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“Liebe unter Dieben”, Teil 2

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Erst jetzt rührte sich Keenan wieder und öffnete seine Augen, verengte sie jedoch ein wenig, als er Max betrachtete und schließlich leise schnaubte. "Also bist du nicht nur sein Sklave, sondern auch noch sein Schoßhund und für seine Lust da ? Ich habe so vieles über dich gehört, aber das bestimmt nicht. Alle sagten, daß du so ein unabhängiger Geist und perfekter Dieb wärst ... aber davon sehe ich nichts."

Wie von Max geahnt, hatte Keenan nicht geschlafen und der Fuchsmensch knurrte wütend bei den Worten. "Ich bin NICHT sein Schoßhund, verstanden ?! Er hätte mich töten können als er mich erwischte, eine Kette anlegen können ... und ich wäre wieder ein Sklave, so wie bei deinem Auftraggeber. Der war es, der mich unterwarf und seine Lust an mir stillte, nicht der Hohe Herr Fei. Du weißt auch nur das, was man von mir erzählt, und kennst mich nicht mal. Also maße dir nicht an über mich zu urteilen, nur weil du Schiß hast, daß der Herr dich als Vögelchen haben will, damit er dich vorzeigen und dich ficken kann !" Max war sichtlich wütend, denn er verdankte Fei seine Freiheit und sein Leben. Noch dazu durfte er für ihn stehlen, was man Fei einmal gestohlen hatte, und so sein Können weiterhin beweisen.

Daß der Fuchs den Drachen so vehement verteidigte, überraschte Keenan - doch er ließ sich nicht einschüchtern und schnaubte erneut, als er dem Größeren und Stärkeren antwortete. "Natürlich habe ich Schiß ?! Alle Drachen lieben Geflügelte ... vor allem, wenn sie nochdazu schlanker sind. Und du weißt so gut wie ich, daß mein Stamm nicht mehr sehr groß ist, seit die hohen Wesen entdeckt haben, daß wir unsere Schwingen wegformen können - viele brüsten sich damit, daß sie eine Elster besitzen, und zeigen uns in ihren Käfigen umher ! Dieser Drache mag dich vielleicht anders behandeln, weil du ein Fuchs bist ... aber er wollte mich sofort hierhaben, und das heißt für mich, daß er schon einen Käfig für mich bereithält, egal, was er sagt. Und was kümmerts dich überhaupt ? Ich kenne dich nicht, und du mich auch nicht - und so sollte es auch bleiben. Sobald meine Schwinge einigermaßen geheilt ist, falle ich dir nicht mehr auf die Nerven ... leider muß ich es bis dahin, weil mich der Herr bestimmt nicht weg und zu meiner Schwester läßt."

"Du hast eine Schwester ? Und nein, es steht ganz sicher kein Käfig bereit. Der Herr haßt Käfige und was meinst du, warum wir das Badehaus nicht betreten dürfen ... die Hohen Wesen sollen uns am Besten gar nicht sehen. Ich zeige dir Morgen, was ich meine." Mit den Worten ging er in den kleinen Küchenraum, und holte etwas zu essen für Keenan und sich selbst. "Hier gibt es übrigens noch einen Geflügelten. Er ist vielleicht nicht so wie du, aber auch er lebt frei und darf hoch über die Insel fliegen."

"Was ?! Und er flieht nicht von hier ? Ich verstehe das nicht ... ich verstehe euch alle wirklich nicht. Und ja, ich habe eine Schwester, aber ich werde dir garantiert nicht sagen, wo sie lebt, ich bin doch nicht dämlich." Als Keenan jedoch das Fleisch auf den Tellern sah, konnte er nicht verhindern, daß sein Magen aufknurrte und er verlegen den Blick senkte und leise fauchte.

"Ich will auch nicht wissen, wo sie ist ... hier." Max stellte den Teller auf das Bett und ging nochmal in die Küche, um für sich noch etwas zu holen. "Und nein, er fliegt nicht weg. Er fühlt sich hier sicher und genießt es, denn er war frei geboren und trug dann ein Jahr Ringe in den Flügeln, die ihn daran hinderten, zu fliegen. Er lebt jetzt mit Arius zusammen, die Ringe sind ab und beide genießen es, zusammen zu sein." Nachdem er erzählt hatte, setzte er sich auf das große Sofa, das auch mit Fellen belegt war, und fing an zu essen.

Als der Fuchs sich auf das Sofa setzte, verengte Keenan für einen Moment die Augen ... doch da er sehen konnte, daß dieser sich nicht einmischen würde, nahm sich der Verletzte mit der gesunden Hand eines der Fleischstücke, aß es genießend und vertilgte so zwar durch die Verletzungen langsamer, doch noch immer zügig, das Fleisch. Erst, als er fertig war, meldete sich ein anderes Bedürfnis und er zögerte, doch dann fragte er leise. "Hast du ein wenig Wasser ? Und dann müßte ich aufs Klo, kannst du mir mit der Schwinge helfen ? Alleine schaffe ich es nicht." Zu der Geschichte des anderen Vogelmenschen sagte er nichts, denn er konnte sich nicht vorstellen, daß ein Geflügelter freiwillig hierblieb und sogar mit diesem riesigen Skorpionmenschen zusammen war.

Max hatte zum Glück auch schon aufgegessen, denn er hatte Hunger, weil er vor dem Diebstahl noch auf einem Streifzug gewesen war. Also stand er auf, sammelte die Teller ein und ging in die Küche, um mit einem großen Glas Wasser zurückzukommen. "Ich helfe dir dann gleich. Das Bad dürfte auch groß genug sein, daß du nicht noch irgendwo anstößt."

"Das würde gerade noch abgehen. Aber solange die Schwinge nicht verheilt ist, kann ich sie nicht wegformen ... leider. Und ich kann auch die gesunde Schwinge kann ich nicht wegformen, da ich sie für mein Gleichgewicht brauche." Es war ein Dilemma, das Keenan im Augenblick sichtbar verfluchte, doch es war nicht zu ändern. Doch er nahm das Glas gerne an und nickte für einen Moment dankbar, denn er war sehr durstig und der Fuchs hätte es ihm nicht bringen müssen.

Als Keenan fertig getrunken hatte und das Glas auf den Tisch stellte, berührte Max vorsichtig die Schwinge und hielt sie dann etwas. "Kann losgehen, ich stütze die etwas ab." Er half, weil er die Aufgabe bekommen hatte, und vielleicht erfuhr er doch nach und nach etwas von Keenan. "Wenn ich etwas anders machen soll, sag Bescheid."

"Bitte nicht so reißen - jede Bewegung schmerzt." Der Schwarzhäutige hatte einen leisen Schmerzlaut nicht verhindern können und schloß für einen Moment die Augen, ehe er die Schwinge äußerst vorsichtig mehr auf den Arm des stärkeren Fuchsmenschen stützte und langsam aufstand. "Aber es geht, wenn du vorsichtig bist."

Max war bei dem Schmerzlaut fast zusammengezuckt und paßte nun besser auf. Auch er wußte, was Schmerzen waren, und half dem Geflügelten vorsichtig ins Bad. "Ich passe besser auf." murmelte er und wirkte froh, als sie dann im Bad waren, ohne irgendwo anzuecken.

"Danke." Es kostete Keenan viel, das zu sagen - doch er merkte schnell, daß dieser Fuchs ihm wirklich helfen wollte und auch, daß es ihm leid tat, daß er ihm Schmerzen bereitet hatte. Doch dann ließ er den Gedanken sein, nahm mit der Hand des unverletzten Armes seine Männlichkeit und holte sie aus dem Lendenschurz heraus, erleichterte sich in der Toilette und trat dann vorsichtig ans Waschbecken,um sich dort mehr schlecht als recht zu waschen.

"Warte, ich helfe dir." Max hielt die Schwinge weiter mit der einen Hand, dann griff er vorsichtig nach einem Lappen und tauchte ihn unter das laufende Wasser. "Bringt es was, wenn man die Schwinge etwas mit einem Verband zusammenbindet und fixiert ? Vielleicht bewegt sie sich dann nicht so sehr." Es war ein leise Frage und Max reichte Keenan den Lappen, denn damit konnte er sich besser waschen. "Da wo du nicht ran kommst, kann ich dich etwas abwaschen."

Es war Keenan sichtbar peinlich, daß er darauf angewiesen war ... doch nachdem er sich dort, wo er sich erreichen konnte gewaschen hatte, gab er den Lappen dem Fuchs und nahm dann seine Männlichkeit wieder in die Hand, um die Vorhaut zurückzuziehen und darauf zu nicken. "Auch wenn es mir nicht paßt, ich brauche dafür zwei Hände. Kannst du vielleicht ? Und wegen der Schwinge ... die Federn sind im Weg, aber vielleicht können wir einen Stützverband machen. Dein Herr ist sehr klug, denn so kann ich nicht weg ... aber was solls."

"Ja, er ist klug ... ich werde ihn aber bitten, dich ganz zu heilen." Max seufzte innerlich und wusch vorsichtig über die freigelegte Eichel. Danach wechselte er den Lappen und stellte sich hinter Keenan, um dessen Rücken zu waschen. Dabei war er vorsichtig und wusch zwischen den Flügelansätzen. "Deine Federn sind auch durchblutet, oder ?"

"Ja - gerade deshalb habe ich solche Angst, gefangen zu werden, denn viele hohe Wesen lieben es, die Federn zu verletzen oder auszureißen. Und frage lieber nicht, der Herr hätte mich schon geheilt, wenn er das gewollt hätte. Ich schaffe das schon - ich hatte schon Schlimmeres." Daß Max deswegen fragen wollte, überraschte Keenan und er zögerte ... doch dann schloß er die Augen und genoß es, die vorsichtigen Fingerspitzen an seinen Flügelansätzen zu spüren. Es war schon lange her, daß er dort zärtliche Berührungen gespürt hatte und er wußte nur zu gut, daß die Krallen des Fuchsmenschen sehr scharf waren ... doch Max verletzte ihn nicht, und als er sogar einige der Federn richtete, entkam dem Schwarzhäutigen ein leiser, wohliger Laut.

Max wußte, wie wichtig es war, daß die Federn gut lagen ... denn er kannte es von Kael, dem Gefährten von Arius. "Da liegen noch ein paar quer, ich richte sie dir." Gesagt getan, fanden seine Finger rasch die schiefen Federn, und er sortierte sie und strich sie vorsichtig glatt. "Kael hat mir gesagt, wie wichtig das ist. Er ist der Gefährte von Arius."

"Ist es auch ... es schmerzt, wenn die Federn sich verdrehen, aber oft passiert es." Für einige Herzschläge hatte Keenan nicht antworten können, da es sich so gut anfühlte, die versierten Finger des Fuchses an seinen Flügeln zu spüren. Doch dann zuckte der Schwarzhäutige wieder leicht zusammen, da er instinktiv die verletzte Schwinge bewegen wollte, damit Max die Federn leichter richten konnte und er seufzte leise, als er die Augen wieder schloß und sich mit der Hand des unverletzten Armes am Waschbecken einhielt. "Vielleicht gehen wir wieder zurück ... ich bin doch langsam müde und sollte mich hinlegen." All das Geschehene spukte im Kopf Keenans und das jetzt verstärkte seine Verwirrung noch, so daß er instinktiv den Rückzug antrat und sich wieder distanzierte.

Der Fuchs ahnte, daß er wohl zu aufdringlich gewesen war und nickte. "Ich verbinde noch deine Schwinge, dann bewegst du sie nicht versehentlich beim Schlafen." Er führte Keenan noch zurück und huschte dann wieder ins Bad, um eine breite Bandage zu holen. Fei hatte immer etwas in den Zimmern, da die Tiermenschen sich oft mal verletzten und so gleich versorgt waren, wenn er sich nicht im Haus befand. "So, die dürfte gehen."

Keenan hingegen blickte völlig verdattert auf die Bandage, ehe er mißtrauisch die Brauen tiefer in seine völlig weißen Augen zog und Max fragte. "Und wie willst du das Ding an meine Schwinge bringen ? Die ist viel breiter als das." Er war schon von der Nähe zuvor im Bad verwirrt und reagierte nun instinktiv ein wenig säuerlicher, als er es eigentlich tun würde.

"Warte ab ... stillhalten." Max ließ sich nicht beeinflussen, er hatte schon einen Plan. "Außerdem wird es dir Morgen eh noch etwas besser gehen ..." Dann berührte er vorsichtig die Schwinge und streichelte sacht darüber. Er hatte deutlich gemerkt, daß es Keenan beruhigte und so schaffte er es, daß die Schwinge angelegt war und er band ganz vorsichtig den langen und breiten Verband um die angelegte Schwinge an den Oberkörper und Bauch des Elstermannes. "Ich hab das mal in Fernsehen gesehen - da wurden Vögeln die Schwingen so fixiert, wenn sie gebrochen waren. Außerdem wird es dir in zwei, drei Tagen wieder richtig gut gehen, Herr Fei hat deine Selbstheilung aktiviert." Max war es ähnlich ergangen und als er fertig war, klopfte er auf sein Bein. "Als ich erwischt wurde, floh ich so panisch, daß ich ziemlich tief gestürzt bin. Mein Bein und die Rippen waren gebrochen, und Herr Fei hat sie auch nur angeheilt ... seither verheilen meine Schrammen und kleinen Verletzungen ziemlich schnell, schneller als früher."

Keenan hielt tapfer durch, bis die Bandage angelegt war ... doch es kostete ihn viel Kraft und er keuchte leise, als Max fertig war und redete. Denn auch wenn er die Schwinge nun nicht mehr bewegen konnte und es deshalb besser war, der Druck der Bandage schmerzte höllisch und schließlich gab er nach und wimmerte leise. "Ich habe keine Ahnung, wovon du redest ... ich weiß nur, daß es noch immer schmerzt. Aber eines weiß ich auch, in einigen Tagen wird es besser sein, wenn die Knochen schon anheilen und nicht mehr aneinander reiben. Du magst diesen Drachen wirklich, oder ? Hört sich so an."

"Sicher mag ich ihn - er hat mich nicht getötet und aus der Sklaverei befreit. Sicher gehorche ich ihm, aber er lässt mir auch Freiheit. Ich darf auch für ihn stehlen ... oder zurückstehlen, von dem, was ihm vor ganz langer Zeit gestohlen wurde. Ich lebe zwar noch in dem Zimmer ... aber ich habe ein eigenes Revier, und dort nun bald eine Höhle in der ich leben kann, wie ich es möchte. Er beschützt uns Tierwesen ... hier leben noch einige Andere. Ein Tiger, Löwe, Gepard, Qualle, Krake, Raubvogel, zwei Schlangen und zwei Katzen, ein Eisvogel und ein Widder, ein Schmetterling und ein Skunk, und natürlich Arius. Alle wurden aus der Sklaverei befreit ... ich weiß, du warst kein Sklave, aber auch du lebst unsicher und in Angst, und das tun wir hier nicht mehr." Max erzählte leise und lächelte. "Aber ich lasse dich dann schlafen. Ich selbst schlafe dann auf dem Sofa, es ist groß genug." Mit den Worten ging er auch nochmal ins Bad, um sich zu waschen, und danach legte er sich auf das Sofa und zog die Felldecke über sich. "Schlaf gut ... wenn du etwas brauchst, wecke mich."

"Ist gut." Mehr sagte Keenan nicht, ehe er seine gesunde Schwinge wärmend über sich legte und die Augen schloß. Er sah, daß dieser Fuchs es ernst meinte - doch noch konnte der junge Geflügelte es nicht so recht glauben, denn dazu hatte er viel zu viel schlechtes in seinem noch kurzen Leben erlebt.

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Max war am Morgen sehr früh wach. Er hatte wieder schlecht geschlafen, und noch dazu hin und wieder ein leises Stöhnen von Keenan gehört. Aber jetzt schlief der Geflügelte tief und fest. Der Fuchs beobachtete ihn kurz und schlich dann ins Bad, um sich dort zu erleichtern und nochmals zu waschen. Dabei hielt Max die Tür geschlossen und war sehr, sehr leise, weil Max den Elstermann nicht wecken wollte.

Doch Keenan erwachte trotzdem und runzelte die Stirn, da der zuvor noch immer starke Schmerz zu einem noch spürbaren, doch erträglichen Pochen abgemildert war. Dann öffnete er seine Augen und seufze leise, als er das Wasser der Dusche hörte. Er blieb aber noch liegen, bis Max aus dem Bad kam, ehe er leise zu ihm sprach. "Kannst du mir aufhelfen ? Mit der Bandage kann ich mich nicht aufrichten, sie hindert."

Daß Keenan schon wach war, damit hatte Max nicht gerechnet. Aber er nickte und kam gleich zum Bett. "Sicher ... geht es schon besser ? Der Schmerz müsste nachgelassen haben, du hast die letzten Nachtstunden besser geschlafen."

"Ein wenig ... aber trotzdem bin ich noch müde, die Heilung strengt sehr an, da die Schwinge so groß ist." Doch er war dankbar dafür, daß der Fuchs ihm aufhalf und stand auf, ehe er sich ein wenig zu ihm drehte. "Bitte nimm mir die Bandage ab, ja ? Sie hindert mich nur und ich denke, daß der Knochen nun schon ein wenig besser verheilt ist."

"Sicher und ja, ich denke auch, es dürfte schon besser gehen. Meine Brüche waren am nächsten Tag auch schon deutlich besser. Bald ist deine Selbstheilung so gut, daß es nur noch wenige Stunden dauern wird, wenn du dich verletzt hast." Max nahm vorsichtig die Bandage ab und strich danach sofort die Federn wieder glatt, weil er einige zerzaust hatte. "Geht es, ohne zu stützen ?"

Um es zu testen, bewegte Keenan die Schwinge leicht und bemerkte überrascht, daß es nur ein klein wenig mehr schmerzte als zuvor. Doch noch mehr als das verwirrte ihn, wie gut es sich anfühlte, wenn der Fuchs mit seinen schlanken Fingern durch seine Federn strich und der Schwarzhäutige schluckte kurz, als ihm diese Erkenntnis kam. "Es geht ... aber mein Arm ist noch immer nicht gut genug, um mir was zu nützen, beim Waschen bräuchte ich dich wieder. Ich wünschte, die Schwinge wäre schon heil - dann könnte ich sie wegformen und unter die Dusche."

"Morgen wird es wieder gehen, deine Selbstheilung kommt jetzt erst richtig in Gang." Max stellte das Wasser am Waschbecken an und nahm wieder einen Lappen. "Du vorne, ich hinten." So ging es am Schnellsten und Gründlichsten. "Und wenn wir etwas gegessen haben, dann zeige ich dir gern mein Revier." Max fühlte sich wohl und vor allem gebraucht bei Keenan, auch wenn es nur für die Zeit sein würde, in der die Brüche komplett geheilt waren.

Und Keenan fühlte sich seltsam, da er es nicht gewohnt war, so umsorgt zu werden. Er war schon seit seiner Kindheit allein und sorgte für seine Schwester ... erst in den letzten beiden Jahren lebte er völlig alleine, da sie einen Gefährten gefunden hatte und nun glücklich war. Dies jetzt schien fast so innig - auch wenn Keenan den Fuchs kaum kannte, es fühlte sich gut an, wenn dieser mit seinen Fingern die Federn, oder mit dem Lappen seine dunkle Haut berührte. Es sprach etwas in dem Geflügelten an, das er bisher niemals gefühlt hatte ... und er wußte nicht recht, ob es ihm gefiel oder ob er Angst davor haben sollte. Also wusch Keenan sich so zügig wie es ihm möglich war und kostete insgeheim die Berührungen an seinen Schwingen aus, ehe er den Lappen wieder ins Waschbecken legte und leicht den Kopf drehte. "Essen klingt gut ..."

"Hmm ..." Max knurrte plötzlich weich, denn er roch leichte Lust, fühlte Ruhe und dann wieder leichtes Verwirrtsein und Panik. "Vielleicht erst anders ..." murmelte der Fuchs und schlang seine Arme um den Körper von Keenan. Er stand ja direkt hinter ihm, und da er Kopf gedreht war, konnte er ihm gleich einen Kuß rauben. Es überkam Max nun einfach, der letzte Sex war eine Weile her und irgendwie ahnte er, daß Keenan das jetzt auch brauchte. Zumindest berühren, was Max jetzt auch tat, und das ebenso sanft wie bisher, damit der Geflügelte keine Angst hatte.

Das jetzt überraschte Keenan völlig, so daß er im ersten Moment überhaupt nicht reagierte ... doch anders als der Händler oder die Männer, denen der Händler Keenan überlassen hatten, küßte und berührte Max ihn trotz seiner Lust sanft und vorsichtig. Und auch wenn der Geflügelte dessen rasch erwachende Härte an seinem Hintern fühlen konnte, der Fuchs blieb so und drang nicht sofort in ihn ein ... etwas, das Keenan schließlich leise aufkeuchen ließ, und er reagierte langsam auf die Hand, die sich um seine eigene Männlichkeit schloß und ihn erregte. Es fühlte sich schön an, ungewohnt, aber schön ... und langsam sickerte die Angst aus Keenans Körper und er wurde weicher, denn sein Denken hörte auf und würde erst später wiederkommen.

Max rieb sich nur leicht am Hintern des Geflügelten, und erregte ihn weiter mit der Hand. Er fühlte, wie Keenan weicher wurde und atmete heiß in dessen Nacken, bevor er sanft daran knabberte und sacht grollte. Er wollte es jetzt nicht übertreiben und ihm reichte das jetzt auch, um seine ungestillte Lust ein wenig zu befriedigen.

Mehr wäre auch zuviel gewesen - denn Keenan bebte schon jetzt unter all den Reizen, die auf ihn einprasselten und keuchte schwer, ehe er leise aufschrie, als er die sanften Bisse in seinem Nacken spürte. Es war so anders als das, was der Händler mit ihm tat ... es fühlte sich herrlich an und je länger es dauerte, desto erregter wurde Keenan. Als Max ihn ein weiteres Mal biß und ihn eng an sich zog, war es jedoch zuviel und der ein wenig schlankere Geflügelte schrie leise auf, ergoß sich in die ihn erregende Hand und zitterte unter den Gefühlen, die ihn durchflossen. Er hielt es aber nur wenige Herzschläge aus, ehe ihn eine leichte Ohnmacht übermannte ... doch Keenan bemerkte das nicht mehr, denn er war noch immer in den schönen Gefühlen gefangen, die durch die Zärtlichkeiten des Fuchses ausgelöst worden waren.

Daß dem Geflügelten die Beine nachgaben war überraschend, aber Max war zum Glück kräftig genug, ihn aufzufangen und zu halten, obwohl er auch gerade noch gekommen war und ihm die Knie weich wurden. "Ich hab ganz vergessen, wie sensibel Vögelchen sind." Er brauchte einen Augenblick, dann hob er Keenan vorsichtig hoch und brachte ihn ins Schlafzimmer, damit er ihn dort auf das Bett legen konnte. Aber er huschte nochmal ins Bad, wusch sich nochmal ab und kam mit einem Lappen, um Keenan noch rasch zu säubern. Erst dann deckte er ihn zu und ging in die kleine Küche, um das Frühstück zu richten. Vielleicht regten sich dann die Lebensgeister des Elstermannes wieder ein wenig.

Es dauerte wirklich noch, bis Keenan wieder aus seiner Ohnmacht erwachte und er stöhnte leise auf, als das weiche Licht an seine empfindsamen Augen traf. Nur langsam kam ihm, weshalb er ohnmächtig geworden war und daß er wieder im Bett lag ... und daß es herrlich nach Essen duftete. "Was ... Max ?"

"Ich bin hier ... schön, daß du wieder wach bist. Entschuldige ... es war dreist, dich so zu überfallen." Max kam jetzt erst aus der kleinen Küche und stellte zwei Teller auf den Tisch, der im Schlafzimmer stand. "Ich hoffe, du magst so etwas ... ich helfe dir auf." Max kam langsam zum Bett und zog vorsichtig die Felldecke weg, damit er Keenan aufhelfen konnte.

Jener ließ sich auch helfen, da er noch immer ein wenig durch den Wind war ... und es half auch nicht viel, daß Max erneut so sanft und fürsorglich war. "Du mußt dich nicht entschuldigen ... das ... ich kenne das so nicht. Es war so anders als ich es gewohnt bin - du kennst den Händler, er ... er ist anders." Und das war noch untertrieben, denn der Händler amüsierte sich nur zu gern mit seinen Untergebenen und sorgte auch dafür, daß diese sich nicht wehrten.

"Ja, ich weiß. Ich war nur wenige Monate bei ihm, aber sie haben mich mehr gezeichnet als der Herr, der mich als Junges fing und dann ausgebildet hat." Wenn man genau hinsah, konnte man Narben unter dem weichen Fell sehen, das seine Haut bedeckte, und auch an Hand und Fußgelenken sah man Fesselmale. "Laß uns essen, es wird dir guttun. Ich hole noch etwas zu trinken, danach können wir ein Stück gehen und ich zeige dir ein wenig von meinem Revier."

"Ist gut ... es wird mir guttun, ein wenig rausgehen zu können." Als Max davon sprach, daß er die harten Methoden des Händlers kannte, bemerkte auch Keenan die feinen Narben, die man unter dem Fell sah ... es war fast nicht erkennbar und zeigte, daß es schon ältere Narben waren, doch wer wußte, worauf er achten sollte, sah es.

Max brachte noch etwas Wasser zum Trinken und setzte sich dann. "Ein Guten - iß, so viel du magst. Es ist genug da." Es war zu bemerken, daß Keenan langsam auftaute ... aber Max nahm sich vor, ihn nicht zu sehr zu überfordern und fing an zu essen, denn auch er hatte großen Hunger und freute sich schon, wenn sie zusammen etwas Zeit an der frischen Luft verbringen konnten.

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