mir ! Du hast mich garantiert gekauft, und Niemand kauft einen Kampfsklaven und läßt ihn dann frei !! Also sag mir sofort, was du vorhast, oder ich reiße dir die Antwort raus !"

Fei ahnte, daß reden keinen Zweck hatte, und so packte er blitzartig zu, griff den Kater und warf ihn zu Boden. Dort biss er ihm in den Nacken und fühlte sofort, wie er ruhiger wurde. Ein Nackenbiss half bei Katzen immer und der Drache zeigte nun, wie stark er war und löste den Biss, als Thi ganz ruhig wurde. Dabei streichelte er ihm etwas sanfter über den Körper, und brachte ihn sogar schon zum Schnurren. "Ich habe noch einen von deiner Art hier, du sollst mit ihm zusammenleben. Auch er ist eine Zucht, aber kein Kämpfer ... und du wirst ihm nichts antun. Du wirst hier frei mit ihm leben, verstehst du das ?"

Es war beschämend für Thi, daß der Andere ihn so leicht überwältigen konnte - doch der Kater merkte schnell, daß dies ein sehr mächtiges Wesen sein mußte, denn er konnte es riechen und auch an dessen Muskeln spüren. Daß er noch weicher wurde, als der Große ihn nun streichelte, war noch beschämender ... doch es fühlte sich einfach viel zu gut an, und gerade hier erwachten in Thi seine starken Instinkte noch stärker. "Einer ... wie ich ? Ein Kater ? Und ... meinst du das wirklich ernst ? Daß ich hier frei bin ... Herr ? Aber wozu hast du mich gekauft, wenn ich nicht dein Kampfsklave bin ?" Es fiel dem Blaubefellten sehr schwer, die höfliche Anrede anzuhängen, doch er tat es - einerseits weil er wußte, daß der Große ihn mit Leichtigkeit töten konnte und andererseits, da er frei und nicht mehr eingesperrt sein wollte.

"Als Trainingspartner für einen Löwen, aber das hat Zeit ... du sollst dich erst einleben, und mit Myo anfreunden. Ich bin sicher, du wirst mit ihm auskommen, er ist nicht dominant. Ihr könnt zusammen in einer Höhle leben oder auch nicht, das steht dir frei." Fei lockerte seinen Griff noch weiter und streichelte den Kater weiterhin, damit er ruhig blieb.

Das Streicheln war wirklich schön und das zuvor noch leichte, kratzige Schnurren verstärkte sich ein wenig, ehe Thi schließlich antwortete. "Mit einem Löwen ? Gut ... wenn du es willst ? Ich kämpfe gerne, und bin mehr als nur gut. Und es wäre besser für den anderen Kater, wenn er nicht dominant ist - denn sonst verletze ich ihn, und das willst du sicher nicht. Wie ist es mit Essen ? Und gibt es Andere hier ? Also außer dem Löwen ?" Je mehr Thi wußte, desto weniger Ärger konnte er sich einhandeln ... und schließlich setzte er noch ein "Ich heiße Thi ... Herr." nach, als Fei ihn hinter dem empfindsamen Katzenohr kraulte.

"Thi ? Gut, ich bin Fei. Ich bin ein Drache, und besitze das Badehaus auf dieser Insel." Fei setzte sich nun und zog Thi auf seinen Schoß, um ihn da weiter hinter dem Ohr zu kraulen. "Im Badehaus sind Kunden - du wirst dort nicht hingehen, das tut keiner von meinen Schätzen. Hier auf der Insel leben noch mehr Tiermenschen, sie haben jeder ihr Revier und auch Partner. Du hast das Revier hier mit Myo zusammen, auch wenn er seine Höhle eigentlich kaum verlässt."

Es war sichtbar neu für den Kater, so verwöhnt zu werden - doch sobald er hörte, daß Fei ein Drache war wußte er, daß er niemals eine Chance gegen ihn hätte und nutzte es lieber aus, daß dieser Drache so guter Laune war und ihn kraulte. "Gibt es Grenzen bei den Revieren ? Und die anderen Tiermenschen - sind da auch Weibchen dabei ? Ich habe ... ich ..." Es fiel Thi sichtbar schwer, darüber zu reden und ohne daß er es verhindern konnte, erwachte maßlose Wut auf seinen Züchter, ehe es unter dem Kraulen Feis wieder schwächer wurde und er nur wütend zu ihm aufblickte. "Meine Instinkte sind sehr stark, Herr. Ich weiß nicht, ob ich mich zurückhalten kann, wenn es hier Weibchen gibt ... vor allem Katzenweibchen."

"Die wirst du hier nicht finden - es gibt hier gar keine Frauen. Und ja, die Reviere sind abgegrenzt. Genau wie das Badehaus, ich sag es nochmal, ich will dich da nicht sehen ... meine Kunden sollen nicht in eure Nähe kommen. Was das Essen betrifft ... du kannst jagen, wenn du es möchtest. Ich denke, es dürfte auch in deiner Natur liegen. Im Gegensatz zu Myo - er hat es nie gelernt und hat keinen Drang danach, es wurde ihm weggezüchtet. Ich versorge ihn daher." Es war schade, daß es solche Zuchten gab ... aber Fei hatte den Kater unbedingt befreien wollen, und kümmerte sich nun natürlich auch um ihn.

Als Thi hörte, daß es hier keine Frauen gab, war er zuerst sehr erstaunt - doch dann entspannte er sich langsam und kam ein wenig näher zu Fei, da das Kraulen einfach nur guttat und seine Wut wieder verrauchte. "Daß es keine Frauen gibt, ist gut ... ich bin in der Arena halb wahnsinnig geworden, weil meine Instinkte Amok liefen. Und ich werde mich davor hüten, zum Badehaus und den Kunden dort zu kommen - ich habe keine Lust, daß mich einer von denen fängt und frißt." Dann verstummte Thi wieder und schnurrte leise, als er über die letzten Worte des Drachen nachdachte. Er hatte schon von diesen Zuchten gehört ... und es schauderte ihn, als er sich daran erinnerte. "Ich habe schon von diesen Zuchten gehört, Herr - mein Züchter drohte uns damit, wenn wir ihm nicht gut genug kämpften. Schoßkatzen und Kater ... sie sind völlig friedlich, verschmust und dauernd rollig, viele von ihnen wurden nach den Wünschen ihrer Herren geformt, und die scheinen zum Teil total abartig zu sein. Der Efreet, dem die Arena gehörte, hatte eine dieser Kätzinnen - sie trieb mich halb in den Wahnsinn, denn sie roch so gut und auch wenn sie schon trächtig war, sie lockte uns alle und konnte nicht genug Sex bekommen."

"Ja, das ist schrecklich, ich mag solche Zuchten eigentlich nicht. Aber ich liebe Tiermenschen, und habe schon viele befreit. Und du kannst dich jetzt umsehen, und Myo kennenlernen. Er ist in dort hinten in dem Wäldchen, in einer Baumhöhle. Ich bin sicher, du wirst nicht aggressiv auf ihn reagieren." Fei kraulte noch kurz, dann erhob er sich und ließ den Kater los. "Also dann ... erkunde dein neues Heim."

Thi stand geschmeidig auf und fauchte unwillkürlich leise - doch dann nickte er und zögerte, ehe er einfach loslief. Er hatte noch nie in einem Wald laufen dürfen, auch wenn er schon einmal einen gesehen hatte ... und es fühlte sich einfach nur herrlich an, die langen Krallen seiner Füße in das Erdreich zu graben, und schließlich sprang er auf und landete geschmeidig auf einem der beindicken Äste. Der blaue Kater achtete nicht weiter auf den Drachen, den er auf der Lichtung zurückgelassen hatte - denn der würde gewiß wieder in sein Badehaus oder seinen Palast verschwinden und hatte ihm ja auch erlaubt, hier herumzustromern. Dabei konnte er ein wenig weiter weg auch den großen Baum sehen, der direkt an einem riesigen Findling lag. In dem Baum lag eine Höhle, die sogar Fenster und eine Türe besaß, und wahrscheinlich in den Felsen weiterging. Doch er ging noch nicht dorthin, sondern lief weiter - denn er hatte Hunger und da er ja jagen durfte, würde er es auch tun.

Fei ging aber nicht in das Badehaus zurück - er ging erstmal zu Myo, der sich sofort an ihn schmiegte, und zu schnurren begann. "Du wirst ab jetzt Gesellschaft haben, mein Schöner ... er ist ein Kämpfer, aber er wird dir nichts tun." Myo schnurrte nur immer tiefer, und genoss das Streicheln und Kraulen. Fei nahm noch etwas Fleisch aus einem Riss und fing an, ihn zu füttern. Myo hatte es zwar immer gut gehabt, aber er war so gezüchtet, daß er schmusig war, keine Aggression zeigte und leider dazu neigte, schnell dick zu werden. Fei hatte den Kater schon etwas weniger fett, aber er konnte ihn nicht ganz aushungern. "Werdet ihr euch weiter um mich kümmern, Herr ?" fragte der Rotfellige leise, und Fei nickte. "Ja und ich will auch sehen, ob Thi dich versorgt. Wir werden sehen, aber dir wird es weiter an nichts mangeln." Das Füttern war beendet und Fei streichelte dem Kater nochmal über den Kugelbauch, erst dann erhob er sich und verließ die Höhle, um seinen anderen Pflichten nachzukommen.

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