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“Liebe kann man nicht berechnen”, Teil 3

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Es war schon Abend, als Aridan wieder aus seinem tiefen Schlaf aufwachte. Doch etwas war anders als sonst ... auch wenn er die Felldecke seines Bettes fühlte und roch, so war doch etwas anders und nach einigen Momenten kam es ihm: Er lag in den kräftigen Armen eines Mannes, und wenn er es richtig fühlte, dann war es Tarek, da dessen Nagakörper sich ein wenig um seine Beine geschlungen hatte. Gerade das beruhigte den jungen Tigermenschen über alle Maßen, da er nun wußte, daß es nicht wieder einer seiner erotischen Träume war ... sondern daß er wirklich hier mit dem Naga in den Fellen lag. Und das wiederum ließ ihn lächeln und das fast nicht mehr hörbare Schnurren seines Schlafes wurde langsam wieder ein wenig lauter, da er sich so wohl fühlte wie noch nie.

Dadurch, daß Aris Schnurren lauter wurde, erwachte der Langschläfer und Tarek öffnete langsam seine Augen. "Na, du ..." murmelte der Naga und lächelte, als er in das zufriedene Gesicht blickte.

"Hallo, Tarek. Es ist schön, daß du noch immer da bist, es fühlt sich so gut an. Hast du Hunger ? Ich habe frisches Fleisch, Blut und auch Früchte in der Küche." Die Stimme Aris war noch immer weich durch sein Schnurren und er lächelte schon fast verträumt in die dunkelroten Augen des Nagas. Er konnte sich nicht helfen - er liebte ihn und himmelte ihn an, auch wenn er es bisher so gut es ging, verborgen hatte.

Aber Tarek konnte es deutlich sehen, und streichelte mit der Hand über die Wange des Tigers. "Du kuckst ganz verliebt ... hab ich dein Herz geraubt ?"

Das ließ Ari wieder erröten, doch er schmiegte sich in die Hand des Nagas. "Ja ... das hast du. Ich kann mir nicht helfen, ich fühle so sehr für dich, wie für Niemanden sonst. Ich habe versucht, es mir nicht anmerken zu lassen ... es zu verstehen. Aber es ist so anders als meine Arbeit, ich habe keine große Erfahrung mit Gefühlen. Ich weiß nur, daß ich dich liebe ... und daß ich glücklich bin. Bitte verzeih, Tarek."

"Noch etwas, wofür du dich sicher nicht entschuldigen musst. Ich hab dich, seit ich hier bin, beobachtet, und fühle ähnlich. Ich finde es faszinierend, wie ruhig du bist, trotz deiner Gattung." Tarek küsste Ari, und lächelte sanft. "Ich weiß, wir wären wohl ein seltsames Paar, Hm ?"

Der ein wenig kleinere Tiger erwiderte den Kuß und auch das Lächeln, ehe er wieder in die dunkelroten Augen des Nagas blickte. "Ja ... aber ich fände es sehr schön, wenn wir ein Paar werden könnten. Ich habe noch nie so gut geschlafen wie zuvor und der Sex war einfach nur wundervoll. Es wäre schön, wenn ... wenn wir das öfter machen könnten, Tarek. Und ja, ich bin ruhig ... so ruhig, wie du wild und leidenschaftlich bist. Mir gefällt das bei dir, sehr sogar. Möchtest du vielleicht zu mir ziehen ? Mein Baumhaus ist größer wie das deine, und wir können es für deine Trophäen noch größer machen lassen. Und dazu kannst du dich immer wieder in dein Haus zurückziehen, wenn du einige Tage für dich brauchst." Das war etwas, das er bisher bei allen wilden Tiermenschen beobachtet hatte: Sie mochten es, sich auch manchmal von ihren Gefährten zurückziehen zu können und ein wenig Zeit für sich alleine zu haben.

Die Idee klang irgendwie gut, und Tarek durchdachte alles nochmal ganz genau. Aber es gab keinen Grund, sich nicht darauf einzulassen. Er war gern mit Ari zusammen und mochte auch dessen Baumhaus. Und daß dieser ihm die Möglichkeit ließ, sich zurückzuziehen, fand er wirklich sehr schön ... und auch er würde Ari die Möglichkeit geben. "Und wenn du mal keine Lust auf mich hast, lasse ich dich auch in Ruhe. Ich mag aber gern mit dir zusammenziehen, und ich werde sparsam sein mit Trophäen."

"Das mußt du nicht, Tarek - sie gefallen mir. Ich habe nur keine, da ich ja nicht jage, weißt du ? Und um ehrlich zu sein, ich bin eh schon so oft weg durch meine Arbeit, ich brauche keine Auszeit von dir. Eher du von mir, mein Herz." Mit den Worten erhob sich Ari ein wenig und küßte den Größeren zärtlich, ehe er sich langsam von ihm löste, da er ein anderes Bedürfnis fühlte. "Ich komme gleich wieder ... oder möchtest du, daß ich uns ein schönes, heißes Bad einlasse ?"

"Ich bade lieber kalt, aber danke für das Angebot. Ich gehe auch eben raus, um mich zu erleichtern." Das tat Tarek lieber draußen am Fluss, er mochte Toiletten nicht so gern und richtete sich nun auch langsam auf.

Im ersten Moment blickte ihn Ari verdattert an - doch dann schmunzelte er und schüttelte nur leicht den Kopf, ehe er wieder zu ihm kam und ihm sacht über die Brust streichelte. "Hast du denn schon einmal ein heißes Bad genossen und wurdest dabei verwöhnt ? Ich habe noch ein wenig Fleisch, das ich uns kleinschneiden könnte." Es war ein unverbindliches, doch lieb gemeintes Angebot, denn er konnte sich schon denken, daß der Naga so etwas eigentlich nicht gewohnt war.

"Öhm." Tarek überlegte sichtlich. Ari hatte natürlich Recht, denn bisher war ihm ein heißes Bad mit Verwöhnprogramm nie angeboten worden. "Also, wenn du es so überzeugend sagst ... gern."

Das ließ den jungen Tiger noch ein wenig tiefer lächeln und so nickte er nur, küßte Tarek noch einmal und stand dann wieder auf. "Wundervoll, ich bereite schon alles vor. Laß dir ruhig Zeit, ich komme dann ins Bad nach, ja ?" Dann gab er ihm noch einen sanften Kuß und ging kurz ins Bad, erleichterte sich dort und ließ schon einmal angenehm warmes Wasser ein, ehe er hinabging und das Fleisch aus dem Kühlschrank holte, um es ihnen mundgerecht kleinzuschneiden.

Tarek blieb noch kurz liegen, raffte sich dann aber auf und ging ins Bad, um sich doch dort zu erleichtern. Als er fertig war, blickte er aus dem Fenster und stutzte. "Hey, Celeb ? Wie lange schaust du schon zu ?"

"Ein wenig ... ich bin so froh, daß ihr euch versteht und zueinander gefunden habt." Der schlankere Naga grinste über beide Ohren und schlängelte sich dann zum Fenster, küßte Tarek kurz und schmunzelte, als er sich auf das Fensterbrett setzte. "Tut euch beiden gut - und wehe, du tust ihm weh, dann ärgere ich dich so lange, bis du verzweifelst." Das war ihm ernst, denn er mochte Aridan sehr, sehr gerne - und auch wenn er den größeren Naga wie einen Bruder sah, so würde er trotzdem ein Auge auf ihm haben, solange es den Tiger betraf. "Und keine Sorge, Ari hat mich nicht bemerkt. Er merkt sowas überhaupt nicht, du kennst ihn ja."

"Ja, er ist eine Stadtkatze ... sozusagen." Tarek freute sich, daß Celeb es ihm gönnte und gab ihm noch einen Kuss, um ihn danach mal wieder zu schubsen, da er hörte, daß Ari die Treppe hinaufkam. Celeb landete wieder sicher im Wasser, und Tarek grinste ihn von oben an.

Ihm antwortete noch ein kurzes Winken, dann tauchte Celeb wieder und freute sich, daß es zwischen den beiden so gut klappte. Währenddessen hatte Ari das Fleisch kleingeschnitten und betrat gerade das Bad. "Was machst du denn am Fenster ? Ist irgendwas ?" Natürlich hatte der Tiger weder das Gespräch noch das Eintauchen Celebs bemerkt und hob nur erstaunt die Braue, als er Tarek ansah und die Platte mit den Fleischstückchen neben die große Wanne stellte. Dazu hatte er noch eine Karaffe mit frischem Wasser und zwei Gläser mitgebracht, die er ebenfalls neben die Wanne stellte und danach das Wasser ausmachte.

"Ich wollte nur mal sehen, wie dein Blick aus dem Bad ist." Tarek drehte sich herum, und beobachtete Ari bei seinem Tun. "Du hättest das Fleisch doch nicht extra kleinschneiden müssen ... oder gehört das zum verwöhnen ?"

Der junge Tiger lächelte nur und nahm eines der Stückchen, kam zu Tarek und hielt es ihm an die Lippen, ehe er diese sacht küßte, sobald der Naga das Fleischstückchen in den Mund genommen hatte. "Ja, das kann dazugehören und ich mag es sehr, jemanden damit zu verwöhnen. Bisher hatte ich nicht viel Gelegenheit dazu, doch wenn du magst, dann kann ich das öfters tun."

"Hmm ... gern." raunte Tarek, und grollte weich. "Wenn ich das auch bei dir tun darf ?" Er wollte es gern, denn er wollte nicht allein verwöhnt werden.

Das ließ Ari wieder leicht erröten, denn er wünschte es sich sehr und nickte kurz. "Gerne ... sehr gerne sogar." Dann löste er sich wieder und ging zur Wanne, stieg hinein und wartete lächelnd darauf, daß der Naga nachkommen würde. Man sah ihm seine Vorfreude deutlich an - denn nun ging einer seiner innigsten Wünsche in Erfüllung.

Und Tarek folgt langsam und stieg ebenso in die Wanne, um Ari die Freude zu schenken und sich verwöhnen zu lassen, so wie er ihn nun verwöhnen wollte.

Eine Freude, die den jungen Tiger hell erstrahlen ließ. Endlich hatte er einen Gefährten gefunden - und auch wenn es noch sehr neu für ihn war, so tief für jemanden zu fühlen, so hoffte er doch, daß es so schön bleiben oder noch schöner werden würde. Sicherlich - es war nicht so einfach wie seine geliebten Zahlen, doch selbst er wußte, daß man Liebe ... nicht berechnen konnte.

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